Agave

Die Wüstenpflanze Agave ist nicht nur imposant anzusehen, sondern bietet auch eine ganze Reihe an Nutz- und Heilwirkungen.

Die verschiedenen Arten werden zur Herstellung von Seilen genutzt, die Blüten und Blätter auch gegessen sowie der Saft getrunken bzw. zu anderen Produkten weiterverarbeitet.

Als Heilpflanze dient sie vor allem bei Verstopfung, kann aber auch bei anderen Beschwerden helfen.

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Die wichtigsten Fakten über die Agave

Die Agave leitet ihren Namen vom griechischen Wort 'agavos' (edel, prachtvoll, erhaben) ab. In der griechischen Mythologie gibt es ebenfalls eine Frau mit dem gleichen Namen.

Sie ist die Tochter von Kadmos und Harmonia und wird gelegentlich als Namensgeber aufgeführt. In Mexiko, wo die Agaven sehr verbreitet sind, wird aus zwei Varietäten das mexikanische Nationalgetränk Pulque gewonnen.

Dies ist ein schnell verderbendes Getränk aus dem Agavensaft, das außerhalb des Landes kaum erhältlich ist. Auch die Blütenknospen und Agavenblätter werden verwendet und geröstet oder gebacken gegessen.

Der bekannte mexikanische Tequila wird ausschließlich aus der Blauen Agave gewonnen, einer engen Verwandten der als Heilpflanze genutzten Art.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die als Heilpflanze bekannte Agavenart unter dem Namen Agave americana geführt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund wird die Agave manchmal auch als Jahrhundertpflanze bezeichnet, weil es bis zur Ausbildung des Blütenstands mehrere Jahrzehnte dauern kann und die Pflanze nur einmal blüht.

Gattung / Pflanzenfamilie

Die als Heilpflanze genutzte Art gehört innerhalb der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) zur Unterfamilie der Agavengewächse (Agavoideae) und zur artenreichen Gattung der Agaven. Von der Art sind zudem verschiedene Unterarten und Varietäten bekannt:

Heilwirkung der Agave

Die unverwechselbare, wärmeliebende Heilpflanze wurde schon früh von den südamerikanischen Ureinwohnern als Heilpflanze genutzt. Sie ist leicht giftig und wirkt:

Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält unter anderem folgende Wirkstoffe:

Anwendung der Agave

Garcilaso Inca de la Vega berichtete 1609, dass die südamerikanischen Indianer den Saft der Pflanze zur Behandlung von Warzen sowie krebsartigen Geschwüren nutzten.

Dank der antiseptischen Eigenschaften der Pflanze können die Blätter bei Verbrennungen, Wunden oder Pilzerkrankungen der Haut helfen.

Dazu werden sie längs aufgeschnitten und auf die betroffenen Stellen gelegt.

  • Die Pflanze ist leicht giftig und der Saft kann zu schweren Hautreizungen und Bindehautentzündungen führen.

Die Agave sollte daher in Teemischungen nur niedrig dosiert, homöopathisch oder äußerlich angewendet werden.

Innerliche Anwendung

Agavendicksaft

Der Dicksaft der Pflanze ist ein diabetiker-geeigneter Zuckerersatz, der auch von Veganern und Rohkostlern geschätzt wird. Der Agavensirup wird aus dem Saft verschiedener Agavenarten gewonnen.

Dafür wird der innere Kern einer mindestens acht Jahre alten Agave vor ihrem Erblühen entfernt und der sich in dem Loch sammelnde Saft geerntet. Um den rasch verderbenden Saft haltbar zu machen, wird er gefiltert und erhitzt.

So entsteht eine sirupartige, farblose bis dunkelgelbe Flüssigkeit mit einem hohen Fructoseanteil und deutlich weniger Glucose. Der glykämische Index des Agavensirups ist der niedrigste unter allen verfügbaren Süßungsmitteln.

Der hohe Fructose-Anteil kann allerdings auch zu Fructosemalabsorption, Hypertriglyceridämie, verringerter Glucose-Verträglichkeit, verstärkter Harnsäure-Bildung und zum metabolischen Syndrom führen.

Durch seine abführende und verdauungsregulierende Wirkung wird der Sirup auch bei Verstopfungen und Magengeschwüren angewendet. Er kann bei Überdosierung aber auch zu Verdauungsstörungen führen.

  • Achtung: Schwangere sollten wegen der abführenden Wirkung auf den Dicksaft verzichten.

Bei folgenden Leiden hilft die Agave

innerliche Anwendungäußerliche Anwendung
OsteoporosevorbeugungVerbrennungen
allgemeine SchwächeWunden
VerstopfungPilzerkrankungen der Haut
Augenleiden
Rückenschmerzen

Vorkommen und Sammelzeit der Agave

Die Wüstenpflanze stammt ursprünglich aus Mexiko und den Vereinigten Staaten. Heute wird sie aber weltweit in frostfreien Klimaten kultiviert. Dort kann sie auch verwildern. In unseren Breitengraden kann sie nur in Töpfen gezogen werden und muss vor Frost geschützt überwintern.

Sammelzeit

Die Blätter der Heilpflanze können das ganze Jahr hindurch geschnitten werden. Dabei sollte man allerdings darauf achten, immer die äußeren, älteren Blätter zu nehmen und den Pflanzenkern nicht zu verletzen. So kann die Agave immer weiter gedeihen und bei Bedarf erneut geerntet werden.

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