schwarzer Rettich

Schwarzer Rettich wird in der Medizin als Heilpflanze verwendet, um verschiedene Krankheiten zu lindern beziehungsweise zu behandeln.

Besonders empfehlenswert ist der aus dieser Pflanze gewonnene Hustensaft, der sehr gut bei Erkältungserkrankungen eingesetzt werden kann.

Die Heilpflanze mit der schwarzen Haut wird vor allen Dingen bei Rheuma, Erkältungen, Skorbut oder Gallenbeschwerden verwendet.

Die aus dem Schwarzen Rettich gewonnenen Inhaltsstoffe können krampflösend, antibakteriell und krebshemmend wirken, was vor allem für Raucher ein Grund sein könnte, diese Pflanze näher zu betrachten.

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Die wichtigsten Fakten über den Schwarzen Rettich

Der Rettich, mit schwarzer Haut und weißem Inneren, kommt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Die Pflanze an sich wird bis zu einem Meter hoch und hat rote Blüten.

Kaut man auf ihren Auswüchsen, vernimmt man einen scharfen Geschmack, den man vom Rettich gewohnt ist. Die Wirkstoffe dieser Pflanze haben einen entspannende Wirkung auf die Muskulatur, sind schleimlösend und der Gallenfluss wird gefördert.

Schwarze Rettich wird im Sommer angebaut und dann in Herbst und Winter geerntet. Daher gilt er als Wintergemüse.

Wissenschaftlicher Name

In der Wissenschaft hat man dem Schwarzen Rettich den Namen Raphanus Sativus verliehen.

Volkstümliche Namen

Die Heilpflanze ist landläufig auch unter dem Namen Schwarzer Winterrettich verbreitet. Zudem ist der Rettich unter folgenden Namen bekannt:

Gattung / Pflanzenfamilie

Der Schwarze Rettich gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse zählt er zu den Herbst- und Winterrettichen.

Heilwirkung des Schwarzen Rettichs

Schwarzer Rettich wird sehr gerne bei der Behandlung von Rheuma, Skorbut, Muskelbeschwerden und Erkältungen verwendet. Seine Inhaltsstoffe wirken:

Inhaltsstoffe

Für die Gewinnung der heilsamen Extrakte aus dem Schwarzen Rettich nutzt man die Wurzel, welche unterhalb der Erde sitzt. Diese Wurzel beinhaltet folgende Stoffe:

Anwendung des Schwarzen Rettichs

Der Schwarze Rettich kann sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden. Nimmt man ihn innerlich als Tee, Hustensaft oder Granulat ein, schmeckt er sehr scharf.

Äußerlich kann man den Rettich als Wickel, Creme oder Tinktur bzw. Lösung verwenden. Medizinisch nachgewiesen ist seine harntreibende und muskelentspannende sowie desinfizierende Wirkung. Als Tee hilft er gut bei Lebererkrankungen.

Dank seiner Schärfe kann man den Schwarzen Rettich auch sehr gut als Gemüse verspeisen. Er ist allerdings sehr nährstoffarm und schlecht verdaulich.

  • Bei Beschwerden mit der Galle unbedingt vorher einen Arzt konsultieren, da die Rettichwirkstoffe die Gallentätigkeit anregen und dies bei einer Überproduktion der Gallenflüssigkeit natürlich vermieden werden sollte.

Äußerliche Anwendung

Wickel und Umschläge

Die Rettichwurzel kann als Heilpflanze so lange eingekocht werden, bis aus ihr ein klebriger Brei entstanden ist. Diesen streicht man auf ein Tuch und fertigt daraus einen Wickel an. Dies hilft bei Akne oder Juckreiz. Salben aus der Rettichwurzel helfen ebenfalls bei vielen verschiedenen Hautkrankheiten.

Innerliche Anwendung

Tee

Der scharfe Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber er regt die Verdauung, die Gallentätigkeit und die Entspannung der Muskulatur an. Gleichzeitig wirkt er lindernd auf den Hustenreiz.

Nach etwa sechs Wochen ist eine Pause bei der Anwendung nötig, um den Körper wieder zu sensibilisieren. Wer den Geschmack und die Schärfe nicht mag, kann den Tee gerne mit einem Früchtetee mischen.

Tinktur

Um eine Tinktur herzustellen, sollte man die Heilpflanze einkochen und mit einem starken Schnaps übergießen. Diese Mixtur lässt man dann ca. zwei Wochen gären und schöpft die klare Flüssigkeit an der Oberfläche ab. Mit dieser Tinktur lässt sich beispielsweise Akne behandeln.

