Angelika

Die hohe Angelika ist eine alte Heilpflanze, die vor allem bei Magen- und Verdauungsproblemen verwendet wird, aber auch bei Rheuma, Neuralgien und Schlafstörungen hilft.

Während die auch als Arznei-Engelwurz bekannte Heilpflanze früher in jedem Hausgarten vorkam, ist sie heute hauptsächlich an Ufern und feuchten Wiesen zu finden.

Der große Doldenblütler sieht aber auch dem tödlich giftigen Wasserschierling ähnlich und sollte daher ganz genau bestimmt werden.

Vitaminbedarf ermitteln

pfeil
herz

Die wichtigsten Fakten über die Angelika

Bei der Angelika, die meist auch als Arznei-Engelwurz bekannt ist, gibt es zwei Unterarten.

Während die Angelica archangelica subsp. archangelica, würzig schmeckt und riecht, ist die auch als Küsten-Engelwurz (Angelica archangelica subsp. litoralis) bekannte Unterart ehe scharf stechend im Geruch und Geschmack.

Wie der Name schon verrät, ist letztere Unterart vor allen an den Küsten Nordeuropas anzutreffen.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die Angelika unter dem Namen Angelica archangelica geführt.

Volkstümliche Namen

Während der deutsche Name Angelika vom Botanischen Namen abgeleitet ist, weist der Name Arznei-Engelwurz auf die pharmazeutische Nutzung der Wurzel hin. Darüber hinaus ist die Heilpflanze aber auch unter folgenden Namen bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Die Angelika gehört zur Pflanzengattung der Engelwurzen (Angelica) und zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Heilwirkung der Angelika

Die altbekannte Heilpflanze aus dem Norden wird seit Langem genutzt und aufgrund verschiedener Heilwirkungen geschätzt. Die Wurzel der Angelika wirkt:

Inhaltsstoffe

Das frische Rhizon oder die getrocknete Wurzel wird vor allem wegen dem Wirkstoff 15-Oxypentadecenlacton geschätzt. Sie enthalten:

Anwendung der Angelika

Die hochwirksamen Inhaltsstoffe der Heilpflanze entfalten schon im Mund ihre Wirkung und so beginnt der Speichel zu fließen. Angelika setzt aber auch im Magen und der Gallenblase Verdauungssäfte frei und hilft so gut bei Verdauungsproblemen und Blähungen.

Da einige Inhaltsstoffe die Empfindlichkeit gegenüber dem Sonnenlicht erhöhen, kann die Pflanze bei empfindlichen Personen eine Entzündung der Haut sowie Ekzeme verursachen. Längere Sonnenbäder sollte man bei der Einnahme in jedem Fall vermeiden.

Länger als drei Wochen sollte Angelika nur unter medizinischer Betreuung eingenommen werden.

Äußerliche Anwendung

Bad

Für ein Bad nimmt man 100 g der Wurzeln und kocht sie in einem Liter Wasser auf. Nach zehn Minuten seiht man die Mischung ab und verwendet den Badezusatz zweimal wöchentlich.

Salbe

Aus Angelikaöl wird eine Salbe hergestellt, die gegen Rheuma, Gicht und Neuralgien hilft.

Innerliche Anwendung

Wurzel und Samen werden nicht nur zu Heilzwecken, sondern auch bei der Herstellung von Schnäpsen, Likören und Schnupftabaken eingesetzt.

Tee

Ein halber Teelöffel getrocknete Wurzel auf eine Tasse Wasser kalt ansetzen und dann kurz aufkochen. Fünf Minuten ziehen lassen und täglich bis zu zwei Tassen trinken.

Tinktur

Sehr gut wirkt auch eine Tinktur mit Angelika. Davon nimmt man zwei bis dreimal täglich 20 Tropfen ein.

Auch als Bestandteil der Carminativum-Tinktur lindert Angelika Blähungen.

Bei folgenden Leiden hilft die Angelika

innerliche Anwendungäußerliche Anwendung
SchlafstörungRheuma
AppetitlosigkeitGicht
leichte Magen- und DarmkrämpfeNeuralgien
Völlegefühl
Blähungen

Vorkommen und Sammelzeit der Angelika

Die Heilpflanze ist in Nord- und Osteuropa, aber auch in Sibirien, im Himalaya und in Nordamerika beheimatet. In Mitteleuropa findet man Sie an feuchten Standorten, wie feuchten Wiesen und Ufern.

Sie liebt nasse, zeitweise überschwemmte, nährstoffreiche Tonböden und wird auch in Deutschland, Polen, Belgien und Frankreich für pharmazeutische Zwecke angebaut.

Sammelzeit

Sowohl die Wurzel als auch die Blätter und die Samen der Heilpflanze werden genutzt und zu unterschiedlichen Zeiten gesammelt.

Die Wurzel gräbt man im zeitigen Frühjahr oder Spätherbst aus, während die Blätter vor der Blüte gepflückt werden. Die Samen sammelt man dagegen von Oktober bis Dezember.

  • Da Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Wasserschierling besteht, sollte man die Pflanze gut kennen.

Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant