Heilpflanze Meerrettich

Bei der Verfeinerung von Fisch und Fleisch ist der Meerrettich ein altbekanntes Würzmittel. Dass die scharfe Wurzel aber auch heilsame Eigenschaften besitzt, wissen dagegen nur die wenigsten.

Viele Menschen schätzen die Schärfe der Meerrettichwurzel, um damit Fisch- und Fleischgerichte zu verfeinern. Die tolle Wurzel kann aber noch viel mehr und ist ein vielseitiges Heilmittel, das nicht nur Pilze und Bakterien abtötet, sondern auch Schmerzen lindert. Einige Wurzeln sollte man daher stets im Keller oder Kühlschrank haben und sie rege nutzen.

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Die wichtigsten Fakten über den Meerrettich

Der Ursprung des Namens Meerrettich ist nicht ganz klar. Während einige vermuten, dass er 'vom Meer hergekommen ist', weil er an feuchten Stellen wächst, meinen andere das Wort geht auf 'Mähre', also altes Pferd zurück. Was auch der englische (horse-radish) sowie der französische Name (radis de cheval) vermuten lassen.

Wissenschaftlicher Name

Meerrettich wird in der Wissenschaft unter dem Namen Cochlearia armoracia geführt.

Volkstümliche Namen

Der Meerrettich ist im bayrischen und fränkischen Sprachraum auch als Kren bzw. Kree bekannt. In anderen Gegenden kennt man die Gemüse- und Heilpflanze auch als

Gattung/Pflanzenfamilie

Der Meerrettich gehört zur Gattung Armoracia sowie zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae).

Heilwirkung des Meerrettichs

Die scharfe Wurzel der Heilpflanze wirkt:

Inhaltsstoffe

Die Wurzel des Meerrettichs ist eine sehr gesunde Gemüse- und Heilpflanze mit viel Vitamin C. Der typische Geschmacks- und Geruchsträger, der auch zu Tränen reizt, ist das Allyl- oder Butylsenföl, welches in der frischen Wurzel einen Gehalt von bis zu 0,05 % ausmacht.

Wirksame Inhaltsstoffe sind:

  • Flavone
  • antibiotisch wirksame, ätherische Öle, aus denen sich Senföle (wie Methyl-, Ethyl-, Isopropyl-, 4-Pentenyl-, 2-Phenylethylisothiocyanat und Ethylthiocyanat) bilden
  • Asparagin
  • Glutamin
  • Arginin
  • organisch fixierter Schwefel sowie
  • das Enzym Meerrettich-Peroxidase

Anwendung des Meerrettichs

Die Wurzel der Heilpflanze wird nicht nur gerieben als Würze gegessen, sondern auch zu Heilmittel verarbeitet. Die frische Wurzel wirkt dabei stets am besten. Man kann sie sehr einfach und über Monate hinweg im feuchten Sand im Keller oder in feuchten Tüchern eingeschlagen im Kühlschrank aufbewahren.

Äußere Anwendung

Breiauflage

Gegen Insektenstiche reibt man einfach etwas geriebenen Meerrettich auf die entsprechende Hautstelle. Bei hartnäckigem Husten, Kopfschmerzen sowie neuralgischen Schmerzen hilft eine Breiauflage.

Dazu die Haut einfetten und ein Baumwolltuch mit frisch geriebenem Meerrettich auf die Körperstelle legen (bei Kopfschmerzen auf den Rücken, bei Husten auf die Brust).

Fängt die Haut an zu brennen, wird die Auflage entfernt und noch einmal eingefettet.

Innerliche Anwendung

Meerrettich-Kur

Zur Stärkung des Immunsystems wird insbesondere in der Erkältungszeit eine Meerrettich-Kur empfohlen. Ist die Erkältung schon da, kann die Heilpflanze sie auch lindern. Für die Kur nimmt man einfach mindestens zwei Wochen lang morgens und abends je einen Teelöffel frischen Meerrettich. Ist kein frischer Meerrettich verfügbar, kann man auch welchen aus dem Glas nehmen.

Wein

Da Meerrettich-Wein stark harntreibend wirkt, ist er gut zum Austreiben von Nierensteinen geeignet. Man schneidet dazu acht bis zehn dünne Meerrettich-Scheiben und übergießt sie mit Wein. Nachdem man den Wein mindestens acht Stunden ziehen lassen hat, kann man ihn trinken.

Bei folgenden Leiden hilft der Meerrettich

Äußerliche Anwendunginnerliche Anwendung
RheumaErkältungskrankheiten
GichtHarnwegsinfektionen
InsektensticheMagen-Darm-Störungen
KopfschmerzenKrebsvorbeugung
IschiasStreptokokken- und Staphylokokken-Infektionen
andere Nervenschmerzen

Vorkommen und Sammelzeit des Meerrettichs

Der Meerrettich stammt ursprünglich aus Ost- und Südeuropa und wurde von dort durch die slawischen Völker in Mitteleuropa eingeführt. Heute kommt er hier auch verwildert vor. Dabei liebt er frische Standorte am Rand feuchter Wiesen, Bachläufen und Flussufern. Die Heilpflanze wird in Deutschland seit dem Mittelalter angebaut und kann bei entsprechend feuchtem Boden sehr leicht vermehrt werden.

Sammelzeit

Die Ernte der Wurzel erfolgt in der Regel, sobald die Blätter abzusterben beginnen, da dann das Wurzelwachstum beendet ist. Ab Ende Oktober bis zum März - also vor dem erneuten Austreiben der Wurzelstöcke - erntet man die Wurzeln.

Sie lassen sich gut einlagern. Hat man viel Meerrettich im Garten (was leicht passiert, da sich die Pflanze schnell wie ein Unkraut ausbreitet), kann er auch während der Vegetationsphase frisch geerntet werden.

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