Heilpflanze Süßholz

Die Redewendung „Süßholz raspeln“ bedeutet so viel wie „jemandem schmeicheln“ oder „Honig ums Maul schmieren“. Tatsächlich hat der Ausdruck etwas mit der Heilpflanze Süßholz zu tun. Die Wurzel, in der sich besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe befinden, wurde früher mit einer Raspel zerkleinert.

Die Pflanze, die ihre Heimat in mediterranen Gebieten und Westasien  hat, wird heute vor allem zur Herstellung von Lakritze genutzt. Doch auch ihre Heilwirkung sollte nicht unterschätzt werden.

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Die wichtigsten Fakten über Süßholz

Wie der Name der Pflanze bereits verrät, schmeckt sie sehr süß: Ihre Wurzeln sind sogar ungefähr 50x süßer als Rohrzucker. Deshalb wird aus ihr auch die Süßigkeit Lakritze hergestellt. Bereits seit dem Altertum gilt Süßholz zudem aber auch als Heilpflanze, beispielsweise gegen Husten.

Wissenschaftlicher Name

Der wissenschaftliche Name der Heilpflanze lautet Glycyrrhiza glabra.

Weitere Namen/volkstümliche Namen

Zu den volkstümlichen Namen der Heilpflanze gehören:

Pflanzenfamilie/Gattung

Das Süßholz gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler. Es handelt sich hierbei um eine Unterfamilie der Familie der Hülsenfrüchtler.

Der wissenschaftliche Name dieser Gattung lautet Fabaceae. Weitere Vertreter der Pflanzenfamilie sind zum Beispiel Erbsen, Ginster und Rooibos.

Heilwirkung

Süßholz liefert nicht nur den Ausgangsstoff für Lakritze, sondern gilt auch als überaus starke Heilpflanze. Vor allem die Süßholzwurzel gilt als ausgesprochen gesund und rückt deswegen immer wieder in den Fokus der Betrachtungen.

Der Wurzel werden verschiedene Heilwirkungen nachgesagt. So soll sie beispielsweise blutreinigend sein und niedrigen Blutdruck regulieren.

Darüber hinaus wird sie bei Husten, Magengeschwüren und Kopfschmerzen eingesetzt. Auch bei Erkältungen wird die Süßholzwurzel gern als Heilpflanze eingesetzt.

Die Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass die Bronchialschleimhaut mehr dünnflüssiges Sekret produziert. Das hat den Vorteil, dass zähflüssiger Schleim besser abgehustet werden kann.

  • Die Heilpflanze sollte immer nur in Absprache mit einem Arzt als Heilmittel eingesetzt werden. Zu hoch dosiert oder zu lang konsumiert kann es zu Nebenwirkungen kommen.

Inhaltsstoffe

Die folgenden Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass Süßholz als Heilpflanze gilt:

Forscher konnten bisher rund 400 verschiedene Inhaltsstoffe in der Heilpflanze nachweisen.

Anwendungsbereiche

Süßholzwurzel kommt in den meisten Fällen zum Einsatz, wenn eine Erkältung vorliegt. Wer sich mit Heilpflanzen nicht so gut auskennt oder nicht weiß, von wo er eine Süßholzwurzel beziehen soll, greift häufig auf das klassische Lakritz-Bonbon zurück.

Lakritze besteht zum Großteil aus Süßholz und hat durchaus einen Einfluss auf das gesundheitliche Befinden. Es gibt allerdings noch andere Möglichkeiten, die Süßholzwurzel als Heilpflanze anzuwenden.

  • Menschen mit Blutdruck, Diabetes oder Nierenproblemen sowie schwangere Frauen sollten von der Anwendung vollständig absehen.

Äußerliche Anwendung

Süßholzwurzel wird nicht äußerlich, sondern ausschließlich innerlich angewendet.

Innerliche Anwendung

Wer Süßholz innerlich anwenden will, hat hierfür mehrere verschiedene Möglichkeiten:

Alle vier sollen im Folgenden genauer beleuchtet werden.

Der Süßholz-Tee: Um einen Tee aus Süßholzwurzel zuzubereiten, müssen dazu zwei Teelöffel der Wurzel in ein Glas gegeben und mit heißem Wasser übergossen werden. Anschließend zieht der Tee 15 Minuten lang durch und wird dann abgeseiht. Der Süßholz-Tee kann ein- bis dreimal täglich getrunken werden.

Die Süßholz-Tinktur: Zur Zubereitung einer Süßholz-Tinktur werden eine Süßholzwurzel, Doppelkorn oder Weingeist und ein Schraubglas mit Deckel benötigt. Die Wurzel wird in das Glas gegeben und mit hochprozentigem Alkohol übergossen. Die Tinktur zieht anschließend vier bis sechs Wochen durch und wird anschließend erst abgeseiht und dann in eine dunkle Flasche gefüllt. Schließlich kann die Tinktur bei akuten Leiden eingenommen werden.

  • Ist sie zu stark, ist es empfehlenswert die Tinktur mit Wasser zu verdünnen.

Der Süßholz-Honig: Süßholzpulver, das mit Honig verrührt wird, gilt als wirksames Hausmittel bei Erkältungen. Das Honig-Gemisch kann mehrmals täglich eingenommen werden, um den Hals zu beruhigen und den Husten zu lockern. Sowohl Honig als auch die Süßholzwurzel wirken entzündungshemmend.

Die pure Süßholzwurzel: Zu guter Letzt besteht auch die Möglichkeit, Süßholz pur zu konsumieren. Hierzu wird einfach eine Wurzel in den Mund genommen und zerkaut. Diese Anwendung wird vor allem bei Magenbeschwerden empfohlen. Darüber hinaus soll sie auch gegen die Anzeichen zu hohen Alkoholkonsums helfen.

Bei folgenden Leiden hilft Süßholz:

Süßholz als Heilpflanze hilft bei folgenden Leiden und Erkrankungen:

Innerliche Anwendung
 Husten
 Bronchitis
 Magenbeschwerden und -geschwüre
 Sodbrennen
 Kopfschmerzen/Migräne
 niedriger Blutdruck
 Heißhunger
 Übergewicht

Vorkommen und Sammelzeit

Das Süßholz ist eine Pflanze, die sich vor allem in warmen Regionen wohlfühlt. Sie ist vor allem im Mittelmeerraum und Westasien beheimatet.

Der perfekte Standpunkt für diese Heilpflanze ist:

Es ist möglich, die Pflanze auch in Mitteleuropa anzubauen – allerdings nur in Regionen, die überdurchschnittlich warm sind. Ein Beispiel hierfür ist das Rheingebiet.

Sammelzeit

Die Wurzel vom Süßholz wird vor allem im Frühjahr (März bis April) und Herbst (September bis Oktober) gesammelt. Beim Sammeln ist es wichtig, nur die Nebenwurzeln abzutrennen und die Hauptwurzel wieder einzugraben. Auf diese Weise kann die Pflanze weiter gedeihen und später erneut „geerntet“ werden. Die gesammelten Wurzeln werden anschließend gereinigt und getrocknet.

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