Schnittlauch

Im Frühjahr sprießt der grüne, angenehm schmeckende Schnittlauch aus dem Boden und bietet so eine gute Gelegenheit, ein gesundes Butterbrot oder einen leckeren Kräuterquark zu genießen.

Dabei würzt das Kraut nicht nur mit seinem angenehmen Geschmack, sondern bietet mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen auch viele positive Effekte für die Gesundheit.

So wirkt er positiv auf die Verdauung, den Blutdruck sowie die Cholesterinwerte und stärkt die körpereigene Abwehr gegen Gifte und krebserregende Stoffe.

Vitaminbedarf ermitteln

pfeil
herz

Die wichtigsten Fakten über den Schnittlauch

In einigen Quellen heißt es, dass der Schnittlauch schon im alten China als Würz- und Heilpflanze kultiviert wurde. Sicher ist seine Nutzung jedoch seit dem frühen Mittelalter.

Seitdem haben sich zahlreiche Sorten, die sich durch unterschiedliche Blattdicken, Wuchshöhen und Blütenfarben auszeichnen, entwickelt.

Neben seinem festen Platz in der Küche hat sich der Schnittlauch auch als Zierpflanze etabliert und wird aufgrund seiner charakteristischen Stängel und zarten Blüten in Rabatten und auf Gründächern verwendet.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist die Art unter dem Namen Allium schoenoprasum bekannt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund ist die Heilpflanze aufgrund ihrer Eigenschaften und Nutzungen auch unter folgenden Namen bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Schnittlauch gehört innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) zur Unterfamilie der Lauchgewächse (Allioideae) sowie zur Gattung Lauch (Allium).

Heilwirkung des Schnittlauchs

Der Schnittlauch wird vorwiegend als gesundes Würzkraut verwendet, besitzt aber auch folgende Heilwirkungen:

Inhaltsstoffe

Der typische Geschmack des Schnittlauchs entsteht durch die Folgeprodukte des enzymatischen Abbaus der Cysteinsulfoxide. Darüber hinaus enthalten 100 Gramm der gesunden Heilpflanze folgende Inhaltsstoffe:

(Quelle: Agricultural Research Service United States Department of Agriculture: National Nutrient Database for Standard Reference, Release 27)

Wie der Knoblauch besitzt der Schnittlauch Allicin, das Umsetzungsprodukt der Aminosäure Alliin, welches zu hohen Cholesterinwerten und zu hohem Blutdruck vorbeugt.

Anwendung des Schnittlauchs

Der zwischen Zwiebeln und Knoblauch liegende Geschmack des Schnittlauchs wird gern in der Küche verwendet. Um die wertvollen Inhalts- und Aromastoffe der Heilpflanze nicht zu zerstören, sollte er am besten frisch und nicht erhitzt verwendet werden.

Innerliche Anwendung

In der Küche

Schnittlauch gehört zu den bedeutendsten Kräutern in der deutschen Küche, gehört aber auch zu den französischen fine herbes. Im Kräuterquark oder einfach auf dem Butterbrot entfaltet der Schnittlauch seinen Geschmack bestens, aber auch im Rührei ist er sehr beliebt.

Unerlässlich ist er zudem in der berühmten Grünen Soße, die in Hessen gern zu Fleischgerichten serviert wird. Mit seiner kräftigen grünen Farbe sorgt die Heilpflanze zudem für eine gesunde Dekoration von Speisen. Lecker und hübsch anzusehen, sind aber auch die Blüten, die ebenfalls essbar sind.

Bei folgenden Leiden hilft der Schnittlauch

Innerliche Anwendungen
Frühjahrsmüdigkeit
Appetitlosigkeit
Blähungen
Darmentzündung
Magenentzündung
Gicht
Husten
Bluthochdruck

Vorkommen und Sammelzeit des Schnittlauchs

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Würz- und Heilpflanze liegt in den Hochgebirgen der Nordhalbkugel. In Europa, Asien und Nordamerika wächst er auf feuchten Steinschuttfluren, Auen und Schneeböden in bis zu 2.600 Metern Höhe und kommt heute in vielen Regionen verwildert vor.

Der Schnittlauch wird aber auch gern in Kräutergärten angebaut und liebt dabei lockere, nährstoffreiche und feuchte Böden. Um stets frischen Schnittlauch zur Verfügung zu haben, kann man ihn auch im Blumentopf auf der Fensterbank ziehen. Kommerziell wird die Würzpflanze vorwiegend in Gewächshäusern angebaut.

Sammelzeit

Die grünen Stängel des Schnittlauchs kann man von März bis Oktober ernten. Dabei schneidet man die Stängel tief ab und kann sie später erneut ernten, da sie weiterwachsen. Da er frisch am besten schmeckt und mehr Wirkstoffe bietet, wird er eher selten getrocknet.

