Vitamin A - Die Fakten

  • Vitamin A ist für den Sehvorgang, die Haut, das Wachstum sowie das Immunsystem sehr wichtig.
  • Es kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor.
  • Pflanzliche Lebensmittel enthalten Vorstufen des Vitamins - sogenannte Provitamine A.
  • Ein Mangel führt zu Sehbeschwerden und macht den Körper anfällig für Infektionen.
  • Eine Überversorgung tritt selten auf.

Vitaminbedarf ermitteln

pfeil
herz

Vitamin A - Was ist das?

Das fettlösliche Vitamin A ist eines von insgesamt 13 Vitaminen. Diese organischen Substanzen sind für den Menschen und Säugetiere im Allgemeinen essentiell. Sie müssen deshalb regelmäßig in kleinen Mengen über die Nahrung aufgenommen werden.

Der Begriff Vitamin A bezeichnet nicht nur einen einzelnen Stoff, sondern vielmehr eine Gruppierung von Stoffen, die eine ähnliche biologische Wirkung aufweisen. Die chemische Bezeichnung für diese Stoffgruppe, Retinoide, ist deshalb zu grob gefasst und wird häufig kritisiert.

Unter biologisch-medizinischer Perspektive wird bei der Definition der Stoffgruppe genauer differenziert. Als Vitamin A bezeichnet man die Substanzen und Verbindungen, die alle Wirkungen des Vitamins beinhalten, also Retinol und Retinylester.

Die Substanzen und Verbindungen, die nicht alle Wirkungsweisen des Vitamins aufweisen, also Retinsäure, werden hiervon getrennt betrachtet und beschrieben.

  • Retinsäure wird von Vitamin A unterschieden, weil sie nicht alle Wirkungen des Vitamins aufweist. Sie weist zwar eine ähnliche Wirkung auf, allerdings ist sie zum Beispiel nicht am Sehzyklus und an der Spermienproduktion beteiligt.

Dein Vitamin-Assistent

Welches Vitamin ist gut für...

Schönheit
Gesundheit
Leistungsfähigkeit

Aktuelle Produkte

KapselnVitamin A 10.000 I.E.
AmpullenVitamin A Ampullen 10 x 2ml
PalmitatVitamin A Palmitat 30ml

Vitamin A in Lebensmitteln

Das Vitamin kann (als Retinylester) nur aus tierischen Produkten aufgenommen werden.

Pflanzliche Produkte enthalten nur die Vorstufe des Vitamins (ß-Carotin und andere Carotine). Sie müssen also nach der Aufnahme vom eigenem Körper in ihre wirksame Form umgebaut werden.

Da aus ß-Carotinen und anderen Carotinen nur eine geringere Menge Vitamin A hergestellt werden kann, wird der Gehalt in Lebensmitteln in Retinol-Äquivalenten, also in wirkungsgleichen Mengen, angegeben.

Die Formel für die Umrechnung in Retinol-Äquivalente lautet: 1 mg Retinol-Äquivalent (RÄ) = 1 mg Retinol = 6mg ß-Carotin = 12 mg andere Carotine

vitamin-a
Vitamin A reiche Lebensmittel
Vitamin A
Gehalt
Lebensmittel
Hoch
Mittel
  • Hühnerei
  • Butter
  • Schlagsahne
  • Bergkäse
Gering
ß-Carotin-reiche Lebensmittel
ß-Carotin
Gehalt
Lebensmittel
Hoch
Mittel
Gering

Vitamin A - Mangel und Überdosierung

mangel-vitamin-a

Symptome einer Unterversorgung sind:

  • verändertes Sehverhalten
  • vermindertes Dämmerungssehen
  • Nachtblindheit
  • Ein Mangel ist in den westlichen Industrienationen eher selten zu beobachten. In Entwicklungsländern hingegen kommt es aufgrund der allgemein schlechten Versorgungslage oft zu Mangelerkrankungen.

