Heilpflanze Kren

Das Wurzelgewächs Meerrettich ist vor allem im süddeutschen und österreichischen Gebiet unter dem Namen Kren bekannt. Es findet Verwendung in der Küche und wird hier vorrangig als Würze oder Gemüse eingesetzt.

Was viele gar nicht wissen: Kren eignet sich auch hervorragend als Heilpflanze. Er kommt in ganz Europa vor und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern.

Egal, ob in der Küche oder gegen Krankheiten – der einzige Pflanzenteil von Kren, der zum Einsatz kommt, ist die gelblich-weiße Wurzel.

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Die wichtigsten Fakten über Kren

Die erste Erwähnung von Kren fand bereits in der Antike in Abhandlungen über den Ackerbau von Cato statt. In Deutschland ist er allerdings erst seit dem Mittelalter bekannt. Dort wurde er zunächst nur als Heilpflanze und erst danach als Würzmittel verwendet.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Ost- und Südeuropa und wurde erst durch die slawischen Völker nach Mitteleuropa gebracht.

Wissenschaftlicher Name der Heilpflanze

Der wissenschaftliche Name von Kren lautet Armoracia rusticana. Die Pflanze gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Weitere Namen/volkstümliche Namen

Wie bereits erwähnt, ist Kren eine regionale Bezeichnung für den europäischen Meerrettich.

Weitere Name für diese Heilpflanze sind

Pflanzenfamilie/Gattung

Die Heilpflanze Meerrettich gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Dieser Familie gehören beispielsweise auch verschiedene Kohlsorten und Wasabi (der noch schärfere japanische Meerrettich) an.

Heilwirkung

Wer schon einmal Kren in seiner puren Form oder als sahnig-würzige Paste gegessen hat, weiß, wie scharf die würzige Heilpflanze ist. Was von vielen Menschen als eher unangenehm empfunden wird, ist in der Tat ein wichtiger Indikator dafür, dass Meerrettich auch als Heilpflanze eingesetzt werden kann.

Denn wenn ein Nahrungsmittel scharf ist, dann deutet das auf eine Vielzahl an ätherischen Ölen hin. Die verschiedenen Inhaltsstoffe des Krens sorgen dafür, dass es sich hierbei um ein wahres Allheilmittel handelt. Er wirkt unter anderem:

Die Auflistung zeigt deutlich, wie vielseitig die Heilpflanze Kren ist. Es ist durchaus nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt, wenn behauptet wird, dass es kaum eine Beschwerde gibt, gegen die Meerrettich nicht hilft. Leider wissen das noch immer zu wenige Menschen.

Für die meisten ist Kren nur ein Würzmittel – nicht mehr und nicht weniger.

Inhaltsstoffe

Der Grund für die vielfältige gesundheitliche Wirkung von Kren sind natürlich diverse Inhaltsstoffe.

Was alles in der Heilpflanze steckt, verrät die folgende Auflistung:

Anwendungsbereiche der Heilpflanze

Erfreulicherweise kann Meerrettich auf viele verschiedene Arten angewendet werden. Je nach gesundheitlichem Leiden findet die Anwendung äußerlich oder innerlich statt.

Wichtig zu wissen ist, dass die Anwendung von Kren durchaus auch Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Das ätherische Senföl kann beispielsweise reizend auf die Schleimhäute in Mund, Nase und Augen wirken und zu einem charakteristischen Brennen führen.

Darüber hinaus ist es nicht unüblich, dass die Augen tränen und die Nase überdurchschnittlich viel Sekret produziert. Ähnliche Anzeichen sind beispielsweise auch bei Zwiebeln bemerkbar.

Weitere Nebenwirkungen von übermäßigem Kren-Konsum sind Durchfälle und Erbrechen. Diese treten allerdings nur auf, wenn die Heilpflanze frisch verzehrt wird. Diese Konsumweise ist durchaus empfehlenswert, wenn Kren als Heilpflanze eingesetzt werden soll.

Der Grund hierfür: Die ätherischen Öle, die in der Pflanze enthalten sind, verfliegen unglaublich schnell und verlieren dadurch ihre Wirkung. Andere Inhaltsstoffe wie das wertvolle Vitamin C wirken hingegen auch weiterhin.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich wird die Heilpflanze vorrangig bei verschiedenen Schmerzen eingesetzt. Hierzu ist es notwendig, die Wurzel fein zu reiben und dadurch einen feuchten Brei herzustellen. Dieser kann anschließend ganz unkompliziert auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.

Das Senföl im Meerrettich sorgt für ein leichtes Brennen und eine bemerkenswerte Wärmeentwicklung. Ein ähnlicher Effekt tritt beispielsweise auf, wenn die Schmerzen mit einem speziellen Gel behandelt werden.

  • An empfindlichen Stellen und bei anspruchsvoller Haut sollte immer ein durchlässiges Tuch unter den Kren-Brei gelegt werden. Eine solche Auflage sollte maximal eine Viertelstunde einwirken und anschließend wieder entfernt werden.

Innerliche Anwendung

Innerlich angewendet zeigt der Meerrettich einmal mehr, wie vielseitig er ist. Wer es gern unkompliziert mag, kann den Brei, der auch äußerlich angewendet werden kann, oral einnehmen. Hierbei gilt jedoch Vorsicht, da der Kren oftmals überraschend scharf ist.

Alternativ dazu kann der Abrieb auch mit Honig (bei Husten und Blasenentzündung) oder mit warmer Milch (bei Verdauungsproblemen) vermengt werden. Diese Mixturen sorgen nicht nur dafür, dass der Kren bekömmlicher schmeckt, sondern steigern auch die Wirkung dieser Heilpflanze.

Kren gegen Husten und BlasenentzündungKren gegen Verdauungsprobleme
  • Abrieb einer frischen Wurzel mit der gleichen Menge Honig mischen.
  • Täglich dreimal einen Teelöffel der Mischung einnehmen.
  • ½ Teelöffel Kren-Abrieb in 0,5 Liter warme Milch einrühren.
  • Sofort trinken.

Im Falle von Atemwegserkrankungen und Erkältungen ist es darüber hinaus auch empfehlenswert, die Dämpfe von geriebenem Meerrettich zu inhalieren. Die ätherischen Öle sorgen für eine Befreiung der Atemwege. Zusätzlich werden Bakterien und Viren abgetötet.

Bei folgenden Leiden hilft Kren

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
ErkältungenSchmerzen aller Art
GrippeInsektenstiche
Fieber
Verdauungsprobleme
Verstopfung
Blähungen
Blasenentzündung
Mandelentzündung
Vitamin C-Mangel
Immunschwäche

Vorkommen und Sammelzeit

Meerrettich hat seinen Ursprung in Süd- und Osteuropa. Mittlerweile ist die Pflanze auf dem gesamten Kontinent beheimatet. Kren wurde schon vor langer Zeit kultiviert und gedeiht prächtig im Garten. Der bevorzugte Standort ist sonnig bis halbschattig und nährstoffreich. Der Boden sollte tief und gelockert sein, sodass sich das Wurzelgewächs optimal ausbreiten und wachsen kann.

In seiner wilden Form kommt Kren insbesondere am Rand von feuchten Wiesen, in der Nähe von Bachläufen und an Flussufern vor.

Hier wird besonders deutlich, wie wohl sich die Pflanze fühlt, wenn der Boden aufgelockert und feucht ist.

Sammelzeit

Meerrettich wird immer dann gesammelt, wenn seine Wurzel besonders gut ausgebildet ist. Die perfekten Erntezeiten sind daher das Frühjahr und der Herbst.

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