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Vitamin T - Die wichtigsten Fakten

  • Vitamin T (oder Vitamin BT ist eine veraltete Bezeichnung für L-Carnitin.
  • Vitamin T ist gemäß aktueller Vitamindefinition nicht zu den 13 Vitaminen.
  • Vitamin T bzw. L-Carnitin übernimmt aber Funktionen wie ein Vitamin.
  • Vitamin T spielt eine zentrale Rolle bei der Fettvebrennung.
  • Vitamin T wird in der Medizin und Nahrungsergänzung verwendet.

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Vitamin T übernimmt Vitamin-Rollen im Organismus

Vitamin T (oder auch Vitamin BT) ist eine alte Bezeichnung für den Stoff L-Carnitin (chemisch: 3-Hydroxy-4-trimethylaminobuttersäure). L-Carnitin gehört gemäß aktueller Definition nicht zu den 13 Vitaminen. L-Carnitin erfüllt jedoch zentrale Rollen und wird deswegen heute auch als „vitamin-ähnlicher“ Stoff bezeichnet.

Nachfolgend soll ein Abriss über die Entdeckung gegeben werden und die Frage der Vitamindefinition geklärt werden. Außerdem werden die Funktionen und Einsatzgebiete von L-Carnitin beschrieben.

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Vitamin T und seine interessante Geschichte

Carnitin wurde 1905 als essentieller Inhaltsstoff für den Mehlwurm Tenebrio molitor entdeckt. Daher stammt die Bezeichnung „Vitamin T“ oder „Vitamin BT“. Anschließend wurde bis 1927 die chemische Struktur entschlüsselt. Von 1935 bis 1965 wurden die hauptsächlichen biochemischen Funktionen erforscht. Bis zum heutigen Tag widmet sich die Forschung den Details zur Rolle von L-Carnitin.

Bahnbrechend war die Erforschung der Rolle von L-Carnitin beim Fettstoffwechsel. L-Carnitin wird heute in der Medizin verwendet und als Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen und im Sport beworben.

Das „Vitamin“ für einen Mehlwurm entwickelte sich also zu einer bahnbrechenden Entdeckung für den Menschen.

Vitamin T – Vitamin oder kein Vitamin?

L-Carnitin gehört gemäß Definition nicht zu den 13 Vitaminen. Der Grund dafür ist, dass L-Carnitin unter normalen Umständen nicht essenziell ist und vom Körper selbst produziert werden kann.

  • Vitamine sind organische, lebensnotwendige (essenzielle) Verbindungen, die vom menschlichen Organismus nicht oder in einem nicht ausreichenden Umfang synthetisiert werden können. Insgesamt 13 Stoffe besitzen diese Eigenschaften und erfüllen im Stoffwechsel katalytische oder steuernde Funktionen. Im Gegensatz zu den ebenfalls essenziellen Fettsäuren und essenziellen Aminosäuren dienen Vitamine weder als Körperbausteine noch als Energielieferanten."

L-Carnitin wird heute als „vitaminoider Stoff“, „Quasi-Vitamin“ oder „bedingt-essenzieller“ Stoff bezeichnet. Hinter diesen Bezeichnungen stecken zwei wesentliche Aspekte:

  1. L-Carnitin übernimmt Funktionen wie ein Vitamin.
  2. L-Carnitin wird unter speziellen Umständen essentiell.

Für die Herstellung von L-Carnitin benötigt der Körper die Aminosäure Lysin, Vitamin C und Vitamin B6. Bei bestimmten Krankheiten oder erhöhten Belastungen (z.B. nach Operationen oder auch Sport) steigt der Bedarf an L-Carnitin. Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann der Körper nicht mehr ausreichend Carnitin herstellen und der Stoff wird ab diesem Moment essenziell.

  • Gesunde Personen produzieren täglich ungefähr 16 mg Carnitin. Über die Nahrung werden durchschnittlich weitere 32 mg aufgenommen. Vegetarier nehmen allerdings im Schnitt nur 2 mg Carnitin zu sich.

Vitamin T – Welche Rolle spielt es im Körper?

Wie einleitend beschrieben werden bis zum heutigen Tag Funktionen von L-Carnitin erforscht. Aktuell am wohl bedeutendsten sind zwei Funktionen:

  1. L-Carnitin spielt eine zentrale Rolle bei der Fettverbrennung.
  2. L-Carnitin wirkt antioxidativ.

Zum ersten Punkt: Fett wird über die Nahrung aufgenommen und die Fettsäuren gelangen im Zuge der Verdauung über den Darm ins Blut. Vom Blut müssen sie zum Ort der „Verbrennung“ (d.h. Energiegewinnung) gelangen: in das innere der Körperzellen. Doch Fettsäuren können die Zellmembran (vergleichbar mit einer Stadtmauer) nicht alleine passieren.

Genau an dieser Stelle kommt L-Carnitin zum Vorschein: L-Carnitin transportiert die Fettsäure ins Innere der Zelle. Ungefähr so, wie man eine Leiter für eine hohe Mauer benötigt. Deswegen wird L-Carnitin im Zusammenhang mit der Fettverbrennung und dem Abnehmen stets erwähnt.

Die zweite wesentliche Funktion ist die Rolle als Antioxidans. Die Antioxidative Wirkung wird in der medizinischen Behandlung bestimmter Krnkheiten ausgenutzt. Außerdem wird es auch präventiv als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.

Vitamin T – Aktueller Einsatz in der Medizin

In der Medizin wird L-Carnitin in vielen Felder verwendet. Dazu zählen aktuell:

Vitamin T – Einsatz im Sport und beim Abnehmen

L-Carnitin wirkt im Besonderen auf zwei Weisen:

  1. Bei niedrigen Belastungen sorgt es dafür, dass eher Fett als Kohlenhydrate verbrannt werden.
  2. Bei hohen Belastungen hilft es die Laktat-Konzentration zu reduzieren.

Deswegen soll L-Carnitin beim Abnehmen mit niedrigen Belastungsintensitäten helfen. Für Leistungssportler soll der Stoff die Ausdauerfähigkeit in hohen Intensitäts-Bereichen steigern.

Häufig gestellte Fragen zum Vitamin T

Der Bedarf steigt mit erhöhter körperlicher Belastung. Im Allgemeinen reichen aber Eigenproduktion und Zufuhr über die Nahrung aus. Es dauert außerdem 20-40 Tage, bis die Carnitin-Speicher einen Abfall aufweisen.

L-Carnitin kommt vor allem in Fleisch vor.

Das kann man so nicht behaupten. Aktuell laufen zu der Frage weitere wissenschaftliche Studien.


Quellen

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Pietrzik, K. / Golly, I. / Loew, D.: Handbuch Vitamine
Wolf, G.: The Discovery of a Vitamin Role for Carnitine: the First 50 Years
Ribas, G. / Vargas, C. / Wajner, M.: L-carnitine supplementation as a potential antioxidant therapy for inherited neurometabolic disorders
Chen, Y. / Abbate, M. / Tang, L. / Cai, G. / Gong, Z. / Wei, R. Zhou J. / Chen, X.: L-Carnitine supplementation for adults with end-stage kidney disease requiring maintenance hemodialysis
Wang, S. / Han, C. / Lee , S. /Patkar, A. / Masand P. / Pae, C.: A review of current evidence for acetyl-l-carnitine in the treatment of depression
Johri, A. / Heyland, D. / Hétu, M. / Crawford, B. / Spence, J.: Carnitine therapy for the treatment of metabolic syndrome and cardiovascular disease: evidence and controversies
Dambrova, M. / Liepinsh, E.: Risks and benefits of carnitine supplementation in diabetes
Sahlin, K.: Boosting fat burning with carnitine: an old friend comes out from the shadow
Löffler, G. / Petrides, P. / Heinrich, P.: Biochemie & Pathochemie (8. Aufl.)

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