Heilpflanze Lein

Die Heilpflanze Lein ist vielen auch unter dem Namen Flachs bekannt. Es handelt sich hierbei um eine Pflanze, die seit jeher auf vielfältige Weise genutzt wird.

Im Jahr 2005 wurde Lein sowohl von den Heilkräuterfreunden als auch vom Theophrastus-Naturheilverein zur Heilpflanze des Jahres gekürt

Nicht nur die heilende Wirkung, sondern auch die Möglichkeit, aus den Fasern des Leins Textilien zu produzieren, sorgt dafür, dass Flachs schon immer eine große Rolle für den Menschen gespielt hat.

Im Hinblick auf die Naturheilkunde spielen die Leinsamen eine besonders wichtige Rolle. Aus ihnen wird unter anderem Leinöl gewonnen.

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Die wichtigsten Fakten über Lein

Lein zählt zu den ältesten Kulturpflanzen. Früher diente er vor allem zur Herstellung von Kleidungsstücken, heutzutage ist er aber auch als Heilpflanze bekannt. Seine Samen helfen zum Beispiel gut bei Verstopfung.

Wissenschaftlicher Name

Der wissenschaftliche Name von Lein lautet Linum.

Weitere Namen/volkstümliche Namen

Darüber hinaus weist die Heilpflanze eine Reihe von anderen Namen auf, die zum Teil auch im Bereich der Volkstümlichkeit verortet werden können.

Pflanzenfamilie/Gattung

Der Lein gehört zur Familie der Leingewächse. Diese umfasst rund 200 Arten und beinhaltet vorrangig krautige Pflanzen.

Heilwirkung

Wenn es um Flachs als Heilpflanze geht, ist damit in der Regel ein ganz bestimmter Pflanzenteil gemeint. Leinsamen gelten als überaus gesund und werden längst als sogenanntes Superfood bezeichnet.

Das Geheimnis der Leinsamen: Sie sind reich an Schleimstoffen, die dazu führen, dass die Samen beim Kontakt mit Flüssigkeit quellen. Das macht nicht nur satt, sondern hat auch eine überaus positive Wirkung auf die Verdauung des Menschen. Dementsprechend wird die Heilpflanze besonders gern bei Verstopfungen, Völlegefühl und anderen Verdauungsproblemen eingesetzt.

Darüber hinaus zeigt Lein eine hervorragende Wirkung beim Erweichen von Furunkeln und der Behandlung von Entzündungen der Mundschleimhaut.

Die Blüten des Leins werden vorrangig im Bereich der Homöopathie eingesetzt. Sie sollen unter anderem bei Asthma, Heuschnupfen und chronischem Durchfall helfen.

Die Heilwirkungen auf einen Blick:

Inhaltsstoffe

Die Heilpflanze Lein enthält folgende Inhaltsstoffe:

Anwendungsbereiche

Lein kann auf unterschiedliche Weisen eingesetzt werden. Es handelt sich hierbei um eine sehr vielseitige Heilpflanze, die sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden kann. Entscheidend ist die Art der Beschwerde, die durch den Flachs behandelt werden soll.

Während Verdauungsprobleme immer innerlich behandelt werden müssen, können entzündliche Wunden, Furunkeln und andere Probleme der Haut auch äußerlich mit der Heilpflanze behandelt werden.

Äußerliche Anwendung

Der Klassiker unter den äußerlichen Anwendungen von Lein ist ein Umschlag, der mithilfe der Leinsamen hergestellt wird. Hierbei gilt es, die Heilpflanze zunächst so lange aufzukochen, bis ein dicker Brei entsteht. Dieser kann anschließend in einen Umschlag gepackt und auf die entsprechende Stelle gelegt werden Die Umschläge helfen gegen Entzündungen und weichen Furunkel auf. Die Behandlung kann beliebig oft wiederholt werden.

  • Der Leinsamen-Brei sollte immer warm auf die Haut aufgetragen werden.

Innerliche Anwendung

Leinsamentee ist ein beliebtes Mittel gegen Verstopfung und andere Verdauungsprobleme. Zur Zubereitung müssen die Samen der Heilpflanze mit kaltem Wasser übergossen werden. Nach einer Ziehzeit wird der Tee abgeseiht und anschließend erwärmt. Es ist auch möglich, den Tee mithilfe der Blätter vom Flachs zuzubereiten.

Darüber hinaus können die Leinsamen auch roh verzehrt werden, um die Verdauung anzuregen. Hierbei gilt es allerdings einiges zu beachten:

Die Schleimstoffe und Öle, die im Lein enthalten sind, sorgen für eine Auflockerung des Stuhls und führen dazu, dass er besser durch den Darm gleiten kann. Darum eignen sich die Samen der Heilpflanze auch, wenn der Kot häufig sehr hart ist und nur schwer herausgepresst werden kann.

Darüber hinaus ist es auch möglich, Mundspülungen aus Leinsamen herzustellen. Diese helfen hervorragend bei einer Entzündung der Mundschleimhaut. Grund hierfür ist, dass sich die Schleimstoffe, die in den Leinsamen enthalten sind, über die geschädigten Stellen legen und somit den Heilungsprozess der Mundschleimhaut beschleunigen. Zur Zubereitung einer Mundspülung werden lediglich Leinsamen und Wasser benötigt.

Lein hilft bei folgenden Leiden:

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
VerdauungsproblemeFurunkel
VerstopfungEntzündungen der Haut
harter StuhlgangSchuppen
Entzündungen der MagenschleimhautSchuppenflechte
Entzündungen der MundschleimhautHautausschlag
Unterleibsschmerzen
Menstruationsbeschwerden
Sodbrennen

Vorkommen und Sammelzeit

Lein kommt weltweit vor. Die Pflanze mag gemäßigtes bis subtropisches Klima und ist dementsprechend sehr anpassungsfähig.

Wo genau der Ursprung der Heilpflanze liegt, kann heute nicht mehr eindeutig festgestellt werden. Verschiedene Theorien gehen davon aus, dass Lein entweder aus den arabischen Staaten oder dem Mittelmeerraum stammt. Sicher ist auf jeden Fall, dass der Flachs schon seit der Steinzeit auch in Mitteleuropa wächst und angebaut wird.

Eine besonders wichtige Rolle spielte die Pflanze im Mittelalter, da sie in dieser Zeit ein wichtiger Lieferant für Textilfasern war.

Sammelzeit

Wer die Blüten der Heilpflanze sammeln will, kann dies von Juni bis August machen. Die beste Sammelzeit ist in den Morgenstunden, da die Blüten dann weit geöffnet sind. Im weiteren Verlauf des Tages schließen sie sich wieder oder verblühen sogar.

Die Samen des Leins können von August bis Oktober gesammelt werden. Hierzu müssen zunächst die rundlichen Kapseln des Flachs gepflückt und anschließend geöffnet werden. In jeder Kapsel befinden sich acht bis zehn Leinsamen.

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