Heilpflanze Faulbaum

Die faulig riechende Rinde hat dem Faulbaum seinen seltsamen Namen beschert.

Trotzdem wird die Rinde, die ein Jahr lang gelagert werden muss, da sie ansonsten giftig ist, als ein sanftes Abführmittel geschätzt.

Wie bei einigen anderen Heilpflanzen ist die richtige Anwendung dabei allerdings sehr wichtig, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

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Der Faulbaum - die Rinde hat es in sich

Der Faulbaum ist ein schnell wachsender Strauch, der seinen charakteristischen Namen der stinkenden Rinde verdankt.

Wissenschaftlicher Name

Der Faulbaum wird in der Wissenschaft Frangula alnus genannt.

Volkstümliche Namen

Aufgrund seiner faulig riechenden Rinde hat heißt der Faulbaum auch Faulkersch oder Faulkirsche. Weitere Namen aus dem Volksmund wie Stinkstrauch, Stinker, Stinkboom, Stinkbaum und Stinkbeere verweisen ebenfalls auf diese Eigenschaften.

Der recht vulgäre Name Scheißbeere gibt dagegen Rückschluss auf seine medizinischen Eigenschaften.

Weitere Namen sind:

Gattung / Pflanzenfamilie

Der schnell wachsende Strauch gehört zur Gattung der Faulbäume (Frangula) und zur Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae).

Die Heilwirkung des Faulbaums

Der Faulbaum ist bei richtiger Anwendung eine sehr schonende Heilpflanze und seine Rinde wirkt nach entsprechender Lagerung:

Inhaltsstoffe

Gemäß den Anforderungen des Europäischen Arzneibuches muss die getrocknete Droge mindestens sieben Prozent Glucofranguline (Glucofrangulin A) enthalten. In der Rinde sind folgende Stoffe wirksam:

Anwendung des Faulbaums

Der Faulbaum ist als Heilpflanze vor allem aufgrund seiner mild wirkenden Rinde bekannt. Nach einem Jahr Lagerung kann sie als sanftes Abführmittel genutzt werden.

  • Frische oder zu kurz gelagerte Rinde führt dagegen zu Erbrechen und kann bei Schwangeren sogar eine Fehlgeburt auslösen.

Um einen Kaliumverlust und daraus resultierende Herz- und Muskelprobleme zu vermeiden, sollte die Heilpflanze nicht länger als zwei Wochen am Stück eingesetzt werden.

Äußerliche Anwendung

Waschungen und Umschläge

Den Tee aus einem Teelöffel zerkleinerter Faulbaumrinde und 250 ml Wasser kann man bei Hautkrankheiten einsetzen.

Räuchern

Für eine entspannende und beruhigende Atmosphäre werden das Holz und die Rinde des Faulbaumes auch als Räucherpulver in der Aromatherapie genutzt.

Innerliche Anwendung

Tee

Ein Teelöffel zerkleinerte Faulbaumrinde wird mit 250 ml Wasser kalt angesetzt, anschließend kurz zum Kochen gebracht und 30 Minuten ziehen gelassen.

Vor dem Schlafengehen trinkt man den Tee und wird am nächsten Morgen die abführende Wirkung spüren.

Tinktur

Um eine Tinktur herzustellen, gießt man fünf Teelöffel Rinde mit 100 ml Rotwein oder Obstler auf. Auch hier nimmt man vor dem Schlafengehen etwa einen Esslöffel zu Abführzwecken ein.

Mundspülung

Bei Entzündungen im Mundraum hilft eine Mundspülung aus einem Teelöffel zerkleinerter Rinde und 250 ml Essig. Die Mischung wird kalt aufgesetzt, einige Zeit gekocht und nach dem Abkühlen eingesetzt.

Apfelwein-Abkochung

Gegen Arterienverkalkung und zur Verbeugung Schlaganfällen hilft dagegen eine Apfelwein-Abkochung mit einem halben 1/2 Teelöffel Faulbaum-Rinde und 250 ml Apfelwein. Auch hier wird die Mischung kalt aufgesetzt und kurz aufgekocht. Sobald es die Temperatur erlaubt, wird der Aufguss getrunken.

Bei folgenden Leiden hilft der Faulbaum

innerliche Anwendungäußerliche Anwendung
VerstopfungHautkrankheiten
VöllegefühlKrätze
Verdauungsschwäche
Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündung
Arterienverkalkung und Vorbeugung bei Schlaganfällen
Blutreinigung
Fettsucht
Gallenflußstauung, Gallensteine sowie Gallenschwäche
Leberschwellung
Hämorrhoiden
Wassersucht

Vorkommen und Sammelzeit des Faulbaums

Der Faulbaum ist in ganz Europa verbreitet und fehlt nur ganz im Süden. Dabei liebt der kleine Strauch frische, wechselfeuchte und feuchte Böden, meidet aber Staunässe.

In Erlenbrüchen, Birkenmooren und Auwäldern findet man ihn häufig. Beliebt ist er aber auch als Zierpflanze in Parkanlagen und Gärten. In den Alpen wächst der Strauch auch noch in Höhen von 1.500 Metern, in Anatolien sogar in 1.700 Metern.

Sammelzeit

Die Rinde der sanft wirkenden Heilpflanze wird von Mai bis Juni gesammelt und ein Jahr (!) gelagert oder künstlich gealtert, da sie frisch giftig ist.

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