Um ihn dennoch für den Winter zu konservieren, kann man den Schnittlauch aber auch einfrieren. Dazu schneidet man die Stängel am besten klein, um sie sofort verwenden zu können.

Der Anbau von Schnittlauch

Wer die Heilpflanze anbauen will, hat hierfür verschiedene Möglichkeiten. Klassisch wird das Würzkraut natürlich im heimischen Kräutergarten angebaut. Es ist allerdings auch möglich, die Pflanze im Topf auf der Fensterbank oder auf dem Balkon zu ziehen. Auf diese Weise haben auch Menschen ohne Garten die Möglichkeit, in den Genuss der aromatischen Heilpflanze zu kommen.

Der Standort

Schnittlauch mag es sonnig. Aus diesem Grund ist es nicht notwendig, einen Standort zu suchen, der viel Schatten bietet. Die Vorliebe sorgt auch dafür, dass die Heilpflanze so gut auf Balkonen und Dachterrassen angebaut werden kann.

Wenn die Pflanze in einem Topf in der Küche steht, sollte darauf geachtet werden, dass der Standort nahe am Fenster ist und die Pflanze dadurch genügend Sonne abbekommt. Andernfalls kann es passieren, dass sie schnell eingeht.

Der Boden

Der Boden, der von der Heilpflanze bevorzugt wird, sollte locker und feucht sein. Regelmäßiges Gießen ist daher ein Muss. Vorteilhaft ist es außerdem, wenn der Boden, auf dem der Schnittlauch gesät wird, nährstoffreich und kalkhaltig ist. Dann kann mit einer noch besseren Ernte gerechnet werden.

Die Aussaat

Die Aussaat der schwarzen Samen ist sehr einfach. Die kleinen Körner können lose in das lockere Erdreich gestreut werden. Anschließend sollten sie mit einer leichten Erdschicht bedeckt und gegossen werden. Der perfekte Zeitpunkt für die Aussaat von Schnittlauch-Samen ist April. Nach der Saat braucht die Heilpflanze rund zehn Tage, ehe sie keimt. Danach kann Schnittlauch bis zu 50 cm hoch werden.

  • Wer Schnittlauch auf dem Balkon oder in der Küche haben will, kann auch fertig gekeimte Pflanzen im Gartencenter kaufen. Diese befinden sich bereits in einem geeigneten Topf und können auch in breite Blumenkästen gesetzt werden. Es ist kein Problem, den Schnittlauch in einen Kasten mit anderen Küchenkräutern wie Thymian und Basilikum zu setzen.

Die Pflege

Es ist normal, dass die Pflanze im Laufe des Wachstums auch Blüten entwickelt. Diese sehen aufgrund ihrer violetten Farbe sehr dekorativ aus, beeinträchtigen allerdings die Ernte. Wer Schnittlauch als Küchen- und  Heilpflanze einsetzen will, sollte die Blüten daher regelmäßig abschneiden. Auf diese Weise wird das Blätterwachstum vom Schnittlauch gefördert und es kann insgesamt mehr geerntet werden.

So wird die Heilpflanze geerntet

Viele Laien sind sich nicht sicher, wie viel der Schnittlauchblätter sie abschneiden dürfen, ohne die Pflanze zu schädigen. Hierbei gilt die Faustregel: Die erntereifen Blätter sollten 2 cm über dem Boden mit einer Kräuterschere abgeschnitten werden.

Da die Pflanze im Prinzip das ganze Jahr über neue, erntereife Blätter ausbildet (zumindest wenn sie in der Küche steht), kann ruhig reichlich geerntet werden.

Winterfest machen

Wer die Heilpflanze im Garten oder auf dem Balkon anbaut, sollte den Schnittlauch vor dem Winter kurz abschneiden. Im Herbst sind die meisten Blätter eh nicht mehr frisch und verfärben sich oft auch bräunlich.

Im Prinzip ist Schnittlauch winterhart und schlägt auch im Frühjahr wieder aus. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Pflanze allerdings auch (wenn möglich) an einen wärmeren Ort bringen und dort überwintern lassen.

Schutz vor Schädlingen

Da die Heilpflanze einen sehr intensiven Geruch verströmt, wird sie in der Regel von Ungeziefer und Schädlingen verschont. Das gilt auch für die Pflanzen, die in direkter Nachbarschaft zum Schnittlauch leben. Aus diesem Grund wird die Pflanze gern gezielt zur Abwehr von Schädlingen eingesetzt.

  • Zwischen Karotten oder Rosen gepflanzt, profitieren diese von der Abwehrfunktion des Schnittlauchs.

Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant