Weissbeerige Mistel

Versteckt im Grün der Laubbäume wächst die Weißbeerige Mistel im Sommer. Wenn die Blätter im Herbst von den Bäumen fallen, erkennt man den kugelrunden Parasit allerdings sofort.

Dann ist auch die Zeit, in der man die wichtige Heilpflanze sammeln sollte.

Bei den Druiden, aber auch in der Volksheilkunde galt die Pflanze früher als Allheilmittel. Heute wird sie dagegen vor allem bei Bluthochdruck, rheumatischen Beschwerden und als Begleitmittel in der Krebstherapie geschätzt.

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Die wichtigsten Fakten über die Weißbeerige Mistel

Die Weißbeerige oder Weiße Mistel ist eine der wenigen parasitär lebenden Pflanzen in Europa und gehört zu einer artenreichen Gattung, die weltweit verbreitet ist. Der botanische Gattungsname Viscum geht auf das lateinische Wort für 'Leim' zurück.

Der Name verweist dabei auf die Verwendung der Beeren durch die Römer. Diese stellten nämlich aus den klebrigen Beeren einen Vogelleim, der zum Vogelfang diente, her.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft wird die Weißbeerige Mistel unter dem Namen Viscum album geführt.

Volkstümliche Namen

Im Volksmund wird die Heilpflanze aufgrund ihrer Verwendung und ihres Aussehens folgendermaßen genannt:

  • Donnerbesen
  • Hexenbesen
  • Hexenkraut, Hexenchrut oder Hexennest
  • Druidenfuß
  • Heil aller Schäden
  • Heiligkreuzholz
  • Wintergrün
  • Bocksbutter oder Bocksfutter
  • Albranken
  • Vogelkraut, Vogelleimholz, Vogelmistel oder Vogelchrut
  • Kreuzholz
  • Birnäpsel
  • Geisskraut
  • Immergrün
  • Wintergrün oder Wintersamen
  • Kenster
  • Kinster
  • Klüster
  • Marenstocken
  • Knisterholz
  • Nistel sowie
  • Offölterholz
  • Affalter

Gattung / Pflanzenfamilie

Die Art gehört innerhalb der Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae) zur artenreichen Gattung der Misteln (Viscum).

Heilwirkung der Weißbeerigen Mistel

Die unverwechselbare Heilpflanze wurde schon früh genutzt und sie wirkt:

  • Die Weiße Mistel gilt als giftig oder leicht giftig. Ihre Giftigkeit hängt vom Wirtsbaum ab. So sind Misteln von Ahorn-, Linden-, Walnuss-, Pappel- und Robinienbäumen am giftigsten, während diejenigen auf Apfelbäumen am wenigsten giftig sind.

Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält unter anderem folgende Wirkstoffe:

Anwendung der Weißbeerigen Mistel

Die Mistel galt früher als Allheilmittel und wird heute vor allem bei Bluthochdruck, aber auch begleitend bei einer Therapie gegen Krebs eingesetzt. Da die Heilpflanze leicht giftig ist, sollte sie behutsam angewandt werden.

Äußerliche Anwendung

Kaltauszug

Ein Kaltauszug aus der Mistel kann äußerlich als Umschlag oder für Bäder verwendet werden. In dieser Form hilft er gegen Krampfadern, Unterschenkelgeschwüre und Ekzeme.

Bei rheumatischen oder neuralgischen Schmerzen sowie Arthrose können Umschläge die Beschwerden lindern. Den Tee kann man aber auch gegen Heuschnupfen anwenden und schnupfen.

Innerliche Anwendung

Kaltauszug und Tee

Ein Misteltee wird stets als Kaltauszug zubereitet, da sich die schwach giftigen Stoffe nicht im kalten Wasser lösen. Zudem soll die Heilwirkung durch Erwärmen gemindert werden. Den Misteltee verwendet man hauptsächlich zur Senkung von Bluthochdruck, aber er hilft auch bei Herzschwäche und Arteriosklerose.

Andererseits kann man niedrigen Blutdruck mit Misteltee steigern - auch wenn dies zunächst widersprüchlich erscheint. Aber die Wirkung auf den Blutdruck erfolgt durch eine Normalisierung des Kreislaufs sowie einer Stärkung des Herzens.

Die Mistel kann daher sowohl bei zu hohem als auch bei zu niedrigem Blutdruck helfen. Zudem steigert der Tee die Verdauung sowie den Stoffwechsel und kann damit bei Beschwerden der Verdauungsorgane und Stoffwechselstörungen angewendet werden. Dank der positiven Wirkung auf den Stoffwechsel hilft die Mistel auch bei rheumatischen Beschwerden.

Das Heilkraut stärkt aber auch die Nerven und lindert Kopfschmerzen sowie Schwindel. Die Nervenstärkung wirkt sich bei Epilepsie positiv aus und kann Anfälle seltener machen. Auch gegen wiederholte Fieberkrämpfe bei Kindern soll Misteltee helfen.

Schließlich lindert der Misteltee auch die typischen Wechseljahrsbeschwerden sowie Menstruationsbeschwerden. Dank der blutstillenden Eigenschaften kann die Mistel auch Gebärmutterblutungen stoppen. Weil sie den Wochenfluss abkürzt und abschwächt, ist sie eine wertvolle Heilpflanze nach Geburten.

Begleitend in der Krebsbehandlung

Mistelpräparate werden erfolgreich als begleitendes Mittel bei einer Krebstherapie sowie zu deren Nachbehandlung eingesetzt.

Sie können den Erfolg der herkömmlichen Krebstherapie in vielen Fällen verbessern und Nebenwirkungen von Chemotherapien lindern. Eine alleinige Behandlung gegen Krebs ist jedoch nicht zu empfehlen.

Bei folgenden Leiden hilft die Weiße Mistel

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
BluthochdruckKrampfadern
HerzschwächeUnterschenkelgeschwüre
niedriger BlutdruckEkzeme
Arterioskleroserheumatische Schmerzen
Beschwerden der Verdauungsorganeneuralgische Schmerzen
StoffelwechselstörungenArthrose
rheumatische BeschwerdenHeuschnupfen
Nervenprobleme
Kopfschmerzen
Schwindel
Epilepsie
Wechseljahrsbeschwerden
Menstruationsbeschwerden
Gebärmutterblutungen
Wochenfluss

Vorkommen und Sammelzeit der Weißbeerigen Mistel

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Weißbeerigen Mistel erstreckt sich von den wintermilden Regionen Südskandinaviens über Mittel- bis hin nach Südeuropa.

Hier gedeiht sie vor allem auf Laubbäumen wie Obstbäumen, Linden, Ahornen oder Weißdornen und liebt basenreiche Standorte.

Sammelzeit

Die Blätter und Zweige der Heilpflanze werden vom Spätherbst bis zum Frühjahr gesammelt.

Dann sind die Misteln auf den laubfreien Bäumen auch leicht zu finden.

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