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Vitamin Q - Die wichtigsten Fakten

  • Vitamin Q wird auch Ubichinon oder Coenzym Q10 genannt.
  • Vitamin Q spielt eine Schlüsselfunktion bei der Energiebereitstellung.
  • Vitamin Q hat eine antioxidative Wirkung, in dem es freie Radikale abfängt.
  • Da der Körper Vitamin Q selbst produzieren kann, ist es gemäß Definition aber kein Vitamin.

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Vitamin Q übernimmt wichtige Rollen im Organismus

Unter Vitamin Q wird ein Molekül verstanden, das im Körper zweifelsfrei zentrale Funktionen übernimmt.

Viele Details in den biochemischen Abläufen sind jedoch noch nicht abschließend geklärt. Klar ist jedoch: Vitamin Q entspricht nicht der Definition der 13 anerkannten Vitamine. Insofern ist die Bezeichnung „Vitamin“ irreführend.

Nachfolgend soll dieser Umstand, sowie die wichtige Rolle des Moleküls erläutert werden.

Vitamin Q – Mitten im Dschungel der Begriffe

Andere Begriffe und Synonyme für Vitamin Q sind:

Ubichinon ("Vitamin Q") wurde 1957 an der Universität von Wisconsin von Frederick Loring Crane entdeckt und erstmalig isoliert. 1958 gelang es einer Arbeitsgruppe um K. Folkers die chemische Struktur vollständig aufzuklären. In den folgenden Jahrzehnten wurden die verschiedenen Funktionen im Organismus immer weiter erforscht. Diese Forschung dauert bis zur Gegenwart an.

Ubichinon gehört zur Gruppe der Chinone. Der Name leitet sich von der Chinasäure ab.

Das lateinische Wort „ubique“ bedeutet so viel wie „überall“. Und tatsächlich kommen Ubichinone nahezu überall vor.

Ubichinon-Moleküle haben eine ringförmige Struktur aus Kohlenstoffatomen und können verschiedene Seitenketten mit Atomen enthalten. Je nach Anzahl dieser Seitenketten werden Bezeichnungen wie Q1, Q2, Q3, usw. verwendet. Die größte Relevanz für den Menschen hat Ubichinon Q10, d.h. also: ein Ubichinon-Ring mit 10 Seitenketten.

Ubichinon Q10 aktiviert bestimmte Enzyme, die den Energiestoffwechsel steuern. Deswegen wird es auch als Coenzym bezeichnet. Abkürzungen (zum Teil aus der englischen Sprache) sind UQ oder CoQ. Der letzte Begriff in der obigen Aufzählung benennt das Molekül gemäß aktuellen internationalen zur Benennung von Molekülen.

  • Ubichonone kommen in der Natur fast überall vor. Sowohl pflanzliche als auch tierische Lebensmittel liefern Q10. Beim Menschen kommt Q10 in allen Körperzellen vor. Besonders hohe Konzentrationen finden sich im Herzen, der Leber, den Nieren und der Bauchspeicheldrüse.

Vitamin Q ist kein Vitamin

Ende des 19. Jahrhunderts wurden vom Wissenschaftler EIJKMANN Tierversuche durchgeführt. Trotz ausreichender Kalorienzufuhr kam es zum Tod der Tiere. Dahinter vermutete wenig später der Wissenschaftler HOPKINS lebenswichtige Stoffe im Spurenbereich.

1912 wurde von Casimir FUNK für diese Stoffe der Begriff „Vitamin“ vorgeschlagen. In den folgenden Jahrzehnten kam es zu mehreren falschen Schlüssen zur Charakteristik der Vitamine. Deswegen wurde fälschlicherweise einige Stoffe als Vitamine bezeichnet, die gemäß Definition aber keine Vitamine sind. Bis 1941 wurde alle heute anerkannten 13 Vitamine entdeckt.

Ubichinon schien zunächst der Definition eines Vitamins zu entsprechen. Heute ist jedoch ein entscheidender Haken bekannt: Der Körper ist in der Lage Ubichinon selbst in ausreichendem Maß zu produzieren. Deswegen ist der Stoff nicht essenziell und somit gemäß Definition kein Vitamin.

  • "Vitamine sind organische, lebensnotwendige (essenzielle) Verbindungen, die vom menschlichen Organismus nicht oder in einem nicht ausreichenden Umfang synthetisiert werden können. Insgesamt 13 Stoffe besitzen diese Eigenschaften und erfüllen im Stoffwechsel katalytische oder steuernde Funktionen. Im Gegensatz zu den ebenfalls essenziellen Fettsäuren und essenziellen Aminosäuren dienen Vitamine weder als Körperbausteine noch als Energielieferanten." (Pietrzik, Golly, & Loew, 2008)

Vitamin Q wird heute aufgrund seiner Eigenschaften als vitaminähnlicher Stoff bezeichnet.

