Heilpflanze Giersch

Während Giersch bei den meisten Gartenbesitzern als lästiges Unkraut angesehen wird, schätzten ihn die Menschen im Mittelalter als 'nützliche' Pflanze. Bereits in der Steinzeit dürften unsere Vorfahren die Heilpflanze als gesundes Nahrungsmittel genutzt haben.

Im Mittelalter verwendete man es dagegen auch gegen Rheuma und Gicht. In einigen Königshäusern war es in Suppen sehr beliebt. Frische Triebe sollte man roh probieren oder wie Spinat verwenden, um eine leckere Speise zu bereiten.

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Giersch - nicht nur ein Unkraut

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist der Giersch unter dem Namen Aegopodium podagraria bekannt. Dabei leitet sich der Name Aegopodium von den griechischen Wörtern für Ziege (= aigeos) und Füßchen (= pous/podos) ab, da die Kronblätter einem Ziegenfuß ähneln. Der Zusatz verweist auf die Jahrhunderte alte Verwendung bei Gicht (Podagra).

Volkstümliche Namen

Da die Blätter dem Holunder, auch Hollerbusch genannt, ähneln, wird der Giersch auch Wiesenholler oder Erdholler genannt. Die Namen Podagrakraut und Zipperleinskraut oder Zipperlikraut verweisen darauf, dass Giersch gern gegen Gicht eingesetzt wird. Weiterhin ist die Heilpflanze im Volksmund auch unter folgenden Namen bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Giersch gehört zur gleichnamigen Pflanzengattung (Aegopodium) sowie zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Die Heilwirkung des Gierschs

Jahrhundertelang wurde die Heilpflanze gegen Gicht, Rheuma und Arthritis eingesetzt. Sie soll

wirken. In neuen Arzneibüchern wird der Giersch allerdings nicht mehr geführt, weil keine für die oben genannten Krankheiten wirksamen Inhaltsstoffe gefunden werden konnten.

Inhaltsstoffe

Der Giersch ist ein gesundes Gemüse sowie eine Heilpflanze. Die Blätter enthalten viel:

Anwendung des Gierschs

Schon im Mittelalter wurde Giersch als 'nützliche' Gemüse- und Heilpflanze angesehen. Junge Blätter können roh als Salat gegessen und ältere wie Spinat zubereitet werden. Geruch und Geschmack erinnern dabei ein wenig an Spinat oder Petersilie.

Äußerliche Anwendung

Badezusatz

Für einen Badezusatz übergießt man zwei Esslöffel getrocknetes Kraut mit 250 ml heißem Wasser und lässt den Aufguss fünf Minuten ziehen. Im Sitzbad verwendet hilft er gegen Hämorrhoiden.

Umschläge

Bei Gicht und Rheuma legt man das frische, zerquetschte Kraut als Umschlag auf die betroffenen Körperstellen. Hilfreich ist das zerquetschte Kraut auch bei Insektenstichen. So kann man auch Kraut, das man am Wegesrand findet, bei Wanderungen oder Ausflügen nutzen.

Innerliche Anwendung

Tee

Bei Gicht und Rheuma soll ein Tee aus Giersch helfen. Wie beim Badezusatz gießt man zwei Esslöffel mit 250 ml heißem Wasser auf und lässt ihn fünf Minuten ziehen, bevor man ihn trinkt. Im Frühjahr kann man auch eine reinigende Kur mit frischen Trieben machen. Die Mengenverhältnisse sind wie beim getrockneten Kraut.

Frischsaft

Für eine Frühjahrskur kann man aber auch den Frischsaft nehmen. Dazu wird der Saft aus den frischen Trieben gepresst und im Verhältnis 1:5 mit Mineralwasser oder Buttermilch verdünnt. Während der zehntägigen Kur nimmt man am ersten Tag einen Esslöffel, am zweiten Tag 2 Esslöffel, usw. Die Kur soll entschlagen, entgiften und den Stoffwechsel anregen. Aber Vorsicht, denn zu viel Frischsaft verursacht Durchfall.

Frische Triebe

Die frischen Triebe können im Frühjahr auch als Salat oder Spinat gegessen und so als Entschlackungskur verwendet werden.

Bei folgenden Leiden hilft der Giersch

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
BlasenentzündungHämorrhoiden
DurchfallGicht und Rheuma
VerdauungsschwächeInsektenstiche
Skorbut
Übergewicht

Vorkommen und Sammelzeit des Gierschs

Der Giersch kommt in fast ganz Europa vor und wurde in Nordamerika vom Menschen eingeführt. Er gedeiht auf stickstoffreichen Böden prächtig und wird in Gärten häufig zum lästigen Unkraut, das man aber auch essen kann. In der Natur kommt er an schattig-feuchten Gebüschen und in Wäldern vor. Im Mittelalter wurde sie als Heil- und Gemüsepflanze in Bauern- und Klostergärten angebaut.

Sammelzeit

Die Blätter des großen, weitverbreiteten Doldenblütlers werden von April bis Juli gesammelt und frisch oder getrocknet verwendet.

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