Vergissmeinnicht

Die Gattung Vergissmeinnicht besitzt mehrere Arten, die als Heilpflanze genutzt werden können, allerdings geschieht dies eher selten.

Früher wurden die hübschen, blauen Blumen gern als Liebesgeschenke und Treuebeweise verschenkt, aber die Nutzung in der Heilkunde blieb stets sehr beschränkt.

Dabei hat die Pflanze ähnliche Wirkungen wie andere Heilpflanzen, wirkt aber etwas schwächer. Als Tee, Tinktur und in der Homöopathie wird die Pflanze aber gelegentlich genutzt.

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Die wichtigsten Fakten über das Vergissmeinnicht

Der charakteristische deutsche Namen des Vergissmeinnichts wurde auch in viele andere Sprachen direkt übertragen. Der deutsche Name ist seit dem 15. Jahrhundert belegt und geht wohl auf die hübschen, blauen Blüten zurück, die an die Augen frisch verliebter Menschen erinnern sollen.

Daher wurden die Blumen gern als Liebes- und Treuebeweis verschenkt. Allerdings wurde der gleiche Name früher auch für die Pflanzenart  'Gamander-Ehrenpreis' (Veronica chamaedrys) verwendet. Beide Blumen wurden auch 'Männertreu' genannt, um an die Treueschwüre zu erinnern. Der botanische Name Myosotis geht auf das Griechische zurück und bedeutet 'Mäuseohr'.

Ob der Namensgeber Carl von Linné bei den Blättern wirklich an Mäuseohren dachte oder den Namen aus dem Volksmund übernommen hat, ist dabei allerdings unklar. Die eher länglichen Blätter erinnern nämlich nicht sehr an Mäuseohren.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist das Acker-Vergissmeinnicht unter dem Namen Myosotis arvensis bekannt, das Wald-Vergissmeinnicht dagegen als Myosotis sylvatica und das Sumpf-Vergissmeinnicht als Myosotis palustris.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund ist die hübsche Zier- und Heilpflanze auch unter folgenden Namen bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Die verschiedenen als Heilpflanzen genutzten Vergissmeinnicht-Arten gehören innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) zur Gattung Vergissmeinnicht (Myosotis).

Heilwirkung des Vergissmeinnichts

Das Vergissmeinnicht wird kaum als Heilpflanze verwendet, obwohl es folgende Heilwirkungen besitzt:

Inhaltsstoffe

Die Heilpflanze besitzt folgende Inhaltsstoffe:

Anwendung des Vergissmeinnichts

Das Vergissmeinnicht wird kaum als Heilpflanze eingesetzt, obwohl es ähnliche Heilwirkungen wie beispielsweise Beinwell oder Lungenkraut besitzt.

Vielleicht ist die Heilwirkung dieser beiden Heilpflanzen ausgeprägter, aber ein solches Nischendasein hätte das Vergissmeinnicht eigentlich nicht verdient.

Wer die Heilpflanze nutzt, wendet sie bevorzugt als Tee an. Aber auch in der Homöopathie wird sie genutzt.

 

Äußerliche Anwendung

Waschungen, Bäder und Umschläge

Der Vergissmeinnicht-Tee oder die verdünnte Tinktur kann in Form von Bädern, Umschlägen oder Waschungen bei Hautentzündungen und Quetschungen helfen.

Frischer Pflanzensaft

Früher wurde der frische Pflanzensaft genutzt, um Nasenbluten zu stoppen.

Innerliche Anwendung

Homöopathie

Das Vergissmeinnicht wird in der Homöopathie vor allem gegen Lymphknotenschwellungen, aber auch bei allgemeiner Erkältungsneigung eingesetzt. Eine homöopathische Tinktur kann man selbst herstellen, indem man das Kraut mit Doppelkorn oder Weingeist übergießt, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind.

Anschließend lässt man die Mischung verschlossen für zwei bis sechs Wochen ziehen und seiht sie dann ab. Um die Tinktur homöopathisch zu potenzieren, wird sie mehrmals mit je neun Anteilen Wasser verdünnt und dann geschüttelt.

Man kann aber auch homöopathische Zubereitungen in niedrigen Potenzen wie D2 oder D3 kaufen.

Tee

Einen Tee bereitet man aus einem oder zwei Teelöffeln Kraut und einer Tasse kochendem Wasser zu. Nachdem er zehn Minuten gezogen hat, seiht man ihn ab und trinkt täglich ein bis drei Tassen in kleinen Schlucken.

Der Tee dient zur Stärkung nach einer schweren Erkrankung, hilft aber auch bei Durchfall und Entzündungen des Verdauungssystems.

Bei folgenden Leiden hilft das Vergissmeinnicht

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
LymphknotenschwellungenNasenbluten
ErkältungsneigungQuetschungen
Stärkung nach Krankheit (Rekonvaleszenz)Hautentzündungen
Durchfall
Entzündung des Verdauungssystems

Vorkommen und Sammelzeit des Vergissmeinnichts

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Vergissmeinnichtarten liegt in Europa und Westasien. Wie der Name bereits verrät, liebt das Acker-Vergissmeinnicht dabei vor allem Äcker, Wegränder, Ruderalstellen und Gebüsche auf frischen, nährstoffreichen Lehmböden.

Das Sumpf-Vergissmeinnicht wächst vor allen an sumpfigen Stellen bei nährstoffreichen Gewässern sowie auf nassen Wiesen und in Bruchwäldern, während das Wald-Vergissmeinnicht vor allem in der submontanen bis montanen Höhenstufe in Waldschlägen, aber auch auf frischen Fettwiesen, Säumen und Viehlagerplätzen gedeiht.

Alle Arten werden gern als Zierpflanzen verwendet und besitzen zahlreiche Zuchtformen, die teilweise verwildert sind.

Sammelzeit

Das blühende Kraut der Zier- und Heilpflanze kann man von April bis Juni sammeln.

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