Amerikanische Kermesbeere als Heilpflanze

Amerikanische Kermesbeere als Heilpflanze

Amerikanische Kermesbeere - Die wichtigsten Fakten

  • Die Amerikanische Kermesbeere stammt ursprünglich aus Nordamerika.
  • Sie gilt als Heilpflanze, ist aber mit zunehmendem Alter und bei Überdosierung in Wurzel und Samen giftig.
  • Die Pflanze wächst in Europa vor allem in Weinregionen.
  • Das Gewächs besitzt Heilwirkungen gegen zahlreiche Beschwerden.

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Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Amerikanische Kermesbeere als Heilpflanze

Amerikanische Kermesbeere
Sammelzeit
  • Juli
  • August
  • September
Heilwirkung
Anwendung

Der wissenschaftliche Name der Amerikanischen Kermesbeere lautet Phytolacca americana, sie gehört also zu den Phytolaccaceae (Kermesbeerengewächsen).

Die Pflanze ist auch als Zehnmännige Kermesbeere, Amerika-Kermesbeere, Amerikanischer Nachtschatten oder Scharlachbeere bekannt. Ihre englischen Bezeichnungen lauten American Pokeweed, Poke, Pokeweed oder Virginian poke.

Die Amerikanische Kermesbeere gehört zur Gattung der Kermesbeeren (Phytolacca) und damit zur Familie der Kermesbeerengewächse (Phytolaccaceae).

Ursprünglich stammt das Gewächs aus Nordamerika, tauchte aber in manchen Regionen Eurasiens auf. IIn Süddeutschland vermehrt sie sich inzwischen fast explosionsartig.

Die Sammelzeit für die Pflanze ist zugleich ihre Blütezeit. Diese fällt in die Monate Juli, August und September.

Die für eine heilkundliche Verwendung wichtigen Inhaltsstoffe der Pflanze sind folgende:

  • Alpha-Spinasterol
  • Cyanfarbstoffe
  • Enzyme
  • fettes Öl
  • Gamma-Aminobuttersäure
  • Gerbstoffe
  • Harze
  • Histamin
  • Lectine
  • Lignane
  • Phytolaccagenin, Phytolaccanin, Phytolaccatoxin, Phytolaccosaponin, Phytolaccoside, Phytolaccoside
  • Pokeweed-Mitogene
  • Saponinglykoside
  • Triterpensaponine

Die in der Pflanze enthaltenen Saponine und Lektine machen die Pflanze giftig.

Die Amerikanische Kermesbeere zählt zu den ausdauernden, krautig wachsenden Pflanzen. Sie kann bis zu einer Größe von 3 Metern wachsen. Am liebsten wächst sie auf nährstoffreichen Böden und bevorzugt sonnige Plätze.

Sie besitzt eine Wurzel mit Rübenform, einen kräftigen, unten meist verholzten Stängel, der eine purpurne Farbe hat und sich gabelt. Zur Blütezeit entwickeln sich überhängende Blütenstände, die Ähnlichkeit mit den Trauben des Weines haben.

Amerikanische Kermesbeere - Heilwirkung der Heilpflanze

Die Pflanze wirkt antiviral, blutreinigend, entgiftend, entzündungshemmend, hautwirksam, immunstärkend und auch schmerzstillend.

Amerikanische Kermesbeere - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Die amerikanische Kermesbeere wird in der Volksheilkunde als Abführmittel und Brechmittel verwendet. Außerdem kann sie gegen Autoimmunkrankheiten bzw. Immunschwäche, Drüsenverhärtungen, Gicht, Geschwüren, Hämorrhoiden und Hautentzündungen eingesetzt werden.

Auch bei Katarrh, Krätze, Menstruationsstörungen, Mumps, Mundraumen- und Rachenraumentzündungen, Oberbauchbeschwerden, Pilzinfektionen, Rheuma, Verdauungsstörungen, Wunden sowie bestimmten Tumoren sind die Wirkstoffe der Pflanze hilfreich.

Homöopathisch wird sie bei Angina, Brustdrüsenentzündung, grippalen Infekten oder Grippe, Beschwerden im Mundraum, Luftwegserkrankungen, Lymphsystemerkrankungen, Mandelentzündung, Schmerzen in der Brust (Mastalgie), Erkrankungen des Rachenraumes und Rheuma genutzt.

Amerikanische Kermesbeere - Anwendung der Heilpflanze

Die Pflanze kann unter bestimmten Bedingungen äußerlich und innerlich angewendet werden. Bei der Herstellung ist vor allem darauf zu achten, dass nur junge Teile der Pflanze genutzt werden. Am sinnvollsten ist es, ausschließlich Fertigpräparate zu verwenden.

  • Vorsicht, die Pflanze ist giftig! Je älter Wurzel und Samen werden, umso mehr Gift sammelt sich in diesen Teilen. Eine Überdosierung kann zu extrem gefährlichen Vergiftungen führen.

Äußerliche Anwendung

Für eine äußerliche Anwendung kann man den Tee der Pflanze nutzen, er hilft gegen Hauterkrankungen. Man kann aber auch aus der Wurzel hergestellte Extrakte, Tinkturen oder Abkochungen benutzen, um sie äußerlich gegen Gicht und Rheuma einzusetzen.

Innerliche Anwendung

Auf eine innerliche Anwendung sollte verzichtet werden, da mit Vergiftungserscheinungen gerechnet werden muss. Je älter Pflanzenteile werden, desto giftiger sind sie in der Regel. Daher sollte man ältere Pflanzenteile und auch den Samen nicht verwenden.

Mit dem Tee aus jungen Pflanzenteilen oder mit Tinkturen und Extrakten als Fertigpräparate kann man das Immunsystem zu stärken. Die Dosierungsvorgaben sind dabei strikt einzuhalten.


Quellen

Amerikanische Kermesbeere
Vonarburg, Bruno: Homöotanik: Farbenprächtiger Herbst. Bd. 3
Eisenbrand, Gerhard / Schreier, Peter: RÖMPP Lexikon Lebensmittelchemie, 2. Auflage
Stumpf, Ursula: Heilpflanzen und ihre giftigen Doppelgänger: Heilpflanzen sammeln - aber richtig


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