www.vitamine.com - Das informative Portal rund um Pflanzenstoffe und Vitamine  

Vitamin B9 (Folsäure)

  • für die Gesundheit von Herz und Kreislauf
  • für die Zellerneuerung und damit Regeneration
  • für eine gesunde Immunabwehr
  • fördert die Sauerstoffversorgung
  • hält unsere Gehirnzellen fit
  • hilft, dass unsere Knochen elastisch bleiben
  • für die Gesundheit von Brust und Darm
  • für einen guten Schlaf

Vorkommen von Vitamin B9
- vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln

Täglicher Bedarf an Vitamin B9:
Mengenangabe in µg (Mikrogramm = Millionstel Gramm)
Wegen der unterschiedlich guten Aufnahme der verschiedenen Vitamin B9-Varianten wird dieser Tatsache Rechnung getragen, indem man Äquivalenzmengen angibt:
1 µg Nahrungsfolat = 1 µg Folat-Äquivalent = 0,5 µg synthetische Folsäure

DGE = Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Empfehlung DGE EU
Kinder 1 – 10 Jahre 200 – 300 µg ---
Kinder 10 – 15 Jahre 400 µg ---
Jugendliche und
Erwachsene
400 µg 200 µg
Schwangerschaft 600 µg ---
Stillzeit 600 µg ---

Tagesbedarf(400 µg ) an Vitamin B9 enthalten in:

  1. tierischen Lebensmitteln
    80 g Rinderleber
    4.000 g Fisch
  2. pflanzlichen Lebensmitteln
    400 g rote Bete
    500 g Spinat
    550 g Spargel
    650 g Brokkoli
    4.000 g Obst

    Cerealien
    140 g Weizenkeime
    1.400 g Vollkornmehl

Meistens gilt: Folsäuredefizit = Gemüsedefizit

Anzeichen einer Unterversorgung an Vitamin B9 (Folsäure):

  • Anstieg der giftigen Aminosäure Homocystein im Blut
  • Abfall der roten (makrocytäre, hyperchrome Anämie)
    und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen
  • Schwäche, Müdigkeit, Gereiztheit
  • Schleimhautveränderungen in der Mundhöhle (rote Zunge)
  • Wachstumsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Störung der Immunabwehr
  • Störung der Fortpflanzung
  • Erhöhung des Risikos für Demenzerkrankungen
  • Erhöhung des Risiko für Kindsmißbildungen

Folsäuremangel gehört weltweit, die reichen Industrienationen eingeschlossen, zu den häufigsten Vitamindefiziten. In Deutschland gilt die Versorgung mit Folsäure in allen Bevölkerungsgruppen als kritisch, vor allem bei Schwangeren, Säuglingen und älteren Menschen. Alkoholismus und chronische Medikamenteneinnahme führen ebenfalls zu einem zu niedrigen Folsäurespiegel.

Weil in Amerika und Kanada die Situation vergleichbar ist, wird dort das Mehl als Grundnahrungsmitteln mit Folsäure angereichert. Seitdem sind die Blutspiegel an Folsäure in der Bevölkerung angestiegen und es ist ein Rückgang der Mißbildung bei Kindern (Spina bifida und Anencephalus) zu verzeichnen.

Achtung: Frauen, die nach Absetzen der Pille schwanger werden wollen, sollen unbedingt Folsäure einnehmen, um das gegebenenfalls vorhandene Defizit, ausgelöst durch die Pilleneinnahme, vor einer Schwangerschaft auszugleichen. Das ist deshalb wichtig, weil die Störungen der Nervenzellentwicklung sehr früh zwischen dem 22. und 28. Tag nach der Eibefruchtung stattfindet. Durch ausreichende Folsäure kann das Risiko der Missbildung deutlich reduziert werden.

