Liebstöckel

Der Liebstöckel ist eine ausdauernde Pflanze, die gern im Garten angebaut wird und so eine ganze Familie mit dem Würz- und Heilkraut versorgen kann.

Neben der bekannten Anwendung als Gewürz für Suppen und kräftige Gerichte kann Liebstöckel auch bei einer ganzen Reihe von Beschwerden genutzt werden.

So hilft er der Verdauung, aber auch dem Stoffwechsel und bei fieberfreien Erkältungskrankheiten. Darüber hinaus findet er in der Frauenheilkunde und bei Nierensteinen Verwendung.

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Die wichtigsten Fakten über den Liebstöckel

Ihren deutschen Namen verdankt die Pflanze der volksetymologischen Wortbildung von der lateinischen Bezeichnung 'levisticum'. Vielleicht spielten aber auch die starke Wuchskraft der Triebe und die aphrodisierenden Eigenschaften, die der Pflanze zugeschrieben werden, eine Rolle.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird Liebstöckel unter dem Namen Levisticum officinale geführt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund ist die Heilpflanze aufgrund ihrer Verwendung bzw. des Geschmacks auch unter folgenden Namen bekannt:

  • Maggikraut
  • Badkraut
  • Gebärmutterkraut
  • Gichtstock
  • Leibstöckle
  • Liebesröhre
  • Liebrohr
  • Liebstengel
  • Lübstock
  • Lustecken
  • Luststöckel
  • Leppstock
  • Levestock
  • Lobstock
  • Schluckwehrohr
  • Nervenkräutel
  • Rübestöckel
  • Saukraut
  • Sauerkrautwurz
  • Wasserkräutel

Gattung / Pflanzenfamilie

Die Art gehört innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) zur Unterfamilie der Apioideae und zur Gattung Levisticum.

Heilwirkung des Liebstöckel

Der Liebstöckel wird seit Langem als Gewürz- und Heilpflanze verwendet und wirkt:

  • Auch bei der Geburt wird die Heilpflanze genutzt, da sie die Wehen fördert und erleichtert. Genau aus diesem Grund sollten Schwangere auf das Heilkraut verzichten.

Schließlich hilft das Kraut aber auch bei Atemwegserkrankungen und bei fieberfreien Erkältungen. So lindert es Husten, Halsschmerzen und sogar Ohrenschmerzen.

  • Bei Fieber sollte man keinen Liebstöckel verwenden, weil er das Fieber verstärken könnte.

Inhaltsstoffe

Die Heilpflanze enthält folgende Inhaltsstoffe:

  • Angelikasäure
  • Apfelsäure
  • Ätherische Öle
  • Apiol
  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe
  • Fette
  • Harze
  • Gummi
  • Invertzucker
  • Kampfer
  • Carvon
  • Isovalerinsäure
  • Myristicin
  • Cumarine
  • Umbelliferon

Die Wurzeln enthalten ätherische Öle mit bis zu 70 % Alkylphthaliden.

Anwendung des Liebstöckels

Äußerliche Anwendung - Abkochung

Äußerlich kann Liebstöckel als Waschung, Umschlag oder Bad verwendet werden. Dazu bereitet man eine Abkochung vor und verwendet diese bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, eitrige Wunden und Furunkeln.

Innerliche Anwendung

Liebstöckel wird vorwiegend bei Verdauungsproblemen eingesetzt. Hierbei stärkt er den Appetit und die Verdauungsorgane und wirkt so auch einer Abmagerung entgegen. Dank der harntreibenden und aktivierenden Eigenschaften stärkt die Heilpflanze auch den Stoffwechsel und die Harnorgane.

So hilft sie bei Rheuma und Gicht, aber auch bei Wasseransammlungen in Füßen und Beinen. Eine wichtige Rolle spielt Liebstöckel aber auch in der Frauenheilkunde. Hier fördert er die Menstruation und lindert durch seine entkrampfende Wirkung Periodenkrämpfe.

Verdauungsmittel

Die Samen, Wurzeln und Blätter können als Verdauungsmittel in Form von Tee oder einer Tinktur eingesetzt werden. Man kann die Blätter und Samen aber auch einfach in der Küche verwenden. Gegen Blähungen hilft auch die Carminativum-Tinktur, in der Liebstöckel enthalten ist.

Liebstöckel-Wein

Eine Kur mit Liebstöckel-Wein fördert den Abgang von Nierensteinen und Nierengrieß. Dazu setzt man einen Esslöffel der Wurzel auf einen halben Liter Weißwein an.

In der Küche

Die Blätter des Liebstöckels sind ein beliebtes Gewürz, das vor allem in würzigen Suppen und Eintöpfen hervorragend schmeckt. Aufgrund seines Geschmacks wird die Pflanze auch Maggikraut genannt, obwohl im Maggi-Gewürz gar kein Liebstöckel enthalten ist.

Liebstöckelsamen können übrigens auch in der Küche verwendet werden.

Aphrodisiaka

Wie der Name schon andeutet, gilt Liebstöckel außerdem auch als Liebesmittel bzw. Aphrodisiaka.

Bei folgenden Leiden hilft der Liebstöckel

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
VerdauungsproblemeHauterkrankungen
BlähungenEkzeme
Appetitlosigkeiteitrige Wunden
StoffwechselproblemeFurunkel
Harnwegserkrankungen
Wasseransammlungen in Füssen und Beinen
Rheuma
Gicht
Nierensteine
Nierengrieß
Periodenkrämpfe
Wehenförderung
Atemwegserkrankungen
fieberfreie Erkältungen
Husten
Halsschmerzen
Ohrenschmerzen

Vorkommen und Sammelzeit des Liebstöckels

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Liebstöckels liegt wahrscheinlich im Nahen oder Mittleren Osten. Von dort gelangte er über das Mittelmeergebiet nach Europa. In warmen Gegenden kann man ihn wild finden, aber meist wird er in Gemüse- und Kräutergärten angebaut.

Sammelzeit

Das Kraut der Heilpflanze kann vom Frühjahr bis zum Herbst geschnitten und als Gewürz verwendet werden.

Die Wurzel wird dagegen im zeitigen Frühjahr oder Spätherbst ausgegraben, während die Samen im Spätsommer geerntet werden können

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