Heilpflanze Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse wächst in vielen Gärten und auf Balkons, da sie wunderschön leuchtende Blüten besitzt. Sowohl Blüten als auch Blätter sind zudem essbar und stellen ein wirksames, natürliches Antibiotikum dar, das schon von den Inkas geschätzt wurde.

Um von den Wirkstoffen der Heilpflanze zu profitieren, isst man sie am besten in Salaten oder auf dem Butterbrot. Nutzbar sind aber auch die Knospen und jungen Samen, die wie Kapern eingelegt werden können.

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Die Kapuzinerkresse - farbenprächtig und heilend

Die Heilpflanze besitzt aufgrund ihrer Senfölglycoside einen scharfen Geschmack. Dies führte auch zur Namensgebung bei Kressen. Im Althochdeutschen bedeutet 'cresso' so viel wie 'scharf'.

Der Sporn der Blüte erinnert an die Kapuzen von Mönchskutten und sorgten so für den endgültigen Namen Kapuzinerkresse. Der botanische Gattungsname Tropaeolum leitet sich dagegen vom griechischen Wort Tropaion ab. Dieses antike Siegessymbol bezeichnete, ein Gerüst, welches mit den Waffen der besiegten Gegner behängt war.

Da die Form der Blätter den Namensgeber, Carl von Linné, an einen Schild und die Blüten an einen Helm erinnerten, wählte er diesen botanischen Namen. Um auf die medizinische Wirkung der Großen Kapuzinerkresse aufmerksam zu machen, war sie im Jahr 2013 Arzneipflanze des Jahres. Dabei wurde vor allem auf die in der Pflanze enthaltenen, antibiotisch wirksamen Senföle verwiesen.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die Große Kapuzinerkresse unter dem Namen Tropaeolum majus geführt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund wird die Pflanze aufgrund ihrer essbaren Blüten und Blätter auch als Salatblume bezeichnet. Darüber hinaus ist sie auch unter folgenden Namen bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Die Große Kapuzinerkresse gehört zur Gattung der Kapuzinerkressen (Tropaeolum) und zur Familie der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae).

Die Heilwirkung der Kapuzinerkresse

Die Blätter und Blüten der Heilpflanze wirken:

Inhaltsstoffe

Die Kapuzinerkressenblätter und -blüten enthalten:

Anwendung der Kapuzinerkresse

Die Heilpflanze wird vorwiegend in der Küche und innerlich genutzt. Ihr angenehm scharfer Geschmack ist ideal um Salate zu würzen. Man kann die Blüten und Blätter aber auch einfach auf das Butterbrot legen und genießen.

Ein breit wirksames Wirkungsfeld gegen verschiedene Bakterien sowie die viren- und pilzhemmenden Eigenschaften machen die Kapuzinerkresse zu einem wichtigen natürlichen Antibiotikum. Das durch enzymatische Spaltung entstehende Benzylsenföl bieten neben Ascorbinsäure, Flavonoiden und Carotinoiden gute Behandlungsmöglichkeiten gegen Bronchitiden, Sinusitiden sowie Infekte der ableitenden Harnwege.

Die schleimlösenden Eigenschaften machen die Heilpflanze auch gut gegen Husten und Bronchitis geeignet, während die harntreibenden Effekte in Kombination mit der oben erwähnten antibiotischen Wirkung die Behandlung von Problemen des Harnapparates unterstützen.

Äußerliche Anwendung

Kapuzinerkressenblätter

Die Pflanze wird nur gelegentlich äußerlich auch als durchblutungsförderndes Mittel eingesetzt. So hilft sie bei leichten Muskelschmerzen und Prellungen.

Innerliche Anwendung

Kapuzinerkressenblätter, -blüten, -samen und -knospen

Die Blätter und Blüten der Heilpflanze werden ausschließlich roh verwendet, um die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zu zerstören. Am besten genießt man die Pflanzenteile in einem Salat oder garniert Speisen mit den hübschen Blüten.

Die Pflanzenteile können aber auch einfach zwischendurch gepflückt und pur gegessen werden, um von den gesundheitlichen Effekten zu profitieren. Neben Blättern und Blüten können auch Knospen und unreife Samen als Gewürz genutzt werden. Sie eignen sich aber auch dazu, mariniert oder in Essig eingelegt wie Kapern verwendet zu werden.

Pharmazeutisch können neben den frischen auch die getrockneten Pflanzenteile genutzt werden.

Bei folgenden Leiden hilft die Kapuzinerkresse

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
Hustenleichte Muskelschmerzen
BronchitisPrellungen
Hals- und Rachenentzündungen
schwaches Immunsystem
Infekte des Harnapparates
Verstopfung

Vorkommen und Sammelzeit der Kapuzinerkresse

Die Große Kapuzinerkresse ist eine Hybride, dessen unklare Elternarten aus dem westlichen Südamerika stammen. Dort wuchsen sie in Auen sowie anderen feuchten Stellen und wurden bereits von den Inka als Schmerz- und Wundheilmittel genutzt.