Ursachen für eine Unterversorgung an Vitamin B9 (Folsäure):
Anstieg des Folsäurebedarfs durch die regelmäßige Einnahme folgender Arzneimittel:

  • orale Kontrazeptiva: Pille
  • Aspirin
  • Barbiturate [Schlafmittel]
  • Zytostatika [Krebsmittel] Methotrexat
  • Antiemetika [gegen Erbrechen]
  • Laxanzien [gegen Durchfall]
  • Analgetika [gegen Schmerzen]
  • Tranquillanzien [zur Beruhigung]
  • Antikonvulsiva [gegen Epilepsie]
  • Tuberkulostatika [gegen Tuberkulose]
  • Sulfalazin [bei entzündlichen Darmerkrankungen und rheumatoider Arthritis]

Zwischen diesen Arzneimitteln und Folsäure treten Wechselwirkungen auf, die den Bedarf an Folsäure deutlich steigern. Dies gilt auch für zu hohen Alkoholkonsum und für Lebererkrankungen.

Wichtig für Krebspatienten die mit Methotrexat behandelt werden:
Bei dem Krebsmittel Methotrexat wird die Tatsache ausgenützt, dass
neue Zellen nur mit Hilfe von Folsäure gebildet werden können. Mit diesem Medikament wird die Wirkung von Folsäure gehemmt, so dass die schnell wachsenden Krebszellen sich nicht weiter vermehren können, und damit deren Wachstum beeinflußt wird. Gleichermaßen wird auch das Wachstum von gesunden Zellen gehemmt, was aber weniger deutlich ausfällt, dadurch dass sich diese Zellen nicht so häufig teilen. Methotrexat-Patienten dürfen während der Therapie keine Folsäureprodukte nehmen, weil ansonsten die Wirkung des Krebsmittels gehemmt wird.

Überdosierung von Vitamin B9 (Folsäure):
Vitamin B9 (Folsäure) hat wie alle die Vitamine der B-Gruppe eine geringe Giftigkeit. Als absolut sicher gilt eine Menge von 1.000 µg (Mikrogramm) pro Tag. Bei älteren Menschen kann die Gabe von mehr als 5.000 µg pro Tag (25 facher Tagesbedarf) einen Vitamin B12 Mangel überdecken (perniciöse Anämie), so dass dieser Mangel nicht erkannt werden kann.

Partner von Vitamin B9 (Folsäure):

  • Vitamin B6
  • Vitamin B12
Zusammen mit diesen beiden Vitaminen wird der Abbau der giftigen Aminosäure Homocystein gesteuert, die unvermeidbar im Stoffwechsel entsteht. Es genügt bereits, dass eines der drei Vitamine zu wenig vorhanden ist, dass im Blut die Homocysteinspiegel ansteigen. Weil dadurch auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht wird, wurde von der DACH-Liga der normale Wert für Homocystein auf 10 µmol/l im Blut festgelegt. Steigt der Wert darüber hinaus an, dann sollen die 3 Vitamine ergänzend eingenommen werden (1) . Neuere Erkenntnisse deuten auch darauf hin, dass Patienten, die an Zuckerkrankheit leiden (Diabetes mellitus Typ II) oft erhöhte Homocysteinspiegel im Blut haben, vermutlich wegen einer Folsäuremangelernährung.

Folsäuredefizite weisen in der Regel auf einen zu geringen Gemüseverzehr hin. Ein Defizit an Vitamin B12 liegt hingegen meist an einer Magenerkrankung oder an einer strengen veganischen Ernährung (2) .Wird die Magenerkrankung therapiert, dann sinken normalerweise auch die Homocysteinspiegel (3) . Auffallend häufig werden hohe Homocysteinspiegel auch bei Alzheimer-Patienten im Blut festgestellt. Des weiteren stehen Unterversorgungen an Folsäure und Vitamin B12 im Zusammenhang mit Depressionen, einem erhöhten Risiko für Darmkrebs und einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche durch Störung der Knochenelastizität (4).

(1) Pietrzik,K. in clin res cardiol, 95 suppl. 6:vi28 – vi33, (2006).
(2) Majchrzak D, Ann Nutr Metab 19; 50(6):485-491, (Sep 2006).
(3) Marino M.C. Gut, 27, (Sep 2006).
(4) Bruno E.J., Curr Sports Med Rep 4:207-213, (2005).

Hinter welchen Begriffen verbirgt sich Vitamin B9:
Folsäure, Folat


Vitamine-Übersicht ...

BASICS33, Nahrungsergänzung von DOPPLER Health
 
Impressum / Copyright / Haftung