Heilpflanze Kartoffel

Die Kartoffel ist vor allem eine nahrhafte Nutzpflanze, die weltweit geschätzt wird und vielen Menschen als Hauptnahrungsmittel diente bzw. dient.

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Heilpflanze sind aber auch für die Volksmedizin interessant und sie werden bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt. Besonders die magenschonende und beruhigende Wirkung wird bei Magen- und Darmbeschwerden geschätzt. Der Kartoffelsaft findet darüber hinaus aber auch äußerlich bei Verletzungen und Geschwüren Anwendung.

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Die Kartoffel - der Heiler aus dem Erdreich

Die aus den südamerikanischen Anden stammende Kartoffel gelangte erst im 16. Jahrhundert nach Europa und entwickelte sich dort zu einem der wichtigsten Hauptnahrungsmittel. Dabei wurde die Kartoffel zunächst vor allem als Zierpflanze geschätzt, schließlich sind ihre zarten Blüten hübsch anzusehen.

Botanisch gesehen ist die Kartoffel nah mit der Tomate, dem Tabak und dem Paprika verwandt. Den Namen leitet sie allerdings vom italienischen Wort tartufolo ('Trüffel') bzw. aus dem Lateinischen terrae tuber ('Erdknolle') ab.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die Kartoffel unter dem Namen Solanum tuberosum geführt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund sind zahlreiche Namen für die Kartoffel bekannt. Darunter werden viele nur regional begrenzt verwendet:

  • Erdapfel
  • Erdtoffel
  • Erdbirne
  • Arber
  • Ärpel
  • Bramburi
  • Flezbirn
  • Grundbirn
  • Grübling
  • Knulle
  • Tüffel
  • Pipper
  • Potacken oder Bodaggn
  • Gromper
  • Krumpern
  • Schrumpern
  • Grombiera
  • Herdäpfel
  • Eachtling
  • Krumbiir oder Krumbeer
  • Grumbeere oder Grumbiere
  • Nudel
  • Schucke
  • Bulwe
  • Kästen
  • Erpfel
  • Äädappel
  • Tüfte

Gattung / Pflanzenfamilie

Die Kartoffel gehört innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) zur Gattung der Nachtschatten (Solanum).

Die Kartoffel als Heilpflanze

Die Knollen der Kartoffel sind nicht nur ein gesundes Gemüse, sondern besitzen auch heilsame Kräfte.

Sie wirken:

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe der Kartoffeln schwanken je nach Anbaugebiet, Klima und Sorte. Durchschnittlich enthalten Speisekartoffeln gemäß der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) pro 100 g essbarer Substanz:

Die wichtigsten Wirkstoffe der Heilpflanze befinden sich direkt unter der Schale. Daher sollte die Kartoffel am besten ungeschält gekocht werden.

Anwendung der Kartoffel

Äußerliche Anwendung - Kartoffelsaft

In der Volksmedizin wird der Kartoffelsaft äußerlich bei Verletzungen oder Geschwüren verwendet. Dazu werden Umschläge bereitet.

Innerliche Anwendung

Kartoffelsaft

Innerlich verwendet die Volksmedizin den Kartoffelsaft bei Magenbeschwerden.

Tees und Tinkturen

Die Heilpflanze wird aber auch in Form von Tees und Tinkturen verwendet und hilft so bei Kreislaufbeschwerden, Stoffwechselproblemen, Rheuma, Wasseransammlungen, Magen- und Darmentzündungen sowie bei Beschwerden im Bereich der Bauchspeicheldrüse.

In der Küche

Selbstverständlich werden die nahr- und schmackhaften Knollen auch gern in der Küche verwendet und dienen als Beilage zu vielen Gerichten. Die große Vielfalt an Zubereitungsmöglichkeiten macht die Kartoffel dabei so beliebt.

Um möglichst viel von den wertvollen Inhaltsstoffen zu genießen, sollte man sie am besten ungeschält verwenden (zum Beispiel bei Backkartoffeln) oder mit der Schale kochen (Pellkartoffeln).

Bei folgenden Leiden hilft die Kartoffel

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
DarmentzündungenVerletzungen
MagenentzündungenGeschwüre
Sodbrennen
Verstopfung
Kreislaufbeschwerden
Durchblutungsstörungen
Stoffwechselprobleme
Rheuma
Wasseransammlungen
Beschwerden der Bauchspeicheldrüse
Halsschmerzen
Sehnenscheidenentzündungen
Bauchschmerzen
Krämpfe
Blasenentzündung
Kopfschmerzen
Skorbut

Vorkommen und Sammelzeit der Kartoffel

Die ursprüngliche Heimat der Kartoffel liegt in den südamerikanischen Anden. Im Ursprungsland Peru gibt es noch heute viele wilde Sorten. Seit etwa 7.000 Jahren wird die Nutz- und Heilpflanze aber auch angebaut und stellt für viele Menschen das Hauptnahrungsmittel dar.

Irgendwann im 16. Jahrhundert gelangte die Kartoffeln durch die Spanier über die Kanaren nach Europa und später in andere Regionen der Welt. Dank der Anpassungsfähigkeit der Kartoffeln werden sie heute nahezu weltweit angebaut.

Sammelzeit

Je nach Sorte und Anbauzeit wird die Knolle zwischen Juni und Oktober geerntet und weiterverarbeitet.

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