Heute wächst die Heilpflanze verwildert in den gemäßigten Breiten und wird gern als Zierpflanze in Gärten gepflanzt. Dabei gibt es hängende und kletternde Sorten, die weit wuchern und mit ihren hübschen Blüten auffallen.

Sammelzeit

Sobald die Pflanzen ausreichend groß sind, können Blätter und Blüten geerntet werden. Die Hauptsammelzeit liegt zwischen Juni und August. Vor und nach der ausdauernden Blüte können auch die Knospen und frischen Samen als Gewürz geerntet werden.

Der Anbau der Kapuzinerkresse

Aufgrund ihrer leuchtend roten, orangefarbenen oder gelben Blüten wird Kapuzinerkresse besonders gern im Garten angebaut. Viele Gärtner schätzen allerdings auch die Wirkung der Heilpflanze und sind deswegen um eine besonders reiche Ernte bemüht.

Wer die Kresse im heimischen Garten anbauen will, muss dabei ein paar Dinge beachten. Welche das sind, soll im Folgenden genauer erklärt werden.

Standort

Die Heilpflanze mag Standorte, die im Halbschatten liegen. Wichtig ist, dass es die Kresse kühl hat, da Hitze das Wachstum der Pflanze stoppt. Dennoch verträgt sie es auch, wenn sie gelegentlich etwas Sonne abbekommt.

Boden

Hobby-Gärtner, die die farbenfrohe Kresse anbauen wollen, sollten darauf achten, dass der Boden locker und leicht ist. Nährstoffe und Feuchtigkeit begünstigen das Wachstum der Heilpflanze zusätzlich. Wenn der Boden sehr sandig ist, kann es sein, dass sich die Kresse nicht richtig entwickeln kann. Diesem Problem kann mithilfe von Kompost oder Humus entgegengewirkt werden.

Sorten

Die Kapuzinerkresse unterteilt sich in rund 90 verschiedene Arten, die sich vor allem im Hinblick auf die Farben ihrer Blüten voneinander unterscheiden. Die Pflanze wird weltweit angebaut. In Südamerika hat sie einen verhältnismäßig großen Stellenwert, da sie hier ganz gezielt als Nahrungspflanze verwendet wird.

Aussaat

Der perfekte Zeitpunkt für die Aussaat der Kapuzinerkresse ist Ende Mai. Es handelt sich bei der Heilpflanze um einen sogenannten Dunkelkeimer. Das bedeutet, dass die einzelnen Samen etwa 2 cm tief mit dem Finger in die Erde gedrückt werden müssen. Schon nach ein bis zwei Wochen sind dann die ersten Keimblätter sichtbar. Innerhalb kürzester Zeit entwickeln sich diese zarten Sprösse dann zu einer weitläufigen Pflanze.

Anbau im Topf

Um die Kapuziner-Pflänzchen vorzuziehen, sollten sie bereits im März in Blumentöpfen oder –kästen auf dem Balkon oder der Fensterbank ausgesät werden. Wer möchte, kann für den Anbau im Topf eine spezielle Erde verwenden. Wichtig ist, dass die Kresse nicht übergossen wird.

Gießen und Düngen

Da die Kapuzinerkresse sehr anspruchslos ist, benötigt sie weder übermäßig viel Wasser noch Dünger. Beim Gießen muss unbedingt darauf geachtet werden, dass Staunässe vermieden wird. Wasser sollte also eher sparsam eingesetzt werden. Dennoch darf die Erde nie ganz trocken sein.

Auch Dünger wird von der Kresse nur selten benötigt. Im Gegenteil: Wird die Pflanze zu stark gedüngt, kann es passieren, dass sie keine Blüten trägt!

Schädlinge

Die Heilpflanze Kapuzinerkresse ist extrem anfällig für die schwarze Blattlaus. Kaum eine andere Pflanze wird so häufig von dem lästigen Schädling heimgesucht. Wer die Blattläuse bekämpfen und dabei gleichzeitig die Pflanze schonen will, sollte in erster Linie auf natürliche Mittel zurückgreifen.

Bewährte Hausmittel zur Bekämpfung von schwarzen Blattläusen sind unter anderem:

  • Da sich Blattläuse von Kapuzinerkresse angezogen fühlen, kann die Heilpflanze auch gezielt eingesetzt werden, um andere Pflanzen von den Schädlingen zu befreien.

Kapuzinerkresse kaufen

Wem der Anbau der Heilpflanze zu aufwendig ist, der kann die Kresse auch in verschiedenen Formen kaufen. Frische Kapuzinerkresse ist verhältnismäßig selten erhältlich. Wer sich dennoch auf die Suche machen will, wird am ehesten in Gartenmärkten oder Feinkostgeschäften fündig. Vor dem Kauf muss aber unbedingt kontrolliert werden, ob die Pflanze frei von Blattläusen ist.

Wer die Kresse als Heilpflanze nutzen will, hat außerdem die Möglichkeit, verschiedene Tabletten und Dragees mit den Inhaltsstoffen der Kapuzinerkresse zu kaufen.

Der Nachteil dieser Produkte ist, dass sie sehr teuer sind.

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