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Vitamin PP - Die wichtigsten Fakten

  • Andere Begriffe für Vitamin PP sind Niacin, Nicotinsäure, Nicotinamid oder Vitamin B3.
  • Das Vitamin übernimmt wichtige Funktionen beim Energie-Stoffwechsel, der Nervenweiterleitung und der DNA-Bildung.
  • Zu den Quellen zählen Leber, Fleisch, Eier, Fisch, Vollkorngetreide, Kaffee.
  • Die Hautkrankheit Pellagra ist eine bekannte Mangelerscheinung.
  • Körperliche aktive Personen, Jugendliche im Wachstum, Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf.

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Vitamin PP: Ein Lebenswichtiger Stoff

Vitamine sind lebenswichtige Stoffe, die für viele Abläufe in unserem Körper notwendig sind. Als essenzielle Stoffe muss der Mensch sie mit der Nahrung aufnehmen. Vitamine dienen nicht als Baustoffe wie beispielsweise Proteine für Muskelzellen.

Vielmehr regulieren Vitamine Abläufe des Stoffwechsels – wie kleine „Schlüssel“, die Türen öffnen oder versperren können. Im Vergleich zu den energieliefernden Makronährstoffen wie Proteine, Kohlenhydrate oder Fette sind daher nur geringe Mengen der Zufuhr nötig. Ein Fehlen dieser kleinen „Schlüssel“ verursacht jedoch vielfältige Probleme im Organismus.

Jedes einzelne Vitamin hat spezielle Aufgaben. Nachfolgend wird erläutert, was Vitamin PP ist, welche Rolle es im Körper spielt und wie eine individuelle Versorgung sichergestellt werden kann.

Vitamin PP - Was ist das?

Vitamin PP ist eine veraltete Bezeichnung für Niacin. Niacin ist in vielen Ländern der Welt auch unter Vitamin B3 bekannt.

Niacin ist ein Sammelbegriff für verschiedene chemische Moleküle. Genau beschrieben handelt es sich chemisch um „Pyridin-3-Carboxylsäure und Derivate“. Die bekanntesten Vertreter (Derivate) sind die Nicotinsäure und Nicotinamid (auch Nicotinsäureamid genannt). Niacin ist der Hauptbaustein der außerordentlich wichtigen Stoffwechsel-Regulatoren („Schlüssel“) NAD und NADP.

Die Bezeichnung Vitamin PP geht auf den Ausdruck „PP“-Faktor („Pellagra Preventing Factor“) zurück. Pellagra ist eine Hautkrankheit, die bei Niacin-Mangel auftritt. Der Wissenschaftler Goldberger erkannte 1920 den Zusammenhang zwischen Vitamin PP und der Pellagra-Krankheit.

Bereits vor Tausenden von Jahren erkannten Menschen, dass Krankheiten wie Nachtblindheit durch den Verzehr von bestimmten Lebensmitteln wie Leber verhindert werden konnten. Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Tierexperimenten gezeigt, dass Versuchstiere trotz ausreichender Energiezufuhr krank wurden und starben.

Man vermutete also bestimmte lebenswichtige Stoffe, die der Wissenschaftler Casimir Funk 1912 „Vitamine“ nannte („Vit“ - „amin“: Amine sind Stickstoffverbindungen). Bis 1941 wurden alle 13 Vitamine entdeckt und deren chemische Struktur entschlüsselt. Heute ist bekannt, dass die meisten Vitamine aber gar keinen Stickstoff enthalten.

Über die Jahre wurden außerdem fälschlicherweise manche Stoffe als Vitamine beschrieben. Die Methodik zur Bezeichnungen und Einteilung änderte sich einige Male. Daher rührt die Vielzahl an Begrifflichkeiten.

Niacin wurde bereits 1867 künstlich hergestellt. In den Jahren von 1935 bis 1937 wurde die chemische Struktur vollständig aufgeklärt und man „entdeckte“ Niacin als Vitamin.

Vitamin PP – Die Rolle im Organismus

Nach der Aufnahme dauert es nur ca. 10-20 Minuten, bis der größte Anteil des Stoffs im Blut ist. Die Leber ist anschließend in der Lage Niacin zu speichern, sodass ein Erwachsener einen Vorrat für 2-6 Wochen hat. Die Leber leitet das Molekül dann an nahezu alle Gewebearten weiter.

Die Hauptfunktionen von Niacin sind:

  1. Energie: Niacin ist Ausgangsstoff und Hauptbestandteil für die wichtigen Co-Enzyme NAD und NADP. Diese spielen bei fast allen Prozessen der Energie-Bereitstellung eine zentrale Rolle.
  2. Nerven: Weiterleitung von Nervensignalen.
  3. DNA-Produktion: Niacin dient als Ausgangsstoff von Ribosen, die Bestandteil der DNA sind.

Vitamin PP – Vorkommen

Niacin kommt sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln vor. Im Tierkörper ist es bereits zu biologisch aktiven Formen umgewandelt worden und liegt in gespeicherter Form meist als Nicotinamid im Gewebe vor.

  • Eine Besonderheit von Niacin ist, dass es im menschlichen Körper auch aus der Aminosäure Tryptophan hergestellt werden kann. Tryptophan-reiche Lebensmittel tragen also indirekt zur Versorgung bei.

Folgende Lebensmittel dienen als Hauptlieferanten:

Vitamin PP – Mangelerscheinungen und Pellagra-Krankheit

Eine Unterversorgung ruft zunächst verschiedene allgemeine Beschwerden hervor. Bei länger andauerndem Mangel kommt es zu spezifischeren Symptomen und der typischen Hautkrankheit Pellagra (ital. „raue, rohe Haut“):

Häufig gestellte Fragen zum Vitamin PP

Der Bedarf ist individuell unterschiedlich. Wissenschaftler können aufgrund mehrerer Faktoren nicht völlig exakt kalkulieren. Weltweit betrachtet herrscht eine gewisse Uneinigkeit in der Wissenschaft. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt 6,7 mg zur Vermeidung von Pellagra an.

Da Niacin bei der Energiebereitstellung eine Rolle spielt, erhöht sich der Bedarf mit steigendem Energieumsatz (z.B. Sportler, Jugendliche im Wachstum). Während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist der Bedarf ebenfalls erhöht. Auch Patienten mit chronischen Krankheiten (u.a. Dialysepatienten) sollten mehr Vitamin PP zu sich nehmen.

In der Bundesrepublik besteht im Allgemeinen - im Unterschied zu vielen anderen Ländern - eine gute Versorgungssituation. Dieser Umstand ist auf das abwechslungsreiche Angebot zurückzuführen.

Als intelligenter Speicher gibt die Leber Niacin bei Bedarf an das Gewebe frei. Außerdem gehört Niacin gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und wird über den Urin ausgeschieden. Bei einer normalen Ernährungsweise ist kein Überkonsum bekannt (Hypervitaminose).

Quellen:

Löffler, G. / Petrides, P. / Heinrich, P.: Biochemie & Pathochemie (8. Aufl.)
K. Pietrzik, I. Golly und D. Loew, Handbuch Vitamine
Bechgaard, H. / Jespersen, S.: GI absorption of niacin in humans
Rimbach, G. / Nagursky, J. / Erbersdobler, H. F.: Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger

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