Heilpflanze Hopfen

Der Echte Hopfen ist vielen vor allem als Bestandteil des Bieres bekannt. Hier entfaltet er mit seinen Bitterstoffen seine konservierende und bakterientötende Wirkung, wirkt aber auch beruhigend.

Diese Effekte kann man aber nicht nur in Form von Bier, sondern auch als Tee, Tinktur und Dragee nutzen. Frische Hopfensprossen sind zudem ein echter kulinarischer Genuss.

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Hopfen - nicht nur nützlich beim Bierbrauen

Der Hopfen ist jedermann durch seine Verwendung beim Bierbrauen bekannt. Schon im frühen Mittelalter wurde der Hopfen zur Bierherstellung genutzt. Ursprünglich war er vor allem aufgrund seiner Bitterstoffe wichtig. Diese trugen dank der bakteriziden Wirksamkeit entscheidend zur Haltbarkeit des Biers bei. Darüber hinaus wirkt er beruhigend und schaumstabilisierend.

Auch Hildegard von Bingen schätzte die antiseptische Kraft des Hopfens und schrieb im Jahr 1153 vom Hopfen: 'Seine Bitterkeit verhindert die Fäulnis'. Eine interessante Anwendung des Hopfens ist diejenige, die man in alten Bibliotheken nutzt.

Hier dienen die Zapfen hinter den Büchern ausgelegt als Schutz vor Feuchtigkeit und Ungeziefer. So regulieren sie die Luftfeuchtigkeit und die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle vertreiben Insekten.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist der Echte Hopfen unter dem Namen Humulus lupulus bekannt.

Volkstümliche Namen

Der Echte Hopfen ist im Volksmund auch unter folgenden Namen bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Echte Hopfen ist eine Pflanzenart der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) und der Gattung Hopfen (Humulus).

Die Heilwirkung des Hopfens

Die Fruchtzapfen des Hopfens wirken:

Inhaltsstoffe

Die Heilpflanze enthält hauptsächlich:

Anwendung des Hopfens

Die Hopfenzapfen, also die vollständig ausgebildeten weiblichen Blütenstände und deren Drüsenhaare (Hopfendrüsen) werden pharmazeutisch genutzt. Die Drüsenhaare gewinnt man durch das Ausklopfen der Zapfen.

Die Heilpflanze ist in den meisten Beruhigungstees enthalten, da sie entspannende Wirkstoffe enthält. Zudem wirkt der Hopfen aufgrund seiner speziellen Bitterstoffe bakterientötend. Dank der beruhigenden Eigenschaften und der Bitterstoffe eignet er sich auch bei nervösen Verdauungsbeschwerden und regt die Verdauung an.

Die in der Heilpflanze enthaltenen Phyto-Östrogene helfen außerdem gegen Wechseljahrsbeschwerden, indem sie das schwindende Östrogen etwas ausgleichen. Allerdings ist in der Anfangsphase der Wechseljahre meist ein relativer Östrogen-Überschuss vorhanden. Dann ist der Hopfen eher ungeeignet.

Die östrogenähnlichen Stoffe können im Übermaß genossen jedoch zum typischen Bierbauch führen. Daher sollte man Hopfen eher sparsam einsetzen, wenn man zum dicken Bauch neigt.

Innerliche Anwendung

Tee

Einen Hopfentee stellt man aus einem Teelöffel Hopfenzapfen und einer Tasse kochendem Wasser her. Nach fünf bis zehn Minuten wird der Tee gefiltert und sollte in kleinen Schlucken am besten in ruhiger Umgebung getrunken werden.

Besonders gern wird Hopfen in Beruhigungstees verwendet. Hier ist er ein wichtiger Bestandteil und schmeckt etwas bitter, wirkt aber entspannend und hilft beim Einschlafen. Außerdem hilft er wie oben beschrieben gegen Östrogenmangel.

Dragees

Im Handel werden neben Tees und Tinkturen vor allem Dragees angeboten.

In der Küche

Die frischen, zarten Hopfensprossen sind eine köstliche Delikatesse, die wie Spargel zubereitet werden können. Dabei werden sie nur kurz (ein bis zwei Minuten) in Salzwasser gekocht oder gedämpft.

Bei folgenden Leiden hilft der Hopfen

innerliche Anwendungen
Fieber
Magenkrämpfe
nervöse Magenbeschwerden
Darmkrämpfe
Verstopfung
Blasensteine
Blasenentzündung
nervöse Herzbeschwerden
Herzklopfen
Schlafstörungen
nervöse Unruhe
Angstzustände
Migräne
Menstruationsstörungen
Wechseljahresbeschwerden
Haarausfall
Wunden
Furunkeln

Vorkommen und Sammelzeit des Hopfens

Die kletternde Nutz- und Heilpflanze kommt in ganz Mitteleuropa recht häufig vor und wird in vielen Regionen für die Bierherstellung angebaut. Der Echte Hopfen wächst in seiner Wildform bevorzugt an stickstoffreichen Standorten mit hoher Bodenfeuchte.

Daher liebt er Auwälder, wächst aber auch an trockeneren Waldrändern sowie in Gebüschen. Dank des weitverbreiteten Wurzelwerks treibt er gut aus und kann als Schlingpflanze auch recht große Pflanzen abwürgen. Dann ist er schwer zu beseitigen.

Sammelzeit

Die Fruchtzapfen werden im Spätsommer geerntet.

Im Frühjahr (je nach Witterung während zwei bis drei Wochen im März oder April) kann man zudem die jungen Hopfensprossen sammeln und wie Spargel nutzen.

  • Frische Hopfenzapfen können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auf der Haut auslösen (Hopfenpflückerkrankheit).

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