Affodill – Heilpflanze und Nahrungsmittel aus der Antike

Affodill – Heilpflanze und Nahrungsmittel aus der Antike

Affodill - Die wichtigsten Fakten

  • Die Pflanze ist im Mittelmeerraum beheimatet und in Deutschland lediglich als Zierpflanze in Gärten zu finden.
  • In der Antike fand die stärkereiche Wurzel als Nahrungsmittel Verwendung, einige Heilanwendungen sind ebenfalls überliefert.
  • Da die Pflanze leicht giftig ist, wird eine innerliche Anwendung nicht empfohlen.
  • Äußerlich angewendet wurden die Pflanze als Mittel bei Hauterkrankungen, diese Verwendung ist heute jedoch obsolet.

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Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Affodill als Heilpflanze

Der lateinische Name lautet Asphodelus albus. Diese Bezeichnung beschreibt den pharmazeutisch wirksamen weißen Affodill.

In alten Schriften wird sie auch als Königslanze erwähnt, im antiken Griechenland nannten man sie auch „Pfeil“. Diese Bezeichnungen beziehen sich auf ihr hochgewachsenes, spitzes Aussehen.

Die Pflanze beschreibt eine eigene Gattung der Affodill-Geschwächse, den Asphodeloideae.
Familiär gehören sie zu den Grasbaumgewächsen und sind im weiten Sinne mit den Aloe-Pflanzen verwandt.

In folgenden Ländern des Mittelmeerraums sind die unterschiedlichen Arten zu finden:

  • Spanien
  • Portugal
  • Sudfrankreich
  • Italien
  • Balkanregion
  • Griechenland
  • Türkei
  • Syrien
  • Afghanistan
  • Nordindien
  • Teile Nordafrikas

    Über die Sammlungszeit zu Heilzwecken geben die antiken Schriften keine Auskunft.

Blütezeit ist von März bis Juni.

Die Pflanze enthält vor allem Hydroxyanthracenderivate, wie zum Beispiel Asphodelin,oder Triterpene.
Ebenfalls vorhanden sind Schleimstoffe und Falavonoide.

  • Die Pflanze ist leicht giftig! Es empfiehlt sich, diese nur äußerlich anzuwenden.

In antiken Schriften findet der Affodill Erwähnung als Nahrungsmittel. Die stärkehaltige Wurzel
wurde geröstet und mit Öl und Feigen verzehrt, aber auch in Notzeiten zum Brotbacken verwendet.
Pythagoras (ca. 550 v Chr.) soll sie gerne verspeist haben.

Auch mythologisch hatte die Pflanze Bedeutung, bei Homer zum Beispiel wandeln die Seelen der Verstorbenen in der Unterwelt auf Wiesen von Affodill.

Diese Einflüsse begründen auch ihre Verwendung zur Bepflanzung von Gräbern.

Zwar wurde die Pflanze in der Antike auch als Heilmittel verwendet, in der Pharmazie sind diese Wirkungen heut nicht mehr von Bedeutung.

Affodill - Heilwirkung der Heilpflanze

Der Pflanze werden folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • Entwässerung
  • Harnförderung
  • Anregung der Nierentätigkeit
  • Förderung der Wundheilung
  • Lösung von Krämpfen

Affodill - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Die innerliche Anwendung als Heilmittel und auch die Verwendung der Pflanze als Nahrungsmittel wurde mit der Erkenntnis ihrer Giftigkeit obsolet.

Lediglich bei äußerlichen Beschwerden der Haut kann sie gefahrlos eingesetzt werden:

  • Dermatitis
  • Ekzeme
  • Ausschläge
  • schlecht heilende Wunden

Affodill - Anwendung der Heilpflanze

Nach heutigem Erkenntnisstand ist lediglich eine äußerliche Anwendung empfohlen.

Äußerliche Anwendung

Der Saft von Wurzel und Blätter kann gepresst auf Wunden und betroffene Hautstellen aufgelegt werden. Dies kann in Form von Umschlägen und Kompressen stattfinden.

Innerliche Anwendung

Keine innerliche Anwendung aufgrund der Giftigkeit empfohlen.


Quellen

Hänsel, Rudolph / Keller, Konstantin / Rimpler, Horst / Schneider, Georg: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis: Asphodelus
Lenz, Harald Othmar: Botanik der alten Griechen und Römer

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