Heilpflanze Estragon

Als Küchengewürz ist der Estragon vielen bekannt, auch wenn er vorwiegend in der französischen und italienischen Küche genutzt wird. Dass er auch heilsame Kräfte birgt, wissen dagegen nur wenige.

Dennoch hilft er gegen eine ganze Reihe von Beschwerden die von Zahnschmerzen über Rheuma, Verdauungsproblem und Fieber bis hin zu Schluckauf reichen. Damit ist die Gewürz- und Heilpflanze wirklich interessant.

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Estragon  - schmackhaftes Gewürz und Heilpflanze

Der Estragon ist sehr nahe mit dem Wermut verwandt und wird in der französischen Küche, aber auch in der Volksheilkunde des Landes geschätzt. Der Name der Gewürz- und Heilpflanze leitet sich vom arabischen und persischen Wort tarchun ab und kam zurzeit der Kreuzzüge nach Europa.

Später bildete sich im Französischen der Name Estragon, von dem auch die deutsche Bezeichnung stammt. Einige glauben, dass sich der botanische Name vom lateinischen Wort Draco (Drache, Schlange) ableite. Daher der Name Artemisia dracunculus. In Dänemark und Teilen Norddeutschlands findet man auch den Namen Dragon für die Pflanze.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist der Estragon unter dem Namen Artemisia dracunculus bekannt.

Volkstümliche Namen

Der Estragon ist im Volksmund auch unter folgenden Namen bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Estragon ist eine Pflanzenart der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und der Gattung Artemisia.

Die Heilwirkung des Estragons

Der Estragon wirkt:

Inhaltsstoffe

Die Heilpflanze enthält hauptsächlich:

Anwendung des Estragons

Der Estragon ist ein beliebtes Gewürz, besitzt aber auch heilsame Kräfte bei sehr unterschiedlichen Beschwerden.

Während das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz den Verzehr von Estragon nur für die Küchenzubereitung empfiehlt, da das in der Heilpflanze enthaltene Estragol im Verdacht steht für den Menschen cancerogen und erbgutschädigend zu wirken, zeigen medizinische Studien, das selbst ein Hundert- bis Tausendfaches des typischen Konsums als ungefährlich einzuschätzen ist.

Äußerliche Anwendung

Breiumschläge

Aus frischen Estragonblättern kann man einen Breiumschlag gegen Zahnschmerzen und rheumatische Gelenkschmerzen zubereiten und auflegen.

Innerliche Anwendung

Tee

Ein Estragontee stärkt vor allem die Verdauungsorgane und regt mit seinen Bitterstoffen die Bildung der Magensäfte an. Zudem helfen die ätherischen Öle der Gewürz- und Heilpflanze gegen Blähungen.

Hat man nach längerer Krankheit den Appetit verloren, hilft ein Estragontee genauso wie gegen Wurmbefall. Zudem regt der Tee den Stoffwechsel und die Tätigkeit der Nieren an und wirkt so unter anderem gegen Gicht sowie rheumatische Erkrankungen und Wasseransammlungen im Körper werden ausgeleitet.

  • Da in der Heilpflanze Phytosterole enthalten sind, wirkt der Tee regelnd auf den Menstruationszyklus und kann sogar verspätete Monatsblutungen auslösen. Aus diesem Grund sollte Estragon nicht in der Schwangerschaft genutzt werden!

Gute Dienste leistet er zudem bei der der Linderung von Wechseljahresbeschwerden, bei Fieber und bei Husten. Die beruhigende Wirkung des Estragons kann man auch bei Schlafbeschwerden und nervöser Unruhe nutzen, während der Vitamin-C-Gehalt gegen Vitamin-C-Mangel und Frühjahrsmüdigkeit hilft.

Frische Blätter gegen Schluckauf

Bei Schluckauf soll es helfen, die frischen Blätter des Estragons zu kauen.

In der Küche

Besonders die französische Küche nutzt den Estragon sehr gern für kräftige Saucen sowie Fleisch- und Gemüsegerichte. Aufgrund des starken Aromas sollte man die Blätter nur sparsam einsetzen.

Sehr beliebt sind auch Essige, Mayonnaisen und Kräuterbutter mit Estragon.

Bei folgenden Leiden hilft der Estragon

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendungen
HustenZahnschmerzen
Fieberrheumatische Gelenkschmerzen
Appetitlosigkeit
Übelkeit
Nervosität
Schlaflosigkeit
Schluckauf
Würmer
Gallenschwäche
Blähungen
Magenschwäche
Ödeme
Rheuma
Gicht
Vitamin-C-Mangel
Frühjahrsmüdigkeit
Wechseljahrsbeschwerden
Muskelkrämpfe

Vorkommen und Sammelzeit des Estragons

Der Estragon kommt in Südeuropa als Wildpflanze vor, wird aber hauptsächlich in Gärten angebaut. Ursprünglich soll die Pflanze aus dem Fernen Osten stammen und kommt heute als Gewürzpflanze hauptsächlich aus den Niederlanden und dem Balkan zu uns.

Sammelzeit

Die Zweige und Blätter kann man schon im Frühjahr als Salatgewürz ernten. Das kräftigste Aroma entfaltet die Heilpflanze jedoch kurz vor der Blüte. Dann sollte man auch den Wintervorrat schneiden und trocknen. Dazu am besten Stängel abschneiden, zu Sträußen binden und an einem trockenen Platz aufhängen.

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