Narzissen gehören zu den über den Winter lang ersehnten, ersten Frühlingsboten. Ihr Erscheinen kündet die ersten warmen Sonnenstrahlen an und gibt Hoffnung nach langen, verschneiten Wintern.

Diese Gartenschönheit mit dem wissenschaftlichen Namen Narcissus gehört den Amaryllisgewächsen an und entstammt der Gattung Narzisse. Sie wird auch Osterglocke genannt. In Österreich heißt die Narzisse auch Märzenbecher.

Der Name 'Narzisse' entstammt der griechischen Sage um den Helden Narcissus.

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Die wichtigsten Fakten über die Narzisse

Narzissen sind Zwiebelpflanzen, die etwa 15 bis 40 Zentimeter hoch wachsen. Die Blütenblätter bestehen aus 6 Blütenblättern und einer Nebenkrone. Die langen, dünnen Blätter sind ebenso lang wie der Stängel.

Die beliebtesten Sorten sind:

Heilwirkung der Narzisse

Wie die meisten kräftigen Gartenpflanzen ist auch die Narzisse giftig und hat als Heilpflanze kaum einen Stellenwert. Sämtliche Pflanzenteile enthalten Alkaloide, die beim Menschen Durchfall, Übelkeit und Schweißausbrüche auslösen können.

Für Tiere ist die Pflanze ebenfalls giftig und hat daher ebenfalls keine Bedeutung als Heilpflanze. Lediglich in extrem geringer Dosierung kommt sie als Heilpflanze zum Einsatz - und zwar in der Homöopathie. Die häufigste Form der Anwendung sind homöopathische Narzissen-Tropfen. Man geht hierbei von einer heilsamen Wirkung bei Asthma, Schnupfen, Bronchitis und Keuchhusten aus.

Vorkommen

Die Narzisse wird heute sehr oft in Gärten angebaut. Dort gedeiht sie am besten an sonnigen bis halbsonnigen Standorten. Kalkhaltige Böden toleriert sie. Sie kann sich auf einem sauren Boden aber viel besser entwickeln. In der Natur trifft man sie kaum an. Grundsätzlich bevorzugt die wilde Narzisse kalkarme Bergwiesen und lichte Wälder. Diese Bedingungen findet sie im südlichen und westlichen Europa vor.

Aussaat und Sammelzeit

Die Narzissen-Zwiebeln sind ab Herbst reichlich verfügbar. Sie können im Handel erworben und in die Erde gelegt werden. Dabei beachtet man am besten folgende Faustregel: Doppelt so tief einsetzen und eben so weit auseinander pflanzen wie der Zwiebeldurchmesser beträgt. Diesen Schritt nimmt man am besten im September vor.

Das frühe Einsetzen vor dem Winter sorgt für eine gute Verwurzelung und schöne Blüten im Frühjahr. Wenn man Narzissen vermehren möchte, kann man die Tochterzwiebeln von der Mutterzwiebel trennen. Alle kleinen Zwiebeln, die bereits eine eigene Haut gebildet haben, können abgetrennt werden. Setzt man sie ein, blühen sie dann nach etwa 2 Jahren. Bei zu dicht sitzenden Beständen sollte man eingreifen, da ansonsten Nährstoffkonkurrenz herrscht.

Im Spätsommer kann man die Zwiebeln ausgraben und einen Teil mit gutem Abstand zueinander erneut auslegen. Die Zwiebeln der Narzisse können zwar im Handel erworben werden, aber man kann sie auch selbst in der Natur sammeln. Die beste Zeit dafür ist von Februar bis Anfang März, vor Beginn der Blüte. Die Blüten sind dann von März bis Mai zu sehen.

Pflege

Speziell ab dem Frühjahr ist es wichtig, dass die Pflanze regelmäßig gegossen wird. Der Boden sollte stets feucht, aber nie nass sein. Um Zwiebelfäule zu vermeiden muss man darauf achten, dass sich in Töpfen keine Staunässe bildet.

Um ganz sicher hübsche Blüten zu erhalten, raten Experten die Pflanze direkt nach der Blüte (etwa Mitte April) mit Kompost oder Mist zu düngen.

  • Bei handelsüblichem Dünger ist es ratsam auf einen hohen Kalium- und Phosphatanteil zu achten. Mineralische Dünger können zwar ebenfalls verwendet werden, schaden dem Boden aber langfristig. Im Garten sollte man verblühte Pflanzen abschneiden. So gewinnt die Narzisse wieder an Kraft. Grüne Pflanzenteile sollten aber weder gemäht, noch abgeschnitten werden..

Denn auch nach der Blüte sammelt die Pflanze Nährstoffe für die nächste Blüte. Sind die Blätter gelb geworden, kann man sie ruhigen Gewissens entfernen. Möchte man die Narzisse als Schnittblume verwenden, sollte man darauf achten, dass das Laub möglichst vollständig an der Zwiebel bleibt. So kann sie weiterhin Nährstoffe produzieren und lagern.

Schädlinge

Die Zwiebelbasalfäule kann eine ernste Bedrohung für die Pflanzen darstellen. Man erkennt den Befall daran, dass sich die grünen Pflanzenteile gelb einfärben. Die Pflanze verkümmert dann und wird zerstört. In diesem Fall sollte die Zwiebel ausgegraben und entsorgt werden.

Weil der Pilz sehr lange in der Erde überlebt, sollte man an dieser Stelle etwa 5 Jahre lang keine Zwiebel mehr einpflanzen. Neben der Fäule kann die Narzisse auch von den Maden der Narzissenfliege befallen werden. Sie schädigen oder zerstören die Pflanze. Auch der Befall mit Nematoden kann vorkommen. Dabei sind die Blätter der Pflanze sichtlich verkrüppelt

Geschichte

Geschichtlich wird die Narzisse vor allem mit ihrer Bedeutung in der griechischen Mythologie in Verbindung gebracht. Denn die Geschichte um den selbstverliebten Narcissus ist vielen noch heute ein Begriff. Er war so schön, dass sich jeder in ihn verliebte. Diese Liebe erwiderte er aber nicht, weil er nur Augen für sich selbst hatte. Dafür sollte er von den Göttern bestraft werden. So ertrank er, als er sich beim Betrachten seines Spiegelbildes im Wasser selbst umarmen wollte.

Um ihn zu verbrennen wurde ein Scheiterhaufen errichtet. Die Flammen konnten seinen Leichnam aber nicht verschlingen, weil eine Blume zurückblieb. Die Narzisse steht seither für den sich selbst im Fluss erblickenden Narziss.

Im Mittelalter gebrauchte man sie äußerlich als Heilpflanze bei Hautkrankheiten und Geschwüren. Nicht nur in der frühen Medizin, sondern auch von Malern und Poeten wurde sie wegen ihrer Schönheit geschätzt und in so manchem Werk verewigt.

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