Einer der ersten Frühlingsboten ist die Primel, auch Schlüsselblume genannt. Sie wächst wild und wer einen Nutzen aus ihrer Blüte ziehen will, sollte schon im März nach ihr Ausschau halten.

Doch Vorsicht, dieses Pflänzlein ist geschützt und sollte nicht ausgegraben werden, schließlich wäre es schade, wenn sie aus der Natur verschwinden würde.

Durch ihre dicken Blätter ist die Primel leicht zu erkennen und eine Verwechslung mit anderen Pflanzen ist, wenn sie blüht, sehr unwahrscheinlich. Der botanischer Name der Pflanze lautet Primula veris.

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Im Volksmund hat die Heilpflanze sehr unterschiedliche Namen:

Die Schlüsselblume gehört zur Familie der Primelgewächse, botanisch Primulaceae.

Heilwirkung der Primel

Die heilende Wirkung der Primel wird besonders bei Husten sehr geschätzt, weil sie durch ihre Inhaltsstoffe die Schleimproduktion anregt und sich der lockere Schleim viel leichter abhusten lässt.

Auch altersbedingter Husten wird durch die heilende Wirkung gemildert. Des Weiteren wirkt sie beruhigend, schmerzlindernd und schweißtreibend, was besonders bei Schlafstörungen und Fieber unterstützend wirkt sowie die Genesung beschleunigen kann.

Zudem wirkt die Schlüsselblume:

Dadurch findet sie häufig Anwendung bei Entschlackungskuren oder allgemeinem Unwohlsein. Krampflösend und harntreibend sind Heilwirkungen, welche bei Problemen der Blase sehr hilfreich sind und besonders bei älteren Menschen zum guten Wohlbefinden beitragen.

Der Hauptwirkstoff der Primel ist Saponin. Doch auch Flavone, ätherisches Öl, Kieselsäure und Gerbstoff sollten erwähnt werden.

Anwendung der Primel

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Die Anwendungsbereiche der Primel werden nicht nur in der Volksmedizin, sondern auch in der Schulmedizin anerkannt. So wird die Schlüsselblume bei Atemwegsbeschwerden, Wasseransammlungen, Migräne und Rheuma angewendet.

Nebenwirkungen gibt es auch bei einer Überdosierung kaum, wenn die behandelte Person an keiner Primelallergie leidet. Sollte dies der Fall sein, muss auf eine Anwendung verzichtet werden. Das Bundes-Gesundheits-Amt erkennt der Heilpflanze Primel eine schleimlösende und reizlindernde Wirkung bei Katarrhen der oberen Luftwege zu.

Der Volksmund setzt die Schlüsselblume gerne bei Schlaflosigkeit ein und verabreicht sie für diesen Zweck als Tee. Hierfür reichen die Blüten aus, obwohl sie weniger Inhaltsstoffe als die Wurzel ausweisen. Die beliebteste Form der Anwendung ist der Tee, welcher zwei- bis dreimal Mal pro Tag eingenommen werden soll. Doch auch als Sirup oder Tinktur wird die Schlüsselblume angewendet.

Vorkommen und Sammelzeit der Heilpflanze

Die Primel bevorzugt kalkreiche Böden und kommt in ganz Europa und in Vorderasien vor. Sie liebt trockene Wiesen und lichte Wälder, dabei bevorzugt sie Hainbuchenwälder, Eichenwälder und Eichenmischwälder. Sie ist von der Ebene bis zu einer Höhe von 1700 Metern zu finden.

Im äußeren Norden und im Süden der Mittelmeerländer wächst sie nicht und ist darum in diesen Gegenden kaum zu finden. Die Sammelzeit dieser Heilpflanze ist von März bis April, wo sie in voller Blüte steht. Zu dieser Zeit sollten auch nur die gelben Blüten gesammelt werden.

Die Wurzeln werden im September geerntet. Die restlichen Pflanzenteile eignen sich nicht, wegen ihres geringen Wirkstoffgehaltes. Produkte mit der wertvollen Primel werden verschiedenste angeboten. Es gibt Seifen, Shampoos, Teemischungen, Bonbons, Badesalze und vieles mehr.

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10 g Wurzeln in etwa 250 ml Wasser kochen und nach 10Minuten absieben. Ein Tuch reichlich damit tränken und auf die zu behandelnde Stelle auflegen.Aufguss von 150 bis 250 g Schlüsselblume in1 Liter Wasser auf eine volle Badewanne geben.

Es wird vermutet, dass schon die Kelten die Heilpflanze Primel wegen ihrer Wirkung geschätzt haben. Erste Aufzeichnungen über diese vielseitige Pflanze gibt es ab dem Mittelalter.

Hildegard von Bingen erwähnt das Kraut besonders wegen der helfenden Wirkung gegen Melancholie. Nachdem die Pflanze geschützt ist, sollte sie nicht wild gesammelt werden, sie eignet sich aber gut zur Aussaat im Garten.

Anbau der heilenden Primel

Die Primel liebt sonnige Standorte und eignet sich gut zum Anbau im eigenen Garten. Die Pflanze kann schon gezogen gekauft werden oder wird in kleinen Töpfen aus Samen selbst gezogen und dann im Freien an einem warmen Standort eingegraben.

Der Boden sollte kalkhaltig sein, auch lehmige, feste Böden machen ihr nichts aus. Sorten gibt es mittlerweile sehr viele. Beliebt sind Hybriden mit bunten und großen Blüten. Als Nachbarn dieser Heilpflanze eignet sich jedes Kraut, das ähnliche Ansprüche an den Boden und den Standort stellt.

Die Samen sollten erst im Topf gezogen werden und als kleine Pflanze in den Garten gesetzt werden. Bei der Bewässerung sollte darauf geachtet werden, die Blüte nicht mit Wasser zu benetzen. Gelbe Blätter werden weggezupft und verdorrte Blüten an den Stielenden abgeschnitten.

  • Die Primel ist sehr anfällig für Mehltau. Mit Schachtelhalmjauche gegossen ist die Pflanze aber bald wieder gesund.

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