Eine lange Unterversorgung an Vitamin A kann nicht nur zu merkbaren Veränderungen am Auge führen, sondern zum Beispiel auch zu:

  • Veränderung des Sehapparats: Austrocknung, Verklebung der Lider, Verhornung der Horn- und Bindehaut, Trübung der Horn- und Bindehaut
  • Gestörtem Riechvermögen
  • Hoher Infektionsanfälligkeit
vitamin-a-ueberversorgung

Eine Überversorgung sollte - genau wie ein Mangel des Vitamins - unbedingt vermieden werden. Folgen einer sogenannten Hypervitaminose sind zum Beispiel:

  • Skelettveränderungen
  • Wachstumsstörungen
  • Missbildungen des Gesichtsschädels bei Neugeborenen
  • Gelbsucht
  • Vergrößerung der Leber oder Leberzirrhose

Eine Überversorgung tritt in der Regel nur dann auf, wenn Vitamin-A-Präparate eingenommen werden. Natürliche tierische und pflanzliche Lebensmittel enthalten keine kritischen Mengen des Vitamins.

  • Einzige Ausnahme: Bei häufigem Verzehr von Innereien, insbesondere von Leber, ist Vorsicht geboten!

Vitamin A Aufgaben

Die Stoffgruppe, die man unter dem Vitamin zusammenfasst, ist an unterschiedlichen Vorgängen im menschlichen Organismus beteiligt, zum Beispiel:

Vitamin A Tagesbedarf

Der tägliche Bedarf ist abhängig von Geschlecht, Alter und weiteren individuellen Faktoren.

Im Normalfall wird er durch eine gemischte Kost, also durch die ausgewogene Verteilung von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln, ausreichend gedeckt.

AltersstufeBedarf
Säuglinge bis vier Monate0,5 mg
Kinder 4 Monate bis 4 Jahre0,6 mg
Kinder 4 bis 7 Jahre0,7 mg
Kinder 7 bis 10 Jahre0,8 mg
Kinder 10 - 13 Jahre0,9 mg
Jungen 13 - 19 Jahre1,1 mg
Mädchen 13 bis 15 Jahre1,0 mg
Mädchen 15 bis 19 Jahre0,9 mg
Männer ab 19 Jahre1,0 mg
Frauen ab 19 Jahre0,8 mg
Schwangere ab dem 4. Monat1,1 mg
Stillende1,5 mg

Häufig gestellte Fragen zu Vitamin A

Die Zubereitungsart von individuellen Speisen kann auf den Vitamingehalt von verwendeten Lebensmitteln Einfluss nehmen. Denn das Vitamin reagiert auf

  • Licht
  • und Hitze

empfindlich, weshalb hohe Zubereitungstemperaturen vermieden werden sollten.

Aber auch die Produktion von Lebensmitteln kann bereits negativ oder positiv auf den Vitamingehalt einwirken. Das Schälen von Reiskörnern zum Beispiel oder auch die herkömmliche Produktion von Weizenmehl, die die Entfernung der Kornrandschichten einschließt, geht einher mit einem erheblichen Vitaminverlust.

  • Es empfiehlt sich also auf vollwertige Getreideprodukte zurückzugreifen, die größtenteils ohne Schälprozesse auskommen. Eine Zusetzung von synthetischen Vitaminen, also die Aufbereitung bzw. Vitaminierung von Produkten, ist eine Methode, die den Nährstoffgehalt steigern kann.

Eine Einnahme von Präparaten ist in der Regel nicht notwendig, solange auf eine vollwertige Ernährungsweise geachtet wird.

In der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine erhöhte Zufuhr notwendig, damit eine ausreichende Versorgung von Mutter und Kind mit dem wichtigen Nährstoff gewährleistet ist. Eine Unterversorgung in der Schwangerschaft kann verschiedene Missbildungen des Kindes begünstigen.

Es ist aber trotzdem besonders wichtig, die empfohlene Tagesmenge von 1,1 mg in der Schwangerschaft nicht wesentlich zu überschreiten. Denn auch durch eine Überversorgung können Missbildungen des Schädels, zum Beispiel Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalten, beim Neugeborenen nicht entstehen.

  • Der Leberverzehr ist zu vermeiden.