Vitamin Q – Welche Rolle spielt es im Körper?

Ubichinon spielt eine „Schlüsselrolle in der Atmungskette“. Das bedeutet konkret: Als Coenzym aktiviert Q10 bestimmte Enzyme, die für die Biosynthese des zentralen Energiemoleküls ATP (Adenosintriphosphat) verantwortlich sind.

Der Mensch nimmt Energie in verschiedenen Formen zu sich (Protein, Kohlenhydrate, Fette, Alkohol). Alle Stoffe werden letztendlich in der sogenannten Atmungskette in ATP umgewandelt. ATP ist somit eine Art gemeinsame Grundwährung. Menschliche Zellen können ausschließlich ATP zur Energiebereitstellung nutzen. Mit anderen Molekülen außer ATP kann die Zelle quasi nicht „bezahlt“ werden.

Kurz zusammengefasst heißt das: Ohne Anwesenheit von Ubichinon gibt es keine Energiebereitstellung.

  • Für die Forschungen rund um die Rolle von Ubichinon in der Verbindung mit der Energiebereitsstellung wurde 1978 der Nobelpreis für Chemie an Peter D. Mitchell verliehen.

Außer der Rolle bei der Energiebereitstellung fungiert Ubichinon zudem als Antioxidans, da es freie Radikale einfängt. Diese Rolle gehört zu den neuer erforschten Funktionen. Unter anderem wegen dieser antioxidativen Wirkung wird Q10 auch in der Medizin, Kosmetik und als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.

Vitamin Q – Aktueller Einsatz in der Medizin

Wie beschrieben ist der menschliche Körper in der Lage genügend Ubichinon zu produzieren. Dennoch wurde bei manchen Krankheitsbildern ein Mangel an Q10 festgestellt. Dabei ist aber offen, ob der Q10-Mangel eine Folge der Krankheit und die Ursache der Krankheit ist.

Aktuell wird Q10 in Verbindung mit der Therapie nachfolgenden Krankheiten verwendet:

Die Effektivität der Therapie mit Q10 ist aber zum heutigen Zeitpunkt noch nicht allgemein akzeptiert. Es ist verschiedentlich zu kontroversen Ergebnissen gekommen.

Häufig gestellte Fragen zum Vitamin Q

Wie oben erwähnt herrschte zunächst eine Unkenntnis über die genauen Eigenschaften. Heute sind aber häufig „marktstrategische Überlegungen“ die Ursache. Mit anderen Worten: Produkte lassen sich so besser verkaufen.

Im Körper kommen normalerweise konstant zwischen 0,5-1,5g vor. Durch Eigenproduktion und Nahrungsaufnahme wird dieser Wert bei gesunden Mensch stets eingehalten.

In fetten Fischen, Fleisch, Soja und Nüssen.

In vielen Cremes wird Q10 aufgrund der antioxidativen Wirkung beworben. Die Argumentation ist folgende: Mit zunehmendem Lebensalter verliere der Körper die Fähigkeit freie Radikale einzufangen und Q10 selbst zu produzieren. Das mache sich an alternden Haut bemerkbar. Deswegen hört man in Verbindung mit Q10 auch den Begriff „Anti-Aging-Effekt“.

Warum wird Q10 in Nahrungsergänzungsmitteln für Sportler verwendet?

Die Rolle als Antioxidans soll die Regenerationsfähigkeit des Körpers unterstützen.

Quellen

Pietrzik, K. / Golly, I. / Loew, D.: Handbuch Vitamine
Crane, F. / Hatefi, Y. / Lester, R. / Widmer, C
Dilley, R.: Frederick Loring Crane (1925-2016): Discoverer of coenzyme Q10 and rediscoverer of plastoquinone
Löffler, G. / Petrides, P. / Heinrich, P.: Biochemie & Pathochemie (8. Aufl.)
IUPAC nomenclature
Nobelprize.org: Peter Mitchell – Facts
Nobelprize.org: The Nobel Prize in Chemistry 1978
Hojerova, J.: Coenzyme Q10 - its importance, properties and use in nutrition and cosmetics
Hoppe, U.: Coenzyme Q10, a cutaneous antioxidant and energizer
Crane, F.L.: Biochemical functions of coenzyme Q10

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