Die Gattung Fingerhut bietet eine Reihe von hübschen Blumen, die nicht nur für den Einsatz als Zierpflanze, sondern auch als Heilpflanze geeignet sind.

Dabei sollte die hochgiftige Pflanze allerdings keinesfalls selbst angewendet werden.

Nur erfahrene Ärzte können die schon in geringer Menge tödlich wirkenden Wirkstoffe genau dosieren und positive Effekte bei Herzschwäche und Herzrasen hervorrufen.

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Die wichtigsten Fakten über den Fingerhut

Bei der Gattung der Fingerhüte werden drei verschiedene Arten als Heilpflanze genutzt: der Rote, der Gelbe und der Wollige Fingerhut. Alle drei sind hochgiftig und können schon beim Verzehr von zwei Blättern zum Tode führen! Alle Pflanzenteile sind stark giftig.

Im Jahre 2007 war der Rote Fingerhut Giftpflanze des Jahres. Als Hausmittel eignet sich der Fingerhut daher keinesfalls, aber in Händen von erfahrenen Ärzten ist der in ihnen enthaltene Wirkstoff ein potentes Herzmittel.

Während der deutsche Name eindeutig auf die charakteristische Form der Blüten des Fingerhuts abzielt, ist dies auch beim botanischen Gattungsnamen nicht anders. Schließlich leitet er sich vom lateinischen Wort digitus (Finger) ab.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist der Rote Fingerhut unter dem Namen Digitalis purpurea, der Gelbe Fingerhut als Digitalis lutea und der Wollige Fingerhut als Digitalis lanata bekannt.

Volkstümliche Namen

Der hübsche, aber sehr giftige Fingerhut besitzt im Volksmund aufgrund seines charakteristischen Aussehens zahlreiche Namen. So ist er auch unter folgenden Namen zu finden:

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Fingerhut ist eine Pflanzenart aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) und gehört zur Gattung der Fingerhüte (Digitalis).

Der Fingerhut als Heilpflanze

Die hochgiftige Heilpflanze wirkt bereits in geringen Mengen tödlich. In den Händen erfahrener Ärzte kann sie aber auch bei Herzschwäche eingesetzt werden. Dann wirkt sie:

Inhaltsstoffe

Die verschiedenen Fingerhutarten enthalten unter anderem:

Für die Produktion von Herzglykosiden werden in Europa die Arten Digitalis purpurea und Digitalis lanata angebaut.

Anwendung des Fingerhuts

Äußerliche Anwendung

Wunden

In der Volksheilkunde wurden Abkochungen der Fingerhutblätter als Umschlag genutzt, um die Heilung von Wunden zu fördern.

  • Zu Allergien neigende Menschen können beim Hautkontakt mit den Fingerhutwirkstoffen allergische Reaktionen wie Hautausschläge bekommen.

Innerliche Anwendung

Herzmittel

Aufgrund der Giftigkeit der Pflanze wird sie ausschließlich zur Behandlung von Herzerkrankungen eingesetzt. Die herzwirksamen Digitalis-Glykoside werden in Fertigpräparaten verwendet und sollten auf keinen Fall als Tee oder Tinktur ausprobiert werden.

Die sogenannten Digitalispräparate, die auch in der Schulmedizin anerkannt sind, wirken dreifach: So stärken sie einerseits das Herz, verlangsamen die Herzfrequenz und verzögern andererseits die Erregungsüberleitung des Herzens. Beim Einsatz gegen Herzinsuffizienz braucht man meist alle drei Wirkungen.

Daher ist der Fingerhut so wertvoll. Allerdings sammeln sich die Digitalis-Wirkstoffe im Körper an. Stets gleich dosierte Digitalis-Präparate würden also schnell zu Überdosierungsproblemen und Vergiftungserscheinungen führen. Für eine Heilwirkung muss man sich daher genau an die vom Arzt verschriebenen Dosierungen halten.

Da die herzwirksamen Effekte erst bei einer relativ hohen Dosis, die recht dicht an der giftigen Dosis liegt, anfangen zu wirken, sind Vergiftungen durch die Einnahme von Digitalis-Präparaten nicht selten. Vergiftungen durch wilde Pflanze kommen dagegen kaum vor, da die Blätter bitter schmecken.

Bei folgenden Leiden hilft der Fingerhut

innerliche Anwendungäußerliche Anwendung
HerzschwächeWunden
Herzasthma
Herzinsuffizienz
Kurzatmigkeit
Migräne

Vorkommen und Sammelzeit des Fingerhuts

Die Gattung der Fingerhüte ist in Europa, Nordafrika sowie im westlichen Asien heimisch. In Deutschland findet man diese drei Arten: den Großblütigen, den Gelben sowie den Roten Fingerhut. Darüber hinaus ist auch der Wollige Fingerhut als Neophyt zu finden.

Der Rote Fingerhut tritt verwildert in ganz Deutschland auf. Er liebt Kahlschläge, Waldwege und Waldlichtungen.

Dabei bevorzugt die Gift- und Heilpflanze frischen, sauren, kalkarmen, lockeren und humusreichen Boden in sonniger bis halbschattiger Lage. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird die Art auch als Zierpflanze in Gärten und Parks genutzt.

Sammelzeit

Die Fingerhutblätter dürfen und sollten aus zwei Gründen nicht gesammelt werden:

  • Erstens ist die Giftpflanze sehr gefährlich und schon zwei Blätter können tödlich wirken. Zweitens steht die Heilpflanze unter Naturschutz und das Sammeln ist daher untersagt.

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