Heilpflanze Heidelbeeren

Unter der Bezeichnung Heidelbeeren sind - verteilt über die nördliche Erdhalbkugel - mehr als 450 Arten beheimatet. Die meisten davon werden als Beerenobst verwendet, einige Sorten sind aber auch wegen ihrer medizinischen Wirkung als Heilpflanze bekannt.

Die in vielen Regionen Deutschlands im Wald wachsenden „wilden“ Heidelbeeren haben ein blau gefärbtes Fruchtfleisch. Es färbt nicht nur die Hände beim Pflücken, sondern auch die Zähne.

Diese Heidelbeeren haben nicht nur einen besonders aromatischen Geschmack, sie besitzen außerdem Eigenschaften, die sich positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Bei den großbeerigen Heidelbeeren aus Kulturen sitzt die blaue Farbe hingegen nur in der Schale.

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Wissenschaftlicher Name

Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) kommen aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) und gehören zur Unterfamilie Vaccinioideae.

Volkstümliche Bezeichnung

Je nach Region sind sie auch unter folgenden Namen bekannt:

Gattung/Pflanzenfamilie

Die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).

Die Heilwirkung von Heidelbeeren

Heidelbeeren schmecken frisch besonders köstlich. Sie besitzen aber auch Inhaltsstoffe, denen eine positive Wirkung zugesprochen wird und die sie als Heilpflanze auszeichnen:

Dies gilt allerdings nur für die in Europa vorkommenden Sorten und nicht für die Kulturheidelbeere. Sie stammt von der Amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) und anderen Arten ab.

Diese Inhaltsstoffe bietet die Heilpflanze:

Gerbstoffe:

Anwendungsbereiche der Heidelbeeren als Heilpflanze

Die alten Römer kannten die Heilwirkung von Blaubeeren ebenso wenig wie die Griechen. In Europa ist ihre positive Wirkung jedoch schon lange bekannt.

Auch wenn die Menschen die genauen Zusammenhänge nicht kannten, wussten sie doch um die Wirkung der Heilpflanze. In der Volksmedizin werden Heidelbeeren schon lange geschätzt. Heidelbeeren bieten frisch verzehrt besonders viel Vitamin C.

Innerliche Anwendung:

Tee, getrocknete Beeren

Heidelbeeren werden bevorzugt bei Durchfall, Magenbeschwerden oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt. Die Heilpflanze lindert die Beschwerden aufgrund ihrer Gerbsäure und ihres natürlichen Gehalts an Salicylsäure, die in den Fruchtsäuren steckt. Auch Hämorrhoiden lassen sich sehr gut mit innerlich angewendeten Heidelbeeren behandeln.

Ein weiteres bekanntes Anwendungsgebiet für die Heilpflanze sind Augenerkrankungen sowie Mund- und Rachenerkrankungen, wie eine entzündete Mundschleimhaut oder Halsschmerzen bei einem grippalen Infekt. Bei diesem ist auch der hohe Vitamin C-Gehalt der Heidelbeere vorteilhaft.

Die Blätter der Heidelbeerpflanze wirken bei Diabetes blutzuckersenkend. Sie sollten jedoch nicht ohne Befragen eines Arztes verwendet werden, da sie die Wirkung von Medikamenten verändern können.

Zur Vorbeugung einer Arteriosklerose können Heidelbeeren ebenfalls verwendet werden. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 20-30g getrocknete Beeren und sollte immer beachtet werden.

Äußerliche Anwendung:

Tinktur, Salbe

Die Beeren können als Tinktur oder Pulver bei Hauterkrankungen äußerlich angewendet werden. Die Heilpflanze wird dazu für mindestens 30 Minuten gekocht, sodass eine 10%-ige Abkochung entsteht. Diese wird über einen Umschlag auf die betroffene Stelle gebracht.

In der Apotheke sind Salben mit den Wirkstoffen der Heidelbeere erhältlich.

Heidelbeeren helfen bei diesen Beschwerden:

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
DurchfallHauterkrankungen
Magen- und Darmbeschwerden
Hämorrhoiden
Mund- und Rachenerkrankungen
(z.B. entzündete Mundschleimhaut, Halsschmerzen)
Diabetes

Vorkommen und Sammelzeit

Die Pflanze wächst vor allem in den nordischen Regionen von Europa und Asien. Der Lebensraum der Heilpflanze kann bis in Höhen von 2000 Metern reichen, solange sie dort die passenden Bedingungen vorfindet. Sie liebt einen humosen und ebenso nährstoff- wie basenarmen Boden und steht vor allem in Nadelwäldern oder Moor- und Bergheiden.

Heidelbeeren sind unempfindlich gegen Frost. Auch wenn der obere Teil der Pflanze erfriert, treibt sie dank ihrer langen und tief in die Erde reichenden Wurzeln im nächsten Frühling wieder aus.

Heidelbeeren wachsen an 10 bis 60 cm hohen Sträuchern, die bis zu 30 Jahre alt werden können. Die eurasische Heidelbeere besitzt sowohl in der Schale wie im Fruchtfleisch Anthocyane, die die ganze Beere blau färben. Dieser blaue Farbstoff ist zusätzlich ein Teil der positiven Wirkung der Heilpflanze auf den Organismus des Menschen.

Die Erntezeit für wildwachsende Heidelbeeren ist von Juni bis August.

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