Dill

Der Dill ist vor allem als Gewürzkraut weit verbreitet. Der kräftige, charakteristische Geschmack passt hervorragend zu Gurkensalat, Eierspeisen und Fischgerichten.

Weniger bekannt ist hingegen, dass der Dill bereits seit Jahrtausenden aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung auch als Heilpflanze geschätzt und genutzt wird.

So rieben sich etwa die römischen Gladiatoren vor einem Kampf mit Dill-Öl ein, damit sich eventuelle Verletzungen nicht entzündeten.

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Die wichtigsten Fakten über Dill

Der Gemeine Dill ist eine Pflanze, die fast überall auf dem Erdball kultiviert wird. Das Kraut zählt zu den wichtigsten und beliebtesten Gewürzen und lässt sich zudem sehr leicht im eigenen Garten anbauen.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem zentralasiatischen Raum und gelangte über die mediterranen Länder nach Europa. Bereits die alten Ägypter nutzten den Dill als Gewürz- wie auch als Heilkraut. Im Grab des Pharaos Amenophis II. wurden Spuren der Pflanze gefunden.

Wahrscheinlich wurde die Pflanze dem Herrscher als Grabbeigabe mit ins Jenseits gegeben. Auch im antiken Griechenland sowie im römischen Imperium war die Pflanze bekannt. Im frühen Mittelalter brachten vermutlich christliche Mönche sie nach West- und Nordeuropa.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die Pflanze unter dem Namen Anethum graveolens geführt.

Volkstümliche Namen

Der Volksmund kennt den Dill auch unter der Bezeichnung Gurkenkraut, da er das typische Gewürz für einen Gurkensalat aus fein gehobelten Salatgurken und Essig ist. Weitere bekannte Trivialnamen sind:

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Dill ist die einzige Pflanzenart der Gattung Anethum und zählt zur Familie der Doldenblütler, lateinisch Apiaceae.

Heilwirkung des Dills

Als Heilpflanze kommt der Dill vor allem bei Verdauungsbeschwerden, Magenbeschwerden und -krämpfen sowie bei Blähungen zum Einsatz. Des Weiteren wirkt das Kraut milchbildend, weshalb seine Verwendung auch stillenden Müttern empfohlen wird.

Zudem hat die Heilpflanze eine leicht psychogene Wirkung. Aus diesem Grund wird ein Dill-Aufguss oft gegen Schlaflosigkeit oder Nervosität empfohlen. Seine Inhaltsstoffe wirken

Inhaltsstoffe

Zu Heilungszwecken werden zumeist die Früchte und die Samen des Dills verarbeitet. Sie enthalten vor allem folgende Wirkstoffe:

Dill ist reich an fettem Öl. Zudem enthält er noch:

Anwendung von Dill als Heilpflanze

Dill kann sowohl innerlich wie auch äußerlich bei verschiedenen Beschwerden angewendet werden.

Äußerliche Anwendung

Dillöl

Aus den getrockneten Früchten kann ein Öl gewonnen werden, das, wenn es auf stumpfe Verletzungen wie z. B. Hämatome oder Prellungen aufgetragen wird, abschwellend sowie einer Entzündung entgegen wirkt.

Tee / Aufguss

Getrocknete Dillsamen, in Wasser oder Wein gekocht, ergeben einen Sud, der sowohl innerlich wie auch äußerlich seine Wirkung entfalten kann.

Ein sauberes Tuch aus Baumwolle oder Leinen kann mit dem Sud getränkt und als Auflage bzw. Wickel auf die verletzte Stelle aufgelegt werden.

Ein solcher Sud eignet sich auch hervorragend, um als Sitzbad schmerzhafte Regeln zu lindern.

Kompresse

Ein seit langem bewährtes Mittel gegen Geschwüre ist die warme Kompresse. Dafür wird ein Baumwoll- oder Leinentuch mit warmem Olivenöl getränkt. Anschließend werden fein gehackte Dillblätter oder zerstoßene, getrocknete Samen auf das Tuch gelegt. Die Kompresse sollte schließlich auf das Geschwür aufgelegt werden und einige Zeit einwirken.

Innerliche Anwendung

Tee / Aufguss

Aus den getrockneten Pflanzensamen lässt sich ein milder Aufguss bereiten, der in kleinen Schlucken getrunken wird und so gegen unterschiedliche Magen-Darm-Beschwerden sowie gegen Schlafstörungen hilft.

Man nehme ein bis zwei Esslöffel der getrockneten Samen (alternativ können auch die getrockneten Früchte verwendet werden), zerstoße diese in einem Mörser und gieße kochendes Wasser bzw. kochenden Weißwein darüber. Nun die Mischung mindestens fünf Minuten ziehen lassen, abseihen und langsam in noch lauwarmem Zustand trinken.

Dill lindert folgende Leiden:

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
Magenschmerzenstumpfe Verletzungen wie Hämatome und Prellungen
MagenkrämpfeGeschwüre
BlähungenMenstruationsbeschwerden
Magen-Darm-BeschwerdenUnterleibskrämpfe
 Schlaflosigkeit
 Nervosität
 Milchbildung

Vorkommen und Sammelzeit der Heilpflanze Dill

Wild vorkommend ist Dill in fast ganz Mitteleuropa zu finden. Des Weiteren kann die Pflanze im Mittelmeerraum, im Süden Russlands sowie im zentralasiatischen Raum gesammelt werden. Dill wächst aber auch problemlos in jedem heimischen Garten.

Sammelzeit

Dill wird vornehmlich in den Monaten Juni bis September gesammelt.

Die zarten Dillspitzen können von Juni bis Juli, die Samen und Früchte schließlich im Spätsommer bis Herbst geerntet werden.

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