In Form von Retinsäure wird das Vitamin als Wirkstoff bei der Behandlung von Akne eingesetzt.

Es kann hier aufgrund seines Einflusses auf das Wachstum und die Differenzierung von Zellen zu einer Verbesserung der Hauterkrankung beitragen.

Der Vitaminbedarf ist abhängig von verschiedenen individuellen Faktoren.

In der Regel liegt der Tagesbedarf bei den verschiedenen Personengruppen bei:

  • Kind: 0,5-0,9 mg
  • Frau in der Stillzeit: 1,5 mg
  • Frau in der Schwangerschaft: 1,1 mg
  • Erwachsener Mann: 1 mg
  • Erwachsene Frau: 0,8 mg

Durch eine ausgewogene Ernährung ist in der Regel gewährleistet, dass der Körper genug Vitamin A erhält.

Ein Mangel, aber auch eine Überversorgung mit dem essentiellen Nährstoff, können jedoch zu schwerwiegenden Erkrankungen des Betroffenen führen und sollten deshalb nicht unterschätzt werden.

Ein Hinweis darauf, dass zu wenige Vitamin-A-haltige Lebensmittel konsumiert werden, erhält der Betroffene in vielen Fällen dadurch, dass sich seine Sehkraft, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen, allmählich verschlechtert (Nachtblindheit).

  • In der frühkindlichen Entwicklung, in der Körperwachstumsphase, kann eine unzureichende Aufnahme dazu führen, dass der Sehapparat durch beispielsweise Verhornungen oder Geschwürbildungen dauerhaft beeinträchtigt wird. Auch eine komplette Erblindung ist bei langfristiger Unterversorgung eine mögliche Folge.

Eine Überdosierung, zum Beispiel durch die falsche Anwendung von synthetischen Vitamintabletten bei Erwachsenen oder aber wenn werdende Mütter sowie Mütter in der Stillzeit die angemessene Bedarfsmenge nicht beachten, kann u. a. Skelettveränderungen, Gelbsucht, Lederzirrhose und Missbildungen hervorrufen.

Um den genannten Risiken vorzubeugen, sollte vor allem in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei jüngeren Kindern darauf geachtet werden, dass regelmäßig eine angemessene Menge des Vitamins zugeführt wird.

Anfang des 20. Jahrhunderts etabliert sich in der Forschung die Annahme, dass sich viele Krankheiten mit einem Mangel an bestimmten Nährstoffen erklären lassen.

Der Begriff Vitaminmangelkrankheit entsteht. Um eine Vitaminmangelerkrankung zu heilen oder eine Erkrankung zu verhindern, wird damals empfohlen, Lebensmittel zu konsumieren, die den fehlenden Nährstoff enthalten.

Für Nachtblindheit machen die Forscher einen Mangel an dem bis dahin unbekannten Stoff Vitamin A verantwortlich. Sie finden außerdem heraus, dass es in Fischleberöl (Lebertran) enthalten ist.

Eine Vorstufe des Vitamins, das sogenannte Provitamin ß-Carotin, wird 1930 entdeckt. ß-Carotin kommt ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor.

Als sich die allgemeine Versorgungslage der Menschen im 20. Jahrhundert verbessert, gibt es auch keine Vitaminmangelerscheinungen mehr.

Stattdessen richtet sich das Forschungsinteresse der Medizin nicht mehr auf die Heilung von Krankheiten sondern darauf, die Menschen prophylaktisch gesund zu erhalten.


Quellen

  1. Kofráni, Ernst/ Wirths, Willi: Einführung in die Ernährungslehre.
  2. Biesalski, Hans Konrad/Grimm, Peter: Taschenatlas Ernährung
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.:
  4. Elmafda, Ibrahim/ Aign, Waltraude/ Muskat, Erich/ Fritzsche, Doris: Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle.
  5. Kühne, Petra: Vitamine. Wirkstoffe des Lebendigen.

facebook_mobile-50x34 twitter_mobile-50x34 google_plus_mobile-50x34 whatsapp_mobile-50x34

Auch interessant