Fenchel

Bei dem beliebten Fenchel kann man einfach alles verwenden. Die fleischigen Knollen werden als Gemüse gegessen, während Samen und Wurzel als Gewürz oder Heilmittel genutzt werden. Sie helfen in Tees und Tinkturen bei Blähungen und Husten, aber auch bei Frauenbeschwerden.

In Mitteleuropa findet man die mannshohe Pflanze an warmen, trockenen Standorten verwildert, aber sie wird auch weltweit als Gemüse- und Heilpflanze angebaut.

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Fenchel: viele Namen für eine Heilpflanze

Die beliebte und weltweit verbreitete Gewürz-, Gemüse- und Heilpflanze war 2009 Arzneipflanze des Jahres.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist der Fenchel unter dem Namen Foeniculum vulgare bekannt.

Volkstümliche Namen

Köppernickel ist eine alte deutsche Bezeichnung für verschiedene würzige Doldenblütler, wie es der Fenchel ist. Der Echte Fenchel ist aber auch unter folgenden Namen im Volksmund bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Innerhalb der Gattung der Foeniculum, die zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) gehört, ist der Fenchel die einzige Pflanzenart. Die Heilpflanze unterscheidet sich je nach Verwendung und Wuchs aber in drei Varietäten:

Die Heilwirkung des Fenchels

Der Echte Fenchel ist eine viel verwendete Heilpflanze, die gut bei Husten und Blähungen helfen. Seine Inhaltsstoffe wirken:

Inhaltsstoffe

Die Pflanze ist ein gesundes Gemüse, aber auch Würz- und Heilpflanze. Die frischen Blätter enthalten 247,3 mg Vitamin-C pro 100 g. Außerdem enthält die Pflanze:

Die Anwendung des Fenchels

Fenchel sowohl als Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze beliebt und gibt Tees sowie Gerichten einen charakteristischen Geschmack. Daher wird Fenchel auch gern bei der Herstellung von Bonbons, Likör und Salami, aber auch bei Zahncremes und Seife verwendet. In Tees helfen Wurzeln und Samen gegen Blähungen sowie Husten und bereichern ihn gleichzeitig geschmacklich.

Da Fenchel Estragol und Methyleugenol enthält, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, diese Tees vorsichtshalber nicht zu oft bzw. nur in kleinen Mengen zu verwenden. Die beiden Substanzen stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Dies konnte bislang allerdings nur in Tierversuchen entdeckt werden.

Während die beiden Stoffe in Tees nur gering konzentriert sind, kommen sie im ätherischen Öl in nennenswerteren Mengen vor. Schwangere sowie stillende Mütter sollten sich daher von ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Äußerliche Anwendung

Einreibung

Auch äußerlich hilft der Fenchel gegen Blähungen und wird gern bei Kleinkindern verwendet. Dabei massiert man das ätherische Fenchelöl, welches mit einem fetten Öl verdünnt wurde, im Uhrzeigersinn auf dem Bauch ein. Ein handwarmer Fencheltee kann die Kur ergänzen.

Innerliche Anwendung

Tee

Ein gegen Blähungen wirksamer Fencheltee wird aus den Samen bereitet. Dabei mischt man ihn auch gern mit Anis und Kamille. Eine gute Mischung besteht aus 40 Gramm Anissamen, 40 Gramm Fenchelsamen und 20 Gramm Kamillenblüten.

Ein Esslöffel dieser Teemischung wird mit einer Tasse Tee aufgebrüht und 10 bis 15 Minuten ziehen gelassen. Der gefilterte Tee wird in kleinen Schlucken getrunken. Die Samen sind zudem Bestandteil vieler weiterer Teemischungen.

Einen menstruationsfördernden Tee stellt man aus Fenchelsamen, Hirtentäschelkraut, Thymian, Scharfgarbe, Beifuß, Weinraute und Ringelblumenblüten her. Stillenden Müttern wird ebenfalls empfohlen Fencheltee zu trinken, da er die Milchbildung anregt.

Tinktur

Als Bestandteil der Carminativum-Tinktur hilft die Heilpflanze ebenfalls gegen Blähungen.

Honig mit ätherischem Fenchelöl

Ein mit ätherischem Fenchelöl vermischter Honig hilft bei Kindern gegen Husten.

Bei folgenden Leiden hilft der Fenchel

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
trockener HustenBlähungen
Blähungen
Verdauungsschwäche
Appetitlosigkeit
Magenschmerzen
Schlaflosigkeit
Migräne
Asthma
Erkältungen
Halsinfektionen
Milchbildung
Geschwüre
Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden
Herzschwäche

Vorkommen und Sammelzeit des Fenchels

Der Fenchel ist eine alte Kulturpflanze, die aus dem mediterranen Gebiet stammt und in Mitteleuropa gelegentlich verwildert. Die Heilpflanze liebt warme, mäßig trockene Standorte mit nährstoff- und basenreichen Lehm- oder Lössböden.

So besiedelt sie zum Beispiel Weinbergsränder, Schuttunkrautgesellschaften und halbruderale Magerrasen. Die beliebte Heil- und Gemüsepflanze wird heute weltweit in den gemäßigten Zonen angebaut.

Sammelzeit

Vom Fenchel werden sowohl die Wurzel und die fleischige Knolle als auch die samenähnlichen Früchte genutzt. Während die Knolle als Gemüse geerntet wird, werden Wurzel und Samen im Frühherbst gesammelt und als Heilmittel verwendet.

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