Fertigpräparate

Um dem Geschmack der Pflanze aus dem Weg zu gehen, kann man sie auch getrocknet in Form von Kapseln zu sich nehmen. Dies ermöglicht eine regelmäßige Einnahme mit der immer gleichen Menge des Wirkstoffes.

Schwarzer Rettich hilft bei folgenden Leiden

 innerliche Anwendung äußerliche Anwendung
RheumaAkne
ErkältungenRheuma
VerspannungenGelenkbeschwerden
MuskelkrämpfeHautentzündungen
Gallenprobleme
Gelenkschmerzen

Vorkommen und Sammelzeit des Schwarzen Rettichs

Die Heilpflanze kommt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und wurde bereits vor vielen tausend Jahren von den Ägyptern als Heilpflanze verwendet. Heute wird Sie auch in Europa erfolgreich angebaut und findet wieder gehäufte Verwendung in Küche und Medizin.

Der Anbau findet inzwischen wieder industriell statt. Man sorgt direkt bei der Ernte für eine neue Aussaat, welche im nächsten Jahr die Erträge sichert. Im Mittelalter wurde Schwarzer Rettich ebenfalls angebaut, um als Nahrungs- und Heilmittel zu dienen, geriet aber in Vergessenheit.

Erst in den Kräuterbüchern der Renaissance-Zeit liest man wieder vermehrt von der kraftvollen Wirkung der Wurzel. Seit einigen Jahren findet die Pflanze ebenfalls in der Küche großen Anklang, da der Trend zu 'vergessen' Gemüsesorten hingeht.

Sammelzeit

Der Schwarze Rettich ist von September bis März erhältlich. Angebaut wird er im Sommer und wird dann im Herbst und Winter geerntet.

Verwendbare Pflanzenteile

Schwarzer Rettich wird ab Ende Oktober bis zum ersten Frost geerntet und liefert daher auch im Winter ein frisches und gesundes Gemüse. Genutzt werden vor allem die länglichen Rüben, die unter optimalen Bedingungen 300 bis 500 Gramm schwer werden können.

Wie anderes Lagergemüse kann Schwarzer Rettich sehr gut in feuchtem Sand gelagert werden. Dank der rauen, schorfigen Haut ist er gegenüber Transportschäden und Druckstellen unempfindlich.

Weiterverarbeitung / Produkte

Das feste, weiße Rübenfleisch wird gern für Salate und Rohkost verwendet und wird dafür fein gehobelt oder geraspelt. In der japanischen Küche wird Schwarzer Rettich in sehr dünne, lange Scheiben geschnitten und dekorativ drapiert zum Beispiel zu Sushi gereicht.

Durch das Einlegen in Wasser oder Essig sowie das Bestreuen mit Salz wird die typische Schärfe, aber auch der Wirkstoffgehalt reduziert. Schwarzer Rettich kann auch gekocht und unter anderem in Kartoffelsuppen verwendet werden.

Zu medizinischen Zwecken wird aus dem Schwarzen Rettich mithilfe von Zucker der Saft entzogen. Dieser Sirup besitzt eine hohe antioxidative Wirkung und hilft bei Husten, Bronchitisund Nierenproblemen.

Durch den Zucker wird die Feuchtigkeit aus dem Rettich herausgezogen - und damit auch seine Wirkstoffe.

Rezepte

Zur Herstellung eines Sirups aus Schwarzem Rettich nimmt man:

Zuerst schneidet man eine Scheibe oben am Rettich ab und höhlt ihn anschließend so aus, dass nur ein Zentimeter Rand stehen bleibt. Danach schneidet man die herausgeschnittenen Rettichstücke klein und vermischt sie mit der gleichen Menge Zucker oder Honig.

Bevor man diese Masse wieder in den Rettich gibt, sticht man ein Loch ins untere Ende und stellt ihn auf ein Glas. So kann der Sirup abfließen.

Geschichte

Schwarzer Rettich war schon 2500 v. Chr. in Ägypten bekannt und war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in ganz Europa und Nordamerika sehr beliebt, da er sich gut einlagern lässt.

Danach verschwand er immer mehr. Heute findet Schwarzer Rettich dank der Wiederentdeckung von 'alten Gemüsesorten' wieder mehr Abnehmer und wird vorwiegend von biologisch arbeitenden Landwirten angebaut und ab Herbst verkauft.

Vermutlich durch Reisende kam das Kreuzblütengewächs in früheren Jahrhunderten in die Mongolei und nach Manchurien, wo es noch heute in kleinen Mengen angebaut wird.

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