Heilpflanze Tausendgüldenkraut

Das Tausendgüldenkraut ist eine Heilpflanze, die sofort durch ihre wunderschönen, leuchtenden Blüten ins Auge sticht. Die sind je nach Art zartrosa, purpurrot, blau oder gelb. Die Pflanze ist hochgewachsen und verfügt über zahlreiche kreuzgegenständig angeordnete Blätter.

In den Kapselfrüchten des Tausendgüldenkrauts befinden sich kleine Samen, die eine wichtige Rolle in der Naturheilkunde spielen. Die Kapseln öffnen sich von allein und verteilen die Samen auf diese Weise.

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Die wichtigsten Fakten über das Tausendgüldenkraut

Das Tausendgüldenkraut wurde im Jahr 2004 zur Heilpflanze des Jahres von NHV Theophrastus'(Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gen. Paracelsus e.V) gekürt.

Das Wissen um seine Wirkungen als Heilpflanze reicht zurück bis in die Antike. Es hilft vor allem bei Magenbeschwerden, da es die Bildung von Speichel und Magensaft fördert.

Wissenschaftlicher Name

Der wissenschaftliche Name des Tausendgüldenkrauts lautet Centaurium.

Weitere Namen/volkstümliche Namen

Weitere Namen dieser Heilpflanze, die teilweise auch volkstümlich sind, lauten

  • Agrinken
  • Allerweltsheil
  • Apothekerblum
  • Aurin
  • Erdgalle
  • Fieberkraut
  • Gallkraut
  • rotes Garbenkraut
  • Gartenheide
  • Gottesgnadenkraut
  • Geschoßkraut
  • Himmelblümlen
  • Hundertgüldenkraut
  • Laurin
  • Magreiten
  • Muttergotteskraut
  • Santor
  • Schmeckeblume
  • Sinögge
  • Sintau
  • Tausendkraft
  • Tollhundskraut
  • Tsantali
  • Unserer Lieben Frau Wegstroh
  • Verschreikräutel

Pflanzenfamilie/Gattung

Das Tausendgüldenkraut ist ein Mitglied der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Zu dieser zählen vor allem krautige Pflanzen, seltener auch verholzte Pflanzen wie Sträucher oder Bäume.

Heilwirkung

Wer von der heilenden Wirkung des Tausendgüldenkrauts profitieren will, kann hierfür alle Pflanzenteile außer den Wurzeln verwenden. Besonders auffällig beim Konsumieren der Heilpflanze ist ihr bitterer Geschmack.

Tatsächlich sind die Bitterstoffe, die im Tausendgüldenkraut vorkommen, maßgeblich an der Heilwirkung beteiligt. Sie senden nämlich verschiedene Reize aus, die dazu führen, dass unter anderem die Verdauung angeregt wird. Außerdem hilft das Kraut gegen Appetitlosigkeit und bei Blähungen beziehungsweise Völlegefühl.

Das Tausendgüldenkraut hat – wie weiter oben bereits erwähnt – unzählige Namen. Einige davon, zum Beispiel Allerweltsheil oder Tausendkraft, deuten darauf hin, dass die Heilpflanze auf vielerlei Weisen wirkt.

In der Tat wird davon ausgegangen, dass die Pflanze nicht nur die Verdauung anregt, sondern auch entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend wird. Dementsprechend kann es bei vielen verschiedenen Beschwerden und Krankheiten zum Einsatz kommen.

Die Heilwirkungen des Tausendgüldenkrauts auf einen Blick:

Inhaltsstoffe

In der Heilpflanze Tausendgüldenkraut sind unter anderem folgende Inhaltsstoffe vorhanden:

  • Bitterstoffglykoside
  • Erytaurin
  • Erythrocentaurin
  • Erythramin
  • Gentianin
  • Viele, die das Tausendgüldenkraut zum ersten Mal einnehmen, sind vom Geschmack sehr überrascht. Es handelt sich hierbei in der Tat um eine sehr bittere Pflanze, deren Geschmack häufig als extrem unangenehm empfunden wird.

Anwendungsbereiche

Wie bereits erwähnt, können nahezu alle Teile vom Tausendgüldenkraut für heilende Zwecke verwendet werden. Das führt dazu, dass es sich hierbei um eine sehr vielfältige Heilpflanze handelt.

In den meisten Fällen wird das Kraut bei Magenschmerzen angewendet. Die Bitterstoffe, die in der Heilpflanze enthalten sind, regen die Produktion von Magensäure an und beschleunigen damit den Verdauungsprozess. Auf diese Weise können auch unterschiedliche Beschwerden wie Verstopfung, Völlegefühl und Blähungen behoben werden.

Äußerliche Anwendung

Äußerliche Anwendungen sind im Falle des Tausendgüldenkrautes eher unüblich. Die Naturheilkunde fokussiert sich herbei eindeutig auf die innerliche Anwendung.

Wer Tausendgüldenkraut jedoch dennoch äußerlich, beispielsweise bei entzündlichen Wunden, einsetzen will, kann hierzu einen Aufguss verwenden. Hierfür werden verschiedene Teile der Pflanze zunächst mit heißem Wasser übergossen und ziehen dann eine Weile. Im Anschluss kann der Aufguss als Basis für ein Bad oder auch für Umschläge verwendet werden.

  • Bei Bedarf kann der Aufguss nach dem Ziehen nochmals aufgekocht beziehungsweise erwärmt werden. Auf diese Weise wird die Anwendung noch angenehmer.

Innerliche Anwendung

Innerlich wird die Heilpflanze in der Regel als Tee angewendet. Dieser kann vor beziehungsweise zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden, um die Verdauung anzukurbeln. Die Zubereitung eines Tausendgüldenkraut-Tees erfolgt auf folgende Weise:

Durch diese sehr schonende Zubereitung bleiben möglichst viele Inhaltsstoffe des Krautes erhalten.

  • Der Tee kann auch in größeren Mengen vorbereitet und anschließend kalt gestellt werden.

Eine andere Möglichkeit der inneren Anwendung von Tausendgüldenkraut stellt eine Tinktur dar, die mithilfe von hochprozentigem Alkohol angefertigt wird.

Tausengüldenkraut hilft bei folgenden Leiden:

Die Heilpflanze Tausendgüldenkraut wird unter anderem bei folgenden Leiden eingesetzt:

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
Vedauungsstörungen und -schwächeWunden
BlähungenEkzeme
VerstopfungFlechten
Koliken
Übergewicht
Appetitlosigkeit
Sodbrennen
Fieber
Menstruationsbeschwerden
Müdigkeit und Erschöpfüng

Vorkommen und Sammelzeit

Die verschiedenen Arten des Tausendgüldenkrautes mögen es gern sonnig und warm. Aus diesem Grund kommen sie vorrangig in Südeuropa vor.

Manche Pflanzen mögen es lieber ein bisschen feucht, andere können gut mit Trockenheit umgehen. Aus diesem Grund ist es auch möglich, Tausendgüldenkraut an bergigen Hängen bis zu 1500 Metern Höhe zu entdecken.

In Mitteleuropa kommen drei verschiedene Arten des Tausendgüldenkrautes vor:

Sammelzeit

Die Sammelzeit der Heilpflanze ist zwischen Juli und August. Es jedoch wichtig, zu wissen, dass das Tausendgüldenkraut in Deutschland dem Artenschutz unterliegt.

Dementsprechend dürfen wild wachsende Pflanzen nicht gepflückt werden. Es lohnt sich daher, die Heilpflanze im heimischen Garten anzubauen.

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