Glutamatunverträglichkeit Test durch Eigenversuch

Glutamatunverträglichkeit Test - Die wichtigsten Fakten

  • Glutamat kommt natürlicherweise häufig vor.
  • Glutamat wird als Geschmacksverstärker eingesetzt.
  • Unter dem Begriff „China-Restaurant-Syndrom“ werden allergieähnliche Beschwerden beschrieben.
  • In der Wissenschaft herrscht keine Klarheit über die Ursachen der Beschwerden.

Glutamatunverträglichkeit Test – Glutamat als Geschmacksverstärker

Glutamate sind Salze der natürlichen Aminosäure Glutaminsäure. Eine organische Säure wie Glutaminsäure besitzt eine negative elektrische Ladung. An diese können sich positiv geladene Stoffe binden.

Zum Vergleich kann man sich einen Kugelschreiber mit Kappe vorstellen. Zusammen spricht man von in der Chemie von einem Salz. Glutamat besteht also aus der Glutaminsäure und einem weiteren positiv geladenen Teilchen, wie beispielsweise Natrium (Natriumglutamat) oder Magnesium (Magnesiumglutamat).

Umgangssprachlich meinen wir mit „Glutamat“ in der Regel Mononatriumglutamat.

Glutamat übernimmt im Organismus viele wichtige Funktionen. Unter anderem wurde es als der wichtigste Neurotransmitter des Nervensystems beschrieben. Als solch ein Botenstoff hat Glutamat einen direkten Zusammenhang zum Gehirn.

Außerdem ist Glutamat ein natürlicher Geschmacksverstärker.

  • Neben den Geschmacksrichtungen salzig, sauer, süß und bitter wurde der Glutamatgeschmack als fünfte Richtung namens „umami“ beschrieben. Besonders in der asiatischen Küche ist der Geschmack von hoher Bedeutung.

Folgende Varianten und Salze der Glutaminsäure sind als Lebensmittelzusatzstoffe in Europa zugelassen:

  • E 620: Glutamat
  • E 621: Natriumglutamat (Mononatriumglutamat)
  • E 622: Kaliumglutamat (Monokaliumglutamat)
  • E 623: Kalziumdiglutamat
  • E 624: Ammoniumglutamat (Monoammoniumglutamat)
  • E 625: Magnesiumglutamat (Magnesiumdiglutamat)

Der bekannteste Vertreter E621 findet sich zum Beispiel in Lebensmitteln wie:

  • Fertiggerichte
  • Dosennahrung
  • Trockennahrung
  • Gewürzmischungen
  • Salatsoßen

Glutamatunverträglichkeit Test – Symptome des China-Restaurant-Syndroms

Das sogenannte China-Restaurant-Syndrom wurde bereits 1968 von Kwok formuliert. Betroffene beschreiben Symptome wie:

  • Kopfschmerzen
  • Glieder, Rücken, Nackenschmerzen
  • Schwindel
  • Kribbeln
  • Herzrasen
  • Brustenge, Atemnot
  • Schwellungen im Gesicht

Erst kürzlich wurde in Indien von einem Fall berichtet, bei dem ein 23-jähriger nach dem Verzehr hinsichtlich in gefährlichem Ausmaß Symptome zeigte (Bawaskar 2017).

Glutamatunverträglichkeit Test: Wie lässt sich Sicherheit gewinnen?

Ein Glutamatunverträglichkeit Test lässt sich medizinisch schwierig bzw. gar nicht durchführen. Genau genommen existiert kein solcher Test.

Glutamat hat eine lange Historie als Zusatzstoff und ist sehr intensiv untersucht worden. Wissenschaftler konnten jedoch nie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und Glutamat herstellen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stufen Glutamat als zulässigen Geschmacksverstärker ein.

Dennoch sind Wissenschaftler der Meinung, dass weiter geforscht werden müsse.

Die einfachste Möglichkeit zum Glutamatunverträglichkeit Test besteht im Auslassen von Glutamat in der persönlichen Ernährung.


Quellen

Bawaskar, H. S. / Bawaskar, P. H.: Chinese Restaurant Syndrome
Brosnan, J. / Drewnowski, A. / Friedman, M.: Is there a relationship between dietary MSG and [corrected] obesity in animals or humans?
Freeman, M.: Reconsidering the effects of monosodium glutamate: a literature review.
Geha, R. / Beiser, A. / Ren, C. / Patterson, R. / Greenberger, P. / Grammer, L. / Saxon, A.: Review of alleged reaction to monosodium glutamate and outcome of a multicenter double-blind placebo-controlled study.
Jinap, S. / Hajeb, P.: Glutamate. Its applications in food and contribution to health.
Kwok, R. (1968). Chinese-restaurant syndrome.
Römer, Konstanze / Bleich, S. / Kornhuber, J.: Glutamat - Ein Transmitter im Spannungsfeld zwischen Toxin und Trophin.
Williams, A. / Woessner, K.: Monosodium glutamate 'allergy': menace or myth?


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