Tollkirsche

Die Tollkirsche ist eine der wenigen Heilpflanzen, die stark giftig sind. Daher sollte sie niemals als einfaches Heilkraut Anwendung finden, sondern ausschließlich in Form von Fertigpräparaten oder gemäß dem homöopathischen Leitbild.

Damals wurde die Heilpflanze als Droge zu rituellen Zwecken genutzt, denn ihre Inhaltsstoffe rufen unter anderem Halluzinationen hervor.

Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Herzrasen sowie Herzrhythmusstörungen. Nur wenige Früchte können zum Tod führen.

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Die wichtigsten Fakten über die Tollkirsche

Die Blüten der Tollkirsche erscheinen in den Sommermonaten in einem bräunlichen Ton. Diese Blüten entwickeln sich mit der Zeit zu schwarzen, glänzenden Beeren, die sowohl süß wie auch sauer schmecken.

Erwachsene wie auch Kinder werden von der Form der Heilpflanze nicht selten zum Naschen verleitet. Allerdings enthält die Frucht sehr viele giftige Alkaloide, die bereits in geringem Maß einen Erwachsenen töten können.

Wissenschaftlicher Name

Für die Medizin beziehungsweise Naturheilkunde und Homöopathie ist vor allem die schwarze Tollkirsche von großer Bedeutung. Diese wird in Fachkreisen auch als Atropa belladonna bezeichnet.

Volkstümliche Namen

Neben dem wissenschaftlichen Namen gibt es auch zahlreiche volkstümliche Namen, die sich eingeprägt haben:

Gattung / Pflanzenfamilie

Die schwarze Tollkirsche gehört der gleichnamigen Pflanzengattung der Tollkirschen an. Diese wird auch als Atropa bezeichnet.

Dem übergeordnet ist die Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse. In Fachkreisen führt diese Gattung den wissenschaftlichen Namen Solanaceae.

Heilwirkung der Tollkirsche

Die Tollkirsche ist nicht nur besonders giftig, in gut dosierten Maßen verfügt sie über einige Heilwirkungen, die vor allem in der Naturheilkunde und der Homöopathie zum Einsatz kommen:

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe der Tollkirsche sind relativ vielfältig. Nachfolgend werden die wichtigsten Bestandteile der Heilpflanze aufgezählt:

Bei den Atropa-Alkaloiden sind mindestens 0,3 Prozent in den Blättern und bis zu zwei Prozent in der Wurzel enthalten. Im Tollkirschenextrakt befinden sich 13 bis 14 mg Tropanalkaloide auf einem Gramm Extrakt.

Anwendung der Tollkirsche

  • Aufgrund ihrer Giftigkeit sollte die Tollkirsche keinesfalls als Heilkraut, sondern ausschließlich in Fertigpräparaten oder unter Anleitung eines erfahrenen Heilpraktikers beziehungsweise Homöopathen angewandt werden.

In der Naturheilkunde wird grundsätzlich von der Anwendung abgeraten. In der Homöopathie gibt es dahingegen zahlreiche Anwendungsbereiche.

Sofern eine Anwendung stattfindet, erfolgt diese entweder in Form einer Tinktur oder als standardisierter Extrakt in Kombinationspräparaten. In der Homöopathie kann darüber hinaus die ganze, frische Pflanze Anwendung finden.

Bei folgenden Leiden hilft die Tollkirsche

Die Tollkirsche kann bei unterschiedlichen Leiden und Erkrankungen zum Einsatz kommen. Besonders häufig wird sie bei fieberhaften Infekten angewandt.

Anwendungen
bei plötzlich auftretenden, hoch fieberhaften Infekten
kolikartige Schmerzen
Mittelohrentzündungen
Halsschmerzen (v.a. bei stark ausgeprägter Angina)
Kopfschmerzen
trockener Husten
Heiserkeit
Bindehautentzündung
grippale Infekte
Mumps
Scharlach
Pseudo Krupp
Nasennebenhöhlenentzündung
Sonnenbrand
plötzlich auftretende Gelenkschmerzen
Blinddarmreizung
Schüttelfrost
Zahnschmerzen
Zahnungsbeschwerden bei Säuglingen
Menstruationsschmerzen
Magenentzündungen
Trockene Schleimhäute
Nervenleiden
Brustentzündungen infolge des Stillens

Für gewöhnlich wird die Tollkirsche ausschließlich in den Potenzen D6 bis D12 eingenommen.

Potenzen unterhalb von D3 sind grundsätzlich verschreibungspflichtig.

Persönlichkeit des Patienten

Da die Heilpflanze für gewöhnlich ausschließlich homöopathisch verabreicht wird, ist - wie in der Homöopathie üblich - die Persönlichkeit des Patienten von großer Bedeutung.

Belladonna, wie umgangssprachlich gesagt wird, ist insbesondere für reizbare Menschen, die empfindlich auf äußere Einflüsse reagieren und  'nahe am Wasser gebaut' sind, geeignet.

Vorkommen und Sammelzeit

In Deutschland kommt die Tollkirsche vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz sowie Hessen, im östlichen Teil Nordrhein-Westfalens und in Thüringen vor. Vereinzelt findet man die Heilpflanze in Sachen, Sachsen-Anhalt und im südlichen Nordrhein-Westfalen.

Die Tollkirsche bevorzugt Gneis-, Kalk und Prophyrböden, die besonders nährstoffreich sind. Besonders gut gedeiht sie auf Waldlichtungen sowie an Waldrändern.

Die Frucht findet sich aber nicht nur in Deutschland, sondern ebenso in Skandinavien, dem Balkan, im Iran, Kleinasien und Nordafrika sowie im gesamten West- und Südeuropäischen Raum wieder.

Sammelzeit

Das Kraut der Tollkirsche wird in den Monaten Juni bis Juli eingesammelt. Die Wurzel kann dahingegen von Juni bis August gesammelt werden.

Verwendbare Pflanzenteile

In der Regel werden ausschließlich das Kraut und die Wurzel der Tollkirsche verwendet. Unter Umständen können auch die Früchte eingesammelt und genutzt werden.

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