Heilpflanze Bingelkraut

bingelkraut

Bingelkraut - Die wichtigsten Fakten

  • Es ist eine seit der Antike bekannte Pflanze.
  • Sie zählt zu den Heilpflanzen.
  • Bingelkraut ist leicht giftig.
  • Es sollte nur getrocknet als Arznei verwendet werden.

Mit der Kräuterhexe zur richtigen Heilpflanze

Welche Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, angstlösend oder entkrampfend? Zu welcher Jahreszeit kann sie gesammelt werden? Unsere Kräuterhexe hilft, die geeignete Heilpflanze mit der gewünschten Wirkung zur passenden Jahreszeit zu finden.

Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Bingelkraut als Heilpflanze

Das Gewächs heißt mit wissenschaftlichem Namen Mercurialis annua. Den ersten Teil seines Namens trägt es zu Ehren des römischen Gottes Merkur, der zweite Teil weist darauf hin, dass die Pflanze einjährig ist. Das Kraut gehört zur Familie der Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)

Im Volksmund kennt man die Pflanze unter zahlreichen Namen. Es wird als Einjähriges Bingelkraut, Gartenbingelkraut, Büngelkraut, Kuhkraut, Ruhrkraut, Schuttbingelkraut, Hundskohl, Schuttbingel, Schweißkraut, Speckmelde, Wodanskraut, Wintergrün oder Stinkerich bezeichnet. Im englischen Sprachraum wird es als Annual Mercury bezeichnet.

  • Die Bezeichnung Bingelkraut verdankt die Pflanze vermutlich dem Umstand, dass ihre Früchte oft als Paar wachsen und stachelig-haarig sind. Dieses Erscheinungsbild brachte ihr die Bezeichnung Bingel ein, was so viel wie Hoden heißt.

Bingelkraut zählt zur Familie der so genannten Wolfsmilchgewächse.

Das Kraut ist eine einjährige Pflanze, die vor allem in den südlichen Teilen Europas beheimatet ist. Sie gedeiht vor allem in der Nähe von Ackerflächen, in Weinbergen und auf Ödland. Die Sammelzeit erstreckt sich über einen kurzen Zeitraum, sie kann nämlich nur von April bis Mai geerntet werden.

Die Inhaltsstoffe in Bingelkraut sind folgende:

  • Amine
  • Ätherische Öle
  • Bitterstoffe
  • Gerbsäure
  • Scharfstoffe
  • Saponine
  • Farbstoff (Hermidin)
  • Schleim (Trimethylamin)

Das Bingelkraut war bereits in der Antike ein geschätztes Heilmittel. Noch im Mittelalter wurde in Kräuterbüchern über seine Wirkung geschrieben. Heute wird es nur noch selten verwendet.

  • Der Grund dafür, dass es kaum noch verwendet wird, ist die Tatsache, dass es in frischem Zustand giftig ist. Deshalb sollte es nur in getrocknetem Zustand verwendet werden, denn durch den Trocknungsprozess verliert es seine Giftigkeit.

Bingelkraut - Heilwirkung der Heilpflanze

Der Pflanze werden viele Heilwirkungen zugesprochen, unter anderem gilt sie als entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, abführend, milchbildungshemmend, schleimlösend und menstruationsregelnd. Da sie bei Frauenbeschwerden hilft, hat sie den Ruf eines Frauenkrauts.

Bingelkraut - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Zu den Beschwerden, die mit der Pflanze gelindert oder bekämpft werden, zählen unter anderem Husten, Bronchitis, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Rheuma, Menstruationsbeschwerden, Gicht, Wassersucht, Ödeme, Warzen und Wunden.

Bingelkraut - Anwendung der Heilpflanze

Die Pflanze ist unter anderem als Frauenkraut bekannt, da sie positiv auf klassisch weibliche Beschwerden wirkt. Sie kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Bei der innerlichen Nutzung ist aber Vorsicht geboten, da sie leicht giftig ist, wenn sie frisch ist. Man sollte die Pflanze daher immer nur getrocknet verwenden!

Äußerliche Anwendung

Äußerlich kann der Tee des Gewächses für Waschungen, Umschläge oder Auflagen genutzt werden. Aber auch als Badezusatz kann die Pflanze bei Wunden oder Verletzungen hilfreich sein. Man kann das Kraut aber auch zu Salbe verarbeiten

Innerliche Anwendung

Bei der innerlichen Anwendung sollte man vorsichtig sein und nicht mehr als zwei Tassen Tee täglich trinken. Er hat eine stark abführende Wirkung, die aber erst zeitversetzt nach einigen Tagen spürbar wird.


Quellen

Zwinger, Theodor: Theatrum botanicum, das ist, neu vollkommenes Kräuter-Buch
Habermehl, Gerhard / Ziemer, Petra: Mitteleuropäische Giftpflanzen und ihre Wirkstoffe


Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant