Niacin Wirkung im Überblick

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Niacin Wirkung - Die wichtigsten Fakten

  • Andere Begriffe sind Niacin, Nicotinsäure, Nicotinamid, Vitamin B3, Vitamin PP.
  • Niacin übernimmt eine zentrale Rolle in der Energieversorgung.
  • Aus Niacin gebildete Stoffe sind an Umbauvorgängen von Proteinen beteiligt.
  • Die Signalübertragung an der Zelle steht mit Niacin im Zusammenhang.

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Niacin Wirkung: Ein zentraler Schlüssel im Stoffwechsel

Niacin ist ein Sammelbegriff für mehrere verwandte chemische Moleküle. Die bekanntesten Vertreter sind Nicotinsäure und Nicotinamid (Nicotinsäureamid). Niacin ist der Hauptbaustein der Coenzyme NAD und NADP.

  • NAD und NADP sind regulierende Moleküle. Sie geben Wasserstoff-Atome ab oder nehmen Wasserstoff-Atome auf. Ihre „Botendienste“ werden bei außerordentlich vielen Stoffwechselprozessen in Anspruch genommen. NAD und NADP werden auch als biologisch aktive Form des Niacins bezeichnet. In tierischen Lebensmitteln findet sich Niacin nur in diesen biologisch aktiven Formen.

Vitamine lassen sich mit kleinen „Türschlüsseln“ vergleichen.

Der Mensch benötigt zwar keine großen Mengen (wie beispielsweise von Proteinen, Kohlenhydraten oder Fetten). Doch ohne die notwendigen Mengen an Vitaminen steht der Stoffwechsel quasi vor „verschlossenen Türen“. Ein Mangel führt letztendlich zum Tod. Das verdeutlicht die Relevanz der Niacin Wirkung.

Niacin Wirkung: Energieversorgung

Die biologisch aktiven Formen des Niacins spielen eine wesentliche Rolle in der Atmungskette, d.h. der Gewinnung von Energie aus Fetten.

Mit anderen Worten: Ohne Niacin funktioniert die Fettverbrennung und die Bereitstellung von Energie nicht mehr einwandfrei – unabhängig von der Anzahl aufgenommener Kalorien.

  • Ende des 19. Jahrhunderts führte der Wissenschaftler EIJKMANN Tierversuche durch, bei denen es trotz ausreichender Energiezufuhr zum Tod der Tiere kam. Später vermutete HOPKINS dahinter lebenswichtige Stoffe im Spurenbereich. 1912 wurde von CASIMAR FUNK für diese Stoffe der Name „Vitamine“ vorgeschlagen.

Niacin Wirkung: Molekulare Umbauvorgänge

NAD spielt auch bei der Modifikation von Proteinmolekülen eine Rolle. Bestimmte Enzyme spalten das NAD-Molekül und übertragen Teile davon auf andere Moleküle.

Als Resultat dieser körperinternen Umbauvorgänge entstehen Proteinmoleküle, die beispielsweise beim Stoffwechsel der DNA eine Rolle spielen. Somit besteht eine Verbindung zu einer guten Regeneration und der Bildung von Proteinmolekülen für Muskeln, Haut und viele andere Zellen.

Niacin Wirkung: Signalübermittlung

Klopft jemand an der Tür, entscheiden wir uns je nach Gast zum Öffnen. Zellen reagieren ähnlich auf bestimmte Moleküle mit bestimmten Aktionen.

Durch oben beschriebene Umbauvorgänge entstehen Proteine, die beispielsweise für Reizvorgänge beim Sehvorgang eine Rolle spielen.

Ein anderes Beispiel: Calcium ist für viele Zellen ein Botenstoff, der bestimmte Reaktionen hervorruft. Die Niacin-Variante NAADP (Nicotinsäure-Adenindinucleotid-Phosphat) bewirkt eine Erhöhung der Calcium-Konzentration in der Zelle.

Ein Mangel an Niacin hat negative Folgen auf körperinterne Kommunikationswege.

Häufig gestellte Fragen zur Niacin Wirkung

Nach oraler Gabe dauert es nur ca. 10-20 Minuten bis das Vitamin im Blut ist. Die Niacin Wirkung ist also relativ schnell.

Die Leber kann das Vitamin speichern. Ein Erwachsener besitzt so einen Vorrat für 2-6 Wochen hat.

Die Leber gibt Niacin intelligent nach Bedarf an das Gewebe frei. Der Körper kann Niacin auch aus der Aminosäure Tryptophan (in vielen Fleischsorten vorkommend) produzieren und diese Produktionsrate anpassen. Außerdem gehört Niacin zu den wasserlöslichen Vitaminen und wird über den Urin ausgeschieden. Bei normaler Ernährungsweise sind deswegen keine Hypervitaminosen (Überkonsum) bekannt.

Als Nahrungsergänzungsmittel und zur Therapie können verschiedene Vertreter der Niacin-Gruppe verwendet werden. Nicotinsäure zeigt erst bei sehr hoher Dosierung Nebenwirkungen. Üblicherweise wird Nicotinamid verabreicht, da hier keine Nebenwirkungen beobachtet wurden. Generell sollten Therapien von Fachärzten begleitet werden.

Quellen

Löffler, G. / Petrides, P. / Heinrich, P.: Biochemie & Pathochemie (8. Aufl.)
K. Pietrzik, I. Golly und D. Loew, Handbuch Vitamine
Bechgaard, H. / Jespersen, S.: GI absorption of niacin in humans

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