Heilpflanze Zimt

Zimt ist ein Gewürz, das in China bereits seit vielen tausend Jahren bekannt ist. Er ist zugleich auch eine Heilpflanze, deren Wirkung ebenfalls schon lange zur Behandlung verschiedener Beschwerden genutzt wird.

Kaufleute brachten das Gewürz zunächst nach Ägypten, von wo es durch die Portugiesen weiter nach Europa gebracht wurde.

Im 16.-18. Jahrhundert war Zimt ein sehr teures Gewürz, das sich nicht jeder leisten konnte. Erst in den letzten Jahrzehnten wurden in Indonesien Plantagen angelegt, sodass Zimt nun sehr viel günstiger gehandelt werden konnte.

Heute ist er ein Massenprodukt, aber deshalb auch in verschiedenen Qualitäten erhältlich. Diese weisen einen mehr oder weniger hohen Gehalt des ätherischen Öls auf, was besonders bei der Nutzung als Heilpflanze wichtig ist.

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Wissenschaftlicher Name der Heilpflanze

Zimt wird aus dem echten Zimtbaum (Cinnamomum verum), auch Ceylon-Zimtbaum genannt, gewonnen. Aus China kommt der günstigere und qualitativ nicht so hochwertige Kaiser-Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia).

Volkstümliche Namen der Heilpflanze

Pflanzenfamilie/Gattung

Der Zimtbaum gehört in die Pflanzenfamilie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Die Pflanze zeichnet sich durch gelbe Blüten und gestreifte Blätter aus.

Die Heilwirkung von Zimt

Das Gewürz lässt sich vielseitig nutzen und kann als Tee getrunken oder in Speisen verwendet werden.

Als Heilpflanze hat es folgende Wirkungen:

Inhaltsstoffe der Heilpflanze

Das Gewürz wird aus der Rinde des Zimtbaums aus Ceylon oder China gewonnen. Je nach Herkunft hat die Zimtrinde einen unterschiedlich hohen Anteil an ätherischem Öl und Eugenol bzw. Cumarin.

Ceylon Zimt: ca. 65-80% Zimtaldehyd, 10% Eugenol

Chinesischer Zimt: ca. 90% Zimtaldehyd, statt Eugenol Cumarin Procyanidine

Die Heilpflanze enthält insgesamt folgende Wirkstoffe:

  • Zimtaldehyd
  • Methylhydroxy-Chalcone-Polymer
  • Ascorbinsäure
  • Borneol
  • Kalziumoxalate
  • Kampfer
  • Eugenol
  • Gerbstoffe
  • Cumarine
  • Limonen
  • Linalool
  • Salicylate
  • Schleim
  • Sesquiterpene
  • Zink

Anwendungsbereiche der Heilpflanze

Innerliche Anwendung

Tee, Gewürzpulver

Zimt wird klassisch zum Würzen von süßen Speisen oder in Gebäck verwendet. Eine moderne Variante ist ein Zimttee, den die Inder jedoch als Chai Tee schon sehr lange genießen. Dieser Tee gilt allgemein als stärkend und hat eine antibakterielle Wirkung. Er regt außerdem die Durchblutung an und fördert die Verdauung. Frauen können ihn dazu verwenden, um Probleme bei der Regel oder in den Wechseljahren zu lindern.

Außerdem kann der Tee innerlich angewendet bei Magenbeschwerden oder bei Verdauungsproblemen helfen. Gerade im Winter bzw. vor Weihnachten, wenn häufig fettes und üppiges Essen verzehrt wird, ist Tee aus Zimt willkommen. Seine Inhaltsstoffe wirken außerdem krampflösend und antibakteriell, was besonders bei Beschwerden mit der Verdauung hilfreich sein kann.

Äußerliche Anwendung der Heilpflanze

Zimteinlegesohlen für Schuhe, Wärmepflaster

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe hat das Gewürz nicht nur eine beruhigende Wirkung auf Organfunktionen, sondern kann äußerlich angewendet die Haut reizen und damit die Durchblutung fördern. Dafür ist das enthaltene Zimtöl verantwortlich.

Es kann, vorsichtig dosiert, auch zur Schmerzlinderung oder zur Beseitigung von Muskelverspannungen genutzt werden. Bekannt sind zum Beispiel Zimteinlegesohlen für die Schuhe oder ein Wärmepflaster gegen Muskelverspannungen.

Die Heilpflanze hilft besonders bei diesen Beschwerden:

Innerliche AnwendungÄußerliche Anwendung
AppetitlosigkeitMuskelverspannungen/Muskelschmerzen
Blähungen
Magenbeschwerden
Magenkrämpfen
Übelkeit
Erbrechen
Fieber
Erkältung
Heiserkeit
Husten
Bronchitis
Nebenhöhlenentzündungen
Herzschwäche
Diabetes
hoher Blutzuckerspiegel
Wechseljahrsbeschwerden
Menstruationsbeschwerden
Zahnschmerzen

Vorkommen und Sammelzeit

Der teurere Ceylon Zimt Cinnamomum zeylanicum stammt aus Sri Lanka bzw. Südindien. Er wird außerdem auf den Seychellen oder Madagaskar, auf Martinique, Jamaika, Cayenne oder in Brasilien angebaut. Cassia Zimt Cinnamomum cassia ist chinesischer Zimt und wird in südlichen Teilen Chinas angebaut, in Vietnam, Sumatra, Java und Japan. Er ist nicht so hochwertig und wird auch dazu verwendet, den Ceylon-Zimt zu strecken.

Beide Sorten stammen vom immergrünen Zimtbaum. Zur Ernte werden nur die zweijährigen Äste abgeschnitten. Die Rinde, die Korkschichten und die Primärrinden werden entfernt, sodass nur noch die Innenrinde übrigbleibt.

Der Ceylon-Zimtbaum hat sehr dünne Rinden, sodass sie ineinandergeschoben und getrocknet werden. Die so entstehenden röhrenförmigen Stangen (quills) werden anschließend auf eine bestimmte Länge gekürzt. Der chinesische Zimtbaum hat eine dicke Rinde, die einfach in lange Stücke geschnitten wird.

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