Heilpflanze Muskatnuss

Muskatnuss ist ein besonders schmackhaftes Gewürz, mit dem vor allem Kartoffelbrei oder Blumenkohl gerne verfeinert wird. Auch Soßen lassen sich perfekt abrunden. Früher war das Gewürz sehr wertvoll.

Heute wird es zu kommerziellen Zwecken produziert. Man kann davon ausgehen, dass jährlich circa 10.000 bis 12.000 Tonnen hergestellt werden, wobei die Nachfrage lediglich bei etwa 9.000 Tonnen liegt. Auch die Blüten des Baumes der Muskatnuss sind sehr beliebt, wobei der Jahresproduktionswert lediglich bei 1.500 bis 2.000 Tonnen liegt.

Vitaminbedarf ermitteln

pfeil
herz

Die wichtigsten Fakten über die Muskatnuss

Muskat kann aber nicht nur in der Küche wahre Wunder bewirken. Auch in der Medizin und Naturheilkunde bietet die Heilpflanze viele Vorteile. Allerdings ist die Wirkungsvielfalt bei uns etwas in den Hintergrund gerückt.

Währenddessen wird die Pflanze vor allem in Asien zur Stärkung der Nerven und der Verdauung angewandt. Darüber hinaus kann die Muskatnuss bei besonders hohen Dosen drogenähnliche Rauschzustände hervorrufen, die jedoch auch zu Brechreiz und anderen Nebenwirkungen führen können.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft sowie in der Naturheilkunde, Homöopathie und Medizin wird die Muskatnuss auch als Myristica fragrans bezeichnet.

Volkstümliche Namen

Obwohl die Heilpflanze bereits seit vielen Jahren Anwendung findet, haben sich bislang nur wenige volkstümliche Namen gebildet:

Gattung/Pflanzenfamilie

Die in der Medizin und Naturheilkunde angewandte Muskatnuss gehört zu der Pflanzengattung der Muskatnussbäume, welche auch unter dem Namen Myristica geführt werden. Diese wiederum sind der Pflanzenfamilie der Muskatnussgewächse untergeordnet. Muskatnussgewächse werden in Fachkreisen als Myristicaceae bezeichnet.

Heilwirkung der Muskatnuss

Die Heilwirkungen des Gewürzes sind weniger umfassend, dafür jedoch sehr vielversprechend:

Inhaltsstoffe

In der Muskatnuss befinden sich unterschiedliche Inhaltsstoffe, die dazu betragen, dass das Gewürz als Heilpflanze eingesetzt werden kann:

Anwendung der Muskatnuss

Die Muskatnuss kann sowohl innerlich wie auch äußerlich angewandt werden und gegen unterschiedliche Leiden helfen beziehungsweise unterstützend beitragen.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich wird die Heilpflanze hauptsächlich als Brei auf die zu behandelnden Hautstellen aufgetragen. Dazu benötigt man frisch geriebenen Muskat, welcher mit Wasser verrührt wird.

Die Inhaltsstoffe, vor allem die enthaltenen ätherischen Öle, wirken antibakteriell, weshalb der Brei in einigen Ländern insbesondere bei entzündlichen Hauterkrankungen oder Hautleiden aufgetragen wird.

Innerliche Anwendung

Innerliche wird die Muskatnuss vorwiegend als Gewürz eingenommen. Zum einen ist das die einfachste Form der Anwendung und zum anderen auch die wohlschmeckendste. Idealerweise sollte die Nuss zum Würzen der Speisen frisch gerieben werden.

Wer die Muskatnuss regelmäßig in Speisen verwendet, kann das Verdauungssystem und das Herz erheblich stärken. Man sagt dem Gewürz nach, dass es vor allem die Darmtätigkeit unterstützt. Ferner hilft das Gewürz bei Blähungen und Infektionen, die Durchfall verursachen.

Bei folgenden Leiden hilft die Muskatnuss

Die Muskatnuss kann als Heilpflanze bei ganz unterschiedlichen Leiden und Erkrankungen helfen und unterstützen. Nachfolgend findet sich eine Auflistung mit den wichtigsten Wirkungsbereichen.

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
BlähungenEkzeme
MagenschwächeFlechten
MagenkrämpfeHerpes
Durchfallentzündliche Hauterkrankungen
LeberschwächeZahnschmerzen
GallenschwächeGeschwüre im Mund
KaterErkrankungen des rheumatischen Formenkreises
Rheuma
Gicht
Herzschwäche
Gedächtnisschwäche
Schlaflosigkeit
Mestruationsbeschwerden

Vorkommen und Sammelzeit

Ursprünglich liegt die Muskatnuss auf den Banda-Inseln sowie den nördlichen Molukken beheimatet. Heute werden die Bäume aber auch in anderen Gebieten angebaut. So zum Beispiel im tropischen Asien oder in Südamerika und Afrika.

Muskatnussbäume bevorzugen Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad. Die ersten zwei bis drei Jahre sollten sie möglichst an einem Schattenplatz stehen. Die ersten Muskatnüsse wachsen allerdings frühstens nach acht Jahren. Den höchsten Ertrag eines Baumes findet man nach circa 15 Jahren vor.

Sammelzeit

Wenn ein Baum acht Jahre alt wird, kann man davon ausgehen, dass die ersten Muskatnüsse wachsen. Sobald eine Nuss ersichtlich wird, sollte diese mindestens sechs bis acht Monate am Keimling bleiben. Grundsätzlich sind Muskatnussbäume immergrün.

Verwendbare Pflanzenteile

Für die Naturheilkunde sind vor allem die Samen, der Samenmantel und das ätherische Öl der Muskatnuss von Bedeutung.

Der Anbau der Muskatnuss

Der Muskatnussbaum mag es gern warm und tropisch. Daher kann diese Heilpflanze nicht in unseren Breitengraden angebaut werden.

Die Haupt-Anbaugebiete der Muskatnuss befinden sich in:

Da die Heilpflanze am Muskatnussbaum wächst, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass eine Aufzucht hierzulande im Gewächshaus gelingen würde. Wer Muskat als Gewürz und Heilpflanze genießen will, sollte also lieber getrocknete Nüsse im Laden kaufen.

Wachstum und Ertrag

Ehe ein Muskatnussbaum das erste Mal Früchte trägt, gehen meist acht Jahre ins Land. Das ist jedoch keinesfalls eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass der Baum bis zu 100 Jahre alt werden kann. Die meisten Früchte trägt der Baum, wenn er etwa 15 Jahre alt ist.

In der Wildnis schafft es ein Muskatnussbaum, rund 15 Meter hoch zu werden. Eine solche Größe erreichen kultivierte Pflanzen allerdings nicht. Bäume, die gezielt zur Ernte der Muskatnuss genutzt werden, werden maximal sechs Meter hoch. Diese Höhe erleichtert die Ernte der Muskatnüsse erheblich.

Die Ernte

Von einem Muskatnussbaum können jährlich rund 1500 bis 2000 Nüsse geerntet werden. Die Ernte unterteilt sich in drei Abschnitte, die über das Jahr verteilt werden.

Der Zeitpunkt der Ernte richtet sich stets nach dem Reifegrad der Früchte. Diese sind reif, wenn die Schalen aufplatzen. Das, was in der europäischen Küche als Nuss bezeichnet und dementsprechend auch geerntet wird, ist in Wirklichkeitallerdings der Samen des Muskatnussbaums. Die Samen der Heilpflanze befindet sich im Inneren der Früchte, die der Baum trägt.

Die Ernte dieser Früchte erfolgt per Hand. Danach wird jeder Samen einzeln vom Fruchtfleisch befreit und getrocknet. Dieser Prozess dauert ca. vier bis acht Wochen und wird traditionell in der Sonne durchgeführt. Danach werden die Samen aufgebrochen, um an die eigentliche Muskatnuss zu gelangen. Auch diese muss danach noch eine Weile trocknen, ehe sie als Heilpflanze und Küchengewürz weiterverarbeitet werden kann.

  • Das Fruchtfleisch der Heilpflanze ist keinesfalls ein Abfallprodukt. In den Anbaugebieten werden die Früchte oft zu Marmelade verarbeitet.

Die Aufzucht

Wenn ein neuer Muskatnussbaum gepflanzt werden soll, wird hierfür ein Samen, also eine Muskatnuss, benötigt. Der Samen ist nur wenige Tage keimfähig. Außerdem ist wichtig, dass die Muskatnuss nicht klappert, wenn man sie schüttelt. Wurde ein geeigneter Samen gefunden, wird er in die Erde gedrückt – allerdings nur so tief, dass die Spitze nach wie vor sichtbar ist.

Die Keimzeit der Heilpflanze beträgt rund vier bis acht Wochen. Um sie zu beschleunigen, werden Muskatnüsse häufig in einen Topf gesetzt und anschließend mit Alufolie bedeckt.

Der Weg nach Europa

Nachdem die Muskatnuss geerntet und getrocknet wurde, wird sie nach Europa und in die gesamte Welt exportiert. Als Haupt-Exporteur der Heilpflanze gilt Grenada.

Das Land, das zu den Kleinen Antillen gehört, verdankt der Muskatnuss so viel, dass es sie sogar zum Flaggensymbol erhoben hat. Die Nuss befindet sich im linken grünen Dreieck der Flagge und kann erst auf den zweiten Blick als solche erkannt werden.

Die Heilpflanze Muskat wird entweder als ganze Nuss oder bereits zu Pulver gemahlen exportiert. Das Pulver ist besonders beliebt, da  es einen einfachen Einsatz der Pflanze in der Küche garantiert.

Wer es noch aromatischer und frischer haben will, sollte jedoch eine ganze Nuss kaufen und diese mit einer speziellen Muskat-Feile zerkleinern.

Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant