Schierling

Früher wurde der Gefleckte Schierling als Beruhigungs- und Schmerzmittel, aber auch als Giftpflanze eingesetzt. So tötete man im Altertum Sokrates mit einem aus der Pflanze gewonnenen Trunk.

Heute wird die stark giftige Pflanze nur in homöopathischen Dosen oder als Fertigpräparat angewendet und hilft so bei verschiedenen Frauen- und Männerkrankheiten.

Wer Wiesen-Kerbel oder andere weiß blühende Doldenblütler sammelt, sollte aufpassen, dass er diesen nicht mit dieser sehr ähnlich aussehenden Pflanze verwechselt.

Vitaminbedarf ermitteln

pfeil
herz

Gefleckter Schierling: eine geschichtsträchtigte Pflanze

Neben dem Wasserschierling und der Hundspetersilie gehört der Gefleckte Schierling zu den giftigsten Arten der Doldengewächse. So wurden im Altertum mithilfe eines Tranks aus seinen Früchten und Wurzeln schon der griechische Philosoph Sokrates und viele weitere zum Tode verurteilte Personen hingerichtet.

Der Namenszusatz 'Gefleckt' geht auf die charakteristischen Flecken im unteren Bereich des Stieles zurück. Dies ist neben dem intensiven Geruch nach Mäuseharn ein gutes Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen weiß blühenden Heilpflanzen aus der Familie der Doldenblütler.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist die Art unter dem Namen Conium maculatum bekannt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund sind keine weiteren Namen für die Giftpflanze bekannt.

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Gefleckte Schierling gehört innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) zur Unterfamilie der Apioideae sowie zur Gattung der Schierlinge (Conium).

Die Heilwirkung des Gefleckten Schierlings

Der Gefleckte Schierling ist eine starke Gift- und Heilpflanze, die nur in Fertigpräparaten und homöophatischen Dosen verwendet werden darf. Früher diente sie auch als Beruhigungs- und Schmerzmittel.

Inhaltsstoffe

Die gesamte Pflanze ist tödlich giftig. Besonders stark konzentriert sind die Gifte in den unreifen Samen. Folgende giftigen Alkaloide sind in der Gift- und Heilpflanze enthalten:

Anwendung des Gefleckten Schierlings

  • Der Gefleckte Schierling ist hochgiftig und darf nur als verschriebenes Fertigpräparat oder in homöophatischen Dosen angewendet werden.

Die Gift- und Heilpflanze führt zu schweren Vergiftungen, die sich zunächst durch Brechreiz, Verlust des Sprech- und Schluckvermögens sowie Muskelkrämpfe äußern und schließlich bis zum Tod durch Atemlähmung führen können.

Im Altertum diente die Pflanze zur Hinrichtung von Verurteilten.

So musste auch Sokrates den Trunk aus Schierling einnehmen und starb daran.

Innere Anwendung

Homöopathie

Unter dem Namen Conium Macalatum wird der Schierling in der Homöopathie gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt. Häufig wird er dabei in den Potenzen D6 bis D12 genutzt und hilft zum Beispiel gegen Probleme mit Schwellungen der Lymphknoten, der Brüste oder der Prostata. So können Frauenkrankheiten wie Myome oder Brustschwellungen sowie Männerkrankheiten wie Prostatabeschwerden gelindert werden.

Bei folgenden Leiden hilft der Schierling

Innerliche Anwendungen (homöopathisch ab D4)
Lymphknotenschwellungen
Brustknoten
Geschwollene Brüste
Myom
Prostatabeschwerden
Prostataschwellung
Muskelschwäche
Schwindel
Gedächtnisschwäche
Lichtempfindlichkeit
Mastopathie
Nachtschweiß
Schweißausbrüche

Vorkommen und Sammelzeit des Schierlings

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Gefleckten Schierlings umfasst neben Europa auch Asien und Nordafrika. Als Neophyt ist er aber auch in Nord- und Südamerika sowie in Neuseeland vorhanden.

Die Gift- und Heilpflanze findet man auf typischen Brachflächen, an Ackerrainen und Straßenrändern sowie gelegentlich auf Rübenäckern. Dabei bevorzugt sie tiefgründige, nährstoffreiche Lehmböden und wird als Stickstoffanzeiger genutzt.

Aufgrund vieler Todesfälle beim Nutzvieh wurde der Schierling durch Landwirte vielerorts gezielt beseitigt.

Sammelzeit

Das Kraut der Pflanze sollte aufgrund seiner Giftigkeit nicht gesammelt werden. Es sollten nur Fertigpräparate und homöophatische Dosen angewendet werden.

  • Die Giftpflanze kann leicht mit anderen Heilpflanzen verwechselt werden. Insbesondere die ähnlich aussehenden Doldengewächse wie der Wiesen-Kerbel, die Schafgarbe oder die Petersilie führen zu Verwechslungen.

Klare Unterscheidungsmerkmale sind jedoch der starke Mäusegeruch, die rötlichen Flecken am unteren Bereich der Stiele und die geteilten Blätter.

Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant