Heilpflanze Malve

Die Wilde Malve und die Weg-Malve gehören zu den ältesten Nutz- und Heilpflanzen, die sowohl in der Küche als auch in der Naturheilkunde Anwendung finden.

Dank ihrer Schleimstoffe findet sie vor allem bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum, aber auch im Bereich des Magen-Darm-Trakts Anwendung.

Der angenehme Geschmack fast aller Pflanzenteile macht sie zudem in der Küche beliebt, auch wenn diese Nutzung heute etwas in Vergessenheit geraten ist.

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Die wichtigsten Fakten über die Malve

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist die Weg-Malve als Malva neglecta und die Wilde Malve als Malva sylvestris bekannt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund ist die Heilpflanze auch unter folgenden Namen bekannt:

Der Trivialname Pappeln hat nichts mit dem Pappelbaum zu tun, sondern verweist vielmehr auf die käselaibförmigen, schleimhaltigen Früchte, die früher zu Kinderbrei (Papp) verarbeitet wurden. Der Namenszusatz 'Käs' gibt zudem einen Hinweis auf den käseartigen Geschmack der Früchte.

Gattung / Pflanzenfamilie

Die Malvenarten gehören innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) zur Unterfamilie der Malvoideae und zur Gattung der Malven (Malva).

Heilwirkung der Malve

Die Heilpflanze ist vor allem bei Husten beliebt und wirkt:

Inhaltsstoffe

Die Wilde Malve enthält unter anderem folgende Wirkstoffe:

Für die Wegmalve sind unter anderem folgende Inhaltsstoffe bekannt:

Anwendung der Malve

Äußerliche Anwendung

Breiumschläge und Kompressen

Äußerlich kann man die Heilpflanze in Form von Breiumschlägen oder Kompressen einsetzen. Dabei weicht sie die Haut auf und fördert die Heilung bei Hautausschlägen und Ekzemen.

Innerliche Anwendung

Die Blätter der Wegmalve besitzen Vitamin C und die Blüten Tannin. Beide sind daher sehr gesund und in der Heilkunde, aber auch in der Küche, nutzbar. Gleiches gilt für die Wilde Malve. Bei der Nutzung in der Küche sollte man den möglichen hohen Nitratgehalt der Pflanze beachten.

Kaltauszug und Extrakte

Um die Wirkung der Inhaltsstoffe nicht zu zerstören, sollte man den Malventee in Form eines Kaltauszuges bereiten. Im Handel sind auch andere Extrakte erhältlich.

Sie wirken vor allem bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie im Magen-Darm-Bereich, da sich die Schleimstoffe wie ein schützender Film über die Schleimhäute legen und so eine beruhigende Wirkung entfalten. Eine Laborstudie mit der Wegmalve zeigte zudem Hinweise auf eine Wirksamkeit gegen Magengeschwüre.

In der Küche

Die jungen Blätter und Blüten der Malve können in der Küche verwendet werden. Roh verfeinern sie Salate, während sie gekocht zum Andicken von Speisen dienen und eine schleimige Konsistenz bekommen. Ihr feiner Geschmack eignet sich auch hervorragend für ein köstliches Risotto.

Die unreifen Samen können ebenfalls roh gegessen oder gekocht werden und schmecken angenehm nussartig. Die Früchte wurden früher auch zu Mehl verarbeitet oder zu einem Kinderbrei verkocht. Ein Sud aus den Wurzeln ist dagegen als Eiweißersatz verwendbar.

Bei folgenden Leiden hilft die Malve

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
BronchitisEkzeme
Kehlkopf- und StimmbänderentzündungenHautentzündungen
Mund- und Rachenentzündungen
Fieber
Magen- und Darmschleimhautentzündungen

Vorkommen und Sammelzeit der Malve

Die rot blühende Wilde Malve stammt ursprünglich aus Asien und Südeuropa, ist heute aber auch in ganz Mitteleuropa weit verbreitet. Dabei liebt sie trockene, stick- und nährstoffreiche Böden und wächst auch in Höhenlagen bis 1.800 Metern.

Vor allem an Wegrändern, auf Brachflächen sowie in lichten Wäldern ist die Pflanze zu finden. Die ähnlich aussehende, aber weiß bis rosa blühende Weg-Malve ist in Europa und Westasien zu Hause und wächst auf nicht zu trockenen, stickstoffreichen Böden. Oft findet man sie in Stallnähe und an Komposthaufen.

Sammelzeit

Die Heilpflanze ist komplett nutzbar und bietet viele interessante Verwendungsmöglichkeiten.

Dafür sammelt man die Wurzeln von März bis April oder im Oktober, die Blüten und die Blätter von Juni bis August und die Samen von August bis September.

  • Die Weg-Malve und die Wilde Malve werden auch oft mit dem Echten Eibisch verwechselt. Alle drei Pflanzen können aber ähnlich genutzt werden.

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