Andorn - vergessene Heilpflanze aus dem Klostergarten

Andorn - vergessene Heilpflanze aus dem Klostergarten

Andorn - Die wichtigsten Fakten

  • Er ist eine mehrjährige Pflanze mit verholzter Faserwurzel.
  • Man findet sie in Europa, Asien, Süd- und Mittelamerika.
  • Man erhält das Kraut durch Wildsammlungen oder Anpflanzungen.
  • Es wird in Form von Tee, Elixier oder Saft eingenommen.
  • Die enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe wirken verdauungsfördernd bzw. schleimlösend.

Mit der Kräuterhexe zur richtigen Heilpflanze

Welche Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, angstlösend oder entkrampfend? Zu welcher Jahreszeit kann sie gesammelt werden? Unsere Kräuterhexe hilft, die geeignete Heilpflanze mit der gewünschten Wirkung zur passenden Jahreszeit zu finden.

Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Andorn als Heilpflanze

Andorn
Sammelzeit
  • Juni
  • Juli
Heilwirkung
Anwendung

Der lateinische Name des gemeinen Andorns lautet Marrubium vulgare.
Er ist derjenige unter den Arten von Andorn, welcher medizinische Anwendung findet.

Unter anderem sind außerdem noch folgende Arten bekannt:

  • Großer Andorn (Stachys germanica)
  • Schwarzer bzw. Stinkender Andorn (Ballota nigra)

Gängige Bezeichnungen des Gemeinen Andorns sind auch:

  • Weißer Andorn
  • Mauer-Andorn
  • Weißer Dorant
  • Mariennessel
  • Berghopfen

Er gehört zur Familie der Lamiceae - der Lippblütengewächse.

Er kommt in Europa, Asien, Nord- Süd- Mittelamerika und Nordafrika vor.
Durch seine Genügsamkeit konnte er sich im Altertum vom Mittelmeerraum aus schnell
in Europa verbreiten.

Gesammelt wird kurz nach der Blütezeit im Juni oder Juli.
Er kann auch im heimischen Garten gepflanzt werden, hier werden die benötigten Pflanzenteile im selben Zeitraum geerntet.

Das Kraut enthält Bitterstoffe der Labdan-Reihe, vornehmlich das Marrubiin.
Zusätzlich sind Lamiaceen-Gerbstoffe enthalten.
Ätherisches Öl ist in geringen Mengen vorhanden.

Andornkraut fand bereit im 1. Jhdt. n. Chr. in antiken griechischen Schriften Erwähnung, war aber auch in Ägypten und dem restlichen Mittelmeerraum verbreitet.

Auch im Mittelalter finden sich schriftliche Hinweise auf die Verwendung als Heilpflanze.
In der heutigen Zeit ist der Andorn als Heilmittel ein wenig in Vergessenheit geraten.
In Australien gilt er sogar als Pflanzenplage, welche durch die Besiedelung durch Europäer eingeschleppt wurde.

Andorn vermehrt sich sehr schnell und kann auch auf Schutt und verödeten Weiden gedeihen, worauf auch die Bezeichnung "Mauer-Andorn" hinweist.

Im Biolandbau wird er gerne unter Obstbäume gepflanzt, um Schädlinge fernzuhalten.

Andorn - Heilwirkung der Heilpflanze

Durch die Bitterstoffe wirkt er fördernd auf die Produktion von Galle. Diese ist für die Verdauung notwendig und bildet zusammen mit anderen Bestandteilen den Verdauungssaft. Gleichzeitig besteht auch eine appetitanregende Wirkung.

Die Gerbstoffe fördern in den Bronchien und Lungen die Lösung von Schleim. Außerdem wirken die Inhaltsstoffen entkrampfend auf die Bronchialwege, wodurch der Auswurf des Schleims gefördert wird.

Durch die ätherischen Öle kann zudem eine entzündungshemmende Wirkung bestehen.

Andorn - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Bei leichten Verdauungsstörungen, Völlegefühl, Blähungen und Sodbrennen kann die Einnahme hilfreich sein und die Darmtätigkeit regulieren.
Auch bei Appetitlosigkeit kann das Heilkraut eine anregende Wirkung nach sich ziehen.

Bei Erkrankungen der Atemwege, wie grippalen Infekten und Erkältungen mit dem Auftreten von Husten wirkt der Tee schleimlösend und fördert die Auswurftätigkeit.

Andorn - Anwendung der Heilpflanze

Andorn wird nur innerlich angewendet in Form von Tees, Elixieren oder Pflanzensäften.

Diese sind im Handel erhältlich. Bei eigenem Anbau oder Sammlung werden die oberen Pflanzenteile mitsamt den Blüten getrocknet und meist als Tee zubereitet.

Äußerliche Anwendung

Eine äußerliche Anwendung als Heilpflanze ist derzeit nicht bekannt.

Innerliche Anwendung

Bei Verdauungsproblemen empfiehlt sich nach dem Essen die Einnahme eines Tees zur Förderung der Verdauung.
Alternativ kann auch die Einnahme eines Elixiers oder Saftes in Erwägung gezogen werden.

  • Tee, Elixier und Saft des Andorns sind sehr bitter im Geschmack.

Das Elixier besitzt den Vorteil, daß die Inhaltsstoffe in konzentrierter Form vorliegen. Hierdurch müssen nur wenige Tropfen der bitteren Substanz eingenommen und nicht in größerer Menge getrunken werden wie bei der Anwendung von Tee.

Bei Atemwegserkrankungen können auch alle Varianten angewendet werden, wobei der Tee dem Körper zusätzlich Flüssigkeit zuführt. Diese ist sehr förderlich zur raschen Schleimlösung und Abheilung des Hustens.


Quellen

Reichling, Jürgen: Arends Volkstümliche Namen der Drogen, Heilkräuter, Arzneimittel und Chemikalien

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