Vitamin R – Ein wichtiger Baustein

Vitamin R - Die Fakten

  • Vitamin R bezeichnet die Para-Aminobenzoesäure (PABA).
  • Vitamin R ist gemäß heutiger Definition kein Vitamin.
  • Vitamin R ist Bestandteil der Folsäure (Vitamin B9).

Vitaminbedarf ermitteln

pfeil
herz

Vitamin R wurde der Gruppe der B-Vitamine zugeordnet

Vitamin R ist eine Bezeichnung für den chemischen Stoff Para-Aminobenzoesäure, auch als PABA abgekürzt. In der Geschichte der Vitaminforschung kam es zu einigen falschen Einschätzungen und mehrfachen Änderungen der Bezeichnungen.

Die Para-Aminobenzoesäure wurde so fälschlicherweise als Vitamin R bezeichnet. Andere veraltete Begriffe sind Vitamin Bx oder Vitamin B10. Im Grunde genommen existiert aber kein Stoff mit dem Namen Vitamin R oder Vitamin Bx. Dennoch ist die Para-Aminobenzoesäure ein wichtiges Molekül. Nachfolgend soll erläutert werden, wie es zur Eingruppierungen in die B-Vitamine kam und welche Rolle PABA spielt.

Vitamin R - Was ist ein Vitamin?

Gemäß aktueller Definition müssen Vitamine zwei wesentliche Funktionen erfüllen:

  1. Sie sind für Prozesse im Stoffwechsel essenziell, d.h. unbedingt notwendig.
  2. Sie müssen über die Nahrung zugeführt werden, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann.
  • Vitamine sind organische, lebensnotwendige Verbindungen, die vom menschlichen Organismus nicht oder in einem nicht ausreichenden Umfang synthetisiert werden können. Insgesamt 13 Stoffe besitzen diese Eigenschaften und erfüllen im Stoffwechsel katalytische oder steuernde Funktionen.

Dein Vitamin-Assistent

Welches Vitamin ist gut für...

Schönheit
Gesundheit
Leistungsfähigkeit

Die Geschichte der Vitamine

Bereits vor Tausenden von Jahren erkannten Menschen, dass Krankheiten wie Nachtblindheit durch den Verzehr von bestimmten Lebensmitteln wie Leber verhindert werden konnten. Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Tierexperimenten gezeigt, dass Versuchstiere trotz ausreichender Energiezufuhr krank wurden und starben.

Man vermutete also bestimmte lebenswichtige Stoffe, die der Wissenschaftler Casimir Funk 1912 „Vitamine“ nannte („Vit“ - „amin“: Amine sind Stickstoffverbindungen). Bis 1941 wurden alle 13 Vitamine entdeckt und deren chemische Struktur entschlüsselt. Heute ist bekannt, dass die meisten Vitamine aber gar keinen Stickstoff enthalten. Über die Jahre wurden außerdem fälschlicherweise manche Stoffe als Vitamine beschrieben. Die Methodik zur Bezeichnungen und Einteilung änderte sich einige Male. Daher rührt die Vielzahl an Begrifflichkeiten.

  • Die Geschichte der Vitaminforschung hat eine lange Tradition und keine andere Stoffgruppe hat mehr Nobelpreise verliehen bekommen.

Gemäß Definition werden heute folgende 13 Stoffe als Vitamine gezählt:

  1. Vitamin A
  2. Vitamin D
  3. Vitamin R
  4. Vitamin K
  5. Vitamin B1
  6. Vitamin B2
  7. Vitamin B6
  8. Vitamin B12
  9. Folsäure
  10. Niacin
  11. Panthothensäure
  12. Biotin
  13. Vitamin C

In einem russischen Fachartikel aus dem Jahr 2002 wird PABA beispielsweise weiterhin der Gruppe der B-Vitamine zugeschrieben.

„Vitamin R“ und Folsäure

„Vitamin R“ bzw. Para-Aminobenzoesäure (PABA) ist Bestandteil der Folsäure (chemisch Pteroylpolyglutamat). Folsäure besteht bist aus einem Pteridinkern, L-Glutamat und eben der p-Aminobenzoesäure aufgebaut.

Folsäure wird in vielen Ländern auch als Vitamin B9 bezeichnet und erfüllt die definitorischen Bedingungen eines Vitamins. Die enge Verbindung von „Vitamin R“ zur Folsäure veranschaulicht gut, warum Stoffe wie „Vitamin R“ zunächst fälschlicherweise als Vitamine eingestuft wurden.

Der Mensch kann Folsäure nicht selbst herstellen. Interessanterweise sind aber Mikroorganismen in der Lage Folsäure aus Para-Aminobenzoesäure (PABA) herzustellen.

Welche Rolle spielen B-Vitamine?

B-Vitamin sind in sehr komplexer Weise am Stoffwechsel beteiligt. Im Besonderen regulieren sie den Energiestoffwechsel. Fehlen B-Vitamine kommt es zu Problemen in der Energiebereitstellung. Die einzelnen B-Vitamine beeinflussen sich auch gegenseitig in ihrer Wirkung. Deswegen ist ein Mangel eines einzelnen Vitamins meist kaum feststellbar. Meistens fehlen mehrere der Stoffe zeitgleich. „Vitamin R“ bzw. Vitamin B10 wurde aufgrund der engen Verbindung in die B-Gruppe eingereiht.

  • Im Gegensatz zu den ebenfalls essenziellen Fettsäuren und essenziellen Aminosäuren dienen Vitamine weder als Körperbausteine noch als Energielieferanten.

Zu der Gruppe der B-Vitamine zählen:

Häufig gestellte Fragen zu Vitamin R

Der Para-Aminobenzoesäure (PABA) werden auf diversen Seiten zahlreiche nützliche Wirkungen zugeschrieben. Gesichert lässt sich in erster Linie feststellen, dass PABA Bestandteil des Vitamins Folsäure ist. Ansonsten wird der Para-Aminobenzoesäure zum Beispiel eine Schutzwirkung gegen Sonnenstrahlung zugeschrieben. Außerdem nutzt man den Stoff für diverse medizinische Diagnoseverfahren.

B-Vitamine sind sehr weit verbreitet und kommen sowohl in tierischen als auch pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. In der Regel besteht kein Anlass zur Sorge hinsichtlich einer Unterversorgung.

Die Frage lässt sich nicht exakt beantworten. Generell lässt sich aber sagen, dass mit steigendem Energieverbrauch der Bedarf steigt.

Quellen

Pietrzik, K. / Golly, I. / Loew, D.: Handbuch Vitamine
Akberova, S.: New biological properties of p-aminobenzoic acid
Löffler, G. / Petrides, P. / Heinrich, P.: Biochemie & Pathochemie (8. Aufl.)
Dockter, G. / Sitzmann, F.: Examination of pancreatic function in children with special reference to the PABA-test

Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant