Wermut

Aufgrund seines bitteren Geschmacks und der zahlreichen Wirkstoffe wird der Wermut bei Verdauungsbeschwerden geschätzt.

Die Heilpflanze kann aber auch bei vielen anderen Problemen helfen und äußerlich wie innerlich verwendet werden.

Während sie äußerlich gegen Magenkrämpfe und Wunden hilft, dient sie als Tee oder Tinktur innerlich zur Beruhigung des Verdauungssystems und kann die Menstruation, aber auch Wehen anregen.

Vitaminbedarf ermitteln

pfeil
herz

Die wichtigsten Fakten über den Wermut

Der Wermut wurde schon in der Antike als Heilmittel genutzt und aufgrund seiner zahlreichen Wirkungen geschätzt. So weihten die alten Griechen die Heilpflanze der jungfräulichen Jagdgöttin Artemis, während die Ägypter sie der Fruchtbarkeitsgöttin Bastet widmeten und auch als Liebeszauber eingesetzten.

Im Mittelalter beschrieb Hildegard von Bingen ausführlich die Anwendungsmöglichkeiten des Wermuts und betonte dabei vor allem die äußerlichen Anwendungen. Das bittere Kraut wurde aber auch gegen Motten in den Kleiderschrank gehängt und diente in der Schreibtinte zur Abwehr von Mäusefraß an Büchern.

Während sich der botanische Name von der griechischen Jagdgöttin ableitet, ist der Ursprung des deutschen Namens unklar, stammt aber aus dem Westgermanischen. Die Heilpflanze erlangte im 19. Jahrhundert als Bestandteil der Modedroge Absinth Berühmtheit.

Wegen der vermuteten gesundheitsschädlichen Wirkung des Thujons war dieses alkoholische Getränk einige Zeit in verschiedenen europäischen Ländern verboten.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft ist der Wermut unter dem Namen Artemisia absinthium bekannt.

Volkstümliche Namen

Der Wermut ist im Volksmund auch unter folgenden Namen bekannt:

  • Absinth
  • Hilligbitter
  • Magenkraut
  • Bitterals
  • Else
  • Gottvergesse
  • Würmut
  • Wiegenkraut
  • Mottenstock
  • Aetsch
  • Eisenkraut
  • Wermat
  • Wolfszausert
  • Bermet
  • Wärmede
  • Ölde
  • Wörmken

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Wermut gehört innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae) beide zur Gattung Artemisia.

Heilwirkung des Wermuts

Der Wermut ist für seine verdauungsförderlichen Eigenschaften bekannt und wirkt:

Inhaltsstoffe

Schon am Geschmack erkennt man, dass der Wermut viele Bitterstoffe (0,15 bis 0,4 %) besitzt. Darüber hinaus enthält er vor allem:

Anwendung des Wermuts

Der Wermut ist eine bekannte Heilpflanze, die sehr für ihre verdauungsförderlichen Eigenschaften geschätzt wird.

Als Tee oder Tinktur hilft er aber nicht nur gegen Verdauungsschwäche, sondern auch bei einer Schwäche der Gallenblase.

Frauen hilft er, indem er die Menstruation deutlich angeregt. Auch die Wehen fördert er. Diese Anwendungsmöglichkeit sollte jedoch mit dem Arzt abgesprochen werden.

  • Bei Magen- und Darmgeschwüren sollte die Heilpflanze nicht angewendet werden. Wegen der Förderung der Wehen sollte man auch in der Schwangerschaft auf Wermut verzichten.

Äußerliche Anwendung

Umschläge, Bäder oder Waschungen

Der Wermut-Tee oder die verdünnte Tinktur kann in Form von Umschlägen, Waschungen oder Bädern gegen Kopfschmerzen, stumpfe Verletzungen des Bewegungsapparates und zur Wundheilung dienen. Umschläge auf dem Bauch lindern zudem Magenkrämpfe.

Innerliche Anwendung

Tee

Einen Wermuttee bereitet man aus einem bis zwei Teelöffel Wermutkraut oder Blätter und übergießt diese mit einer Tasse kochendem Wasser. Nach zehn Minuten filtert man und trinkt den Tee in kleinen Schlucken.

Diesen Tee trinkt man ein- bis dreimal täglich am besten ungesüßt, da die Süße die Bitterkeit und damit den gewünschten Effekt abmildern würde.

Tinktur

Eine Tinktur mit Wermut bereitet man aus dem Kraut und Doppelkorn oder Weingeist, den man so lange über die Pflanzenteile gießt, bis alle bedeckt sind.

Die Mischung sollte verschlossen zwei bis sechs Wochen ziehen und dann gefiltert und in eine dunkle Flasche gefüllt werden. Bei Bedarf kann man von dieser Tinktur ein- bis dreimal täglich 10 bis 50 Tropfen einnehmen.

Bei folgenden Leiden hilft der Wermut

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
VerdauungsschwächeKopfschmerzen
Gallenschwächestumpfe Verletzungen des Bewegungsapparates
BlähungenWundheilung
WürmerMagenkrämpfe
Gelbsucht
Nierenschwäche
ausbleibende Menstruation
Förderung der Wehen

Vorkommen und Sammelzeit des Wermuts

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Heilpflanze liegt im gemäßigten Eurasien und in Nordafrika.

Dort wächst er gern auf trockenen oder auf sandig-tonigen Böden und liebt die Nähe von Wasserläufen. Auch im Garten mag der Wermut durchlässige Böden und wird daher gern in Steingärten angebaut.

Sammelzeit

Das Kraut und die Blätter der blühenden Pflanzen können vor allem von Juni bis August gesammelt werden.

Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant