Eberesche

Viele Menschen denken, dass die Eberesche giftig ist. Dabei enthalten die Früchte nur Parasorbinsäure, die zu Magenproblemen führen kann, aber durch Kochen in Sorbinsäure umgewandelt wird.

Diese ist gut verträglich, und abgekochte Beeren können daher auch in großen Mengen gegessen werden. Ebereschenmarmelade ist sogar gesund, da sie viel Vitamin C enthält.

Die Eberesche ist aber auch eine Heilpflanze mit positiven Wirkungen auf das Verdauungssystem und die Lunge.

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Die wichtigsten Fakten über die Eberesche

Die Blätter der Ebereschen sehen denen der Eschen sehr ähnlich, auch wenn sie nicht verwandt sind. Aber durch die Ähnlichkeit leitet sich der Name der Heilpflanze ab. Der erste Teil des Namens geht dagegen auf das gälische Wort 'eburos' zurück und bezieht sich auf rötlich-braune Farbe der Beeren.

Der botanische Name lehnt sich dagegen an eine alte Nutzung der Eberesche an. Da die roten Beeren früher oft als Köder für den Vogelfang genutzt wurden, leitet sich 'aucuparia' aus 'avis' (Vogel) und 'capere' (fangen) ab.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die Eberesche unter dem Namen Sorbus aucuparia geführt.

Volkstümliche Namen

Da die Eberesche eine bei den Vögeln beliebte Nahrungspflanze ist, kennt man sie oft auch unter dem Namen Vogelbeere. Darüber hinaus ist die Heilpflanze aber auch unter folgenden Namen bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Die Eberesche gehört zur Gattung der Mehlbeeren (Sorbus) und zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Heilwirkung der Eberesche

Die Eberesche wirkt:

Inhaltsstoffe

Die Eberesche enthält unter anderem folgende Wirkstoffe:

Die in rohen Vogelbeeren enthaltene Parasorbinsäure kann zu Magenproblemen führen. Die Sorte Essbare oder Mährische Vogelbeere (Sorbus aucuparia edulis, auch dulcis oder moravica genannt) besitzt dagegen keine Parasorbinsäure und einen höheren Zuckergehalt. Damit kann sie auch roh bedenkenlos verzehrt werden kann.

Anwendung der Eberesche

Es ist umstritten, ob Ebereschenbeeren roh giftig sind.

Da sie roh sehr herb schmecken und größere Mengen kaum genießbar sind, ist dies eher unwichtig.

Gekocht und getrocknet verlieren die Beeren ihren Magenprobleme verursachende Inhaltsstoffe und die Parasorbinsäure wird zu Sorbinsäure umgewandelt.

Innerliche Anwendung

Skorbut

Aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts sind Vogelbeeren sehr gesund und galten früher als ein wichtiges Mittel gegen Skorbut. Das Vitamin C wird beim Kochen etwa um ein Drittel reduziert, ist dann aber immer noch mit bis zu 65 mg pro 100 g Beeren vorhanden.

Sorbit

Aus der in der Eberesche enthaltenen Sorbose wurde früher das Sorbit gewonnen und als Zuckerersatz für Diabetiker genutzt. Heute wird der Stoff durch Reduktion von Traubenzucker und Wasserstoff industriell hergestellt. Das Sorbit wird in der Medizin auch intravenös gespritzt, um den Augeninnendruck bei Glaukom bzw. Grünem Star zu senken.

In der Küche

Vogelbeeren werden gerne zu gesunden Marmeladen, Säften und Brotaufstrichen verarbeitet. Auch Liköre und Schnäpse sind in verschiedenen Regionen beliebte Klassiker. Dank ihrer Bitter- und Gerbstoffe ist die Heilpflanze bei Problemen des Verdauungssystems, insbesondere der Gallenfunktion hilfreich. Zudem hilft sie sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung.

Heiserkeit

Ebereschenbeeren sollen Stimmbänder geschmeidig halten und werden daher gern von Sängern und Rednern genutzt. Auch bei Heiserkeit sollen sie zähen Schleim von den Stimmbändern lösen.

Tee aus Blättern und Blüten

In der Naturheilkunde werden Tees aus getrockneten Blättern und Blüten gegen Husten, Bronchitis, Magenverstimmungen, Verdauungsbeschwerden, Rheuma, Gicht und Hämorrhoiden eingesetzt.

Bei folgenden Leiden hilft die Eberesche

Innerliche Anwendungen
Heiserkeit
Skorbut und Vitamin-C-Mangel
Grüner Star
Magenverstimmungen
Verdauungsbeschwerden
Rheuma
Gicht
Hämorrhoiden

Vorkommen und Sammelzeit der Eberesche

Die Vogelbeere ist europaweit verbreitet und besiedelt als typische Unterart fast ganz Europa sowie Westsibirien. In Mitteleuropa kommt sie recht häufig vor und ist anspruchslos.

Schnell besiedelt sie Brachflächen, Lichtungen, Hecken und Waldränder auf den unterschiedlichsten Standorten. Auch im Garten- und Landschaftsbau wird die Heilpflanze gern genutzt und dient dabei sowohl als Allee- oder Einzelbaum als auch als Zier- und Vogelschutzgehölz.

Sammelzeit

Die Beeren können von Juli bis Oktober gesammelt und weiterverarbeitet werden.

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