Bittersüßer Nachtschatten als Heilpflanze

Bittersüßer Nachtschatten als Heilpflanze

Bittersüßer Nachtschatten - Die wichtigsten Fakten

  • Der Bittersüße Nachtschatten ist ein Gewächs aus Europa und Asien.
  • Die Pflanze ist giftig.
  • Sie hat als wertvolle Heilpflanze lange Tradition.
  • Für die innere Anwendung sollten ausschließlich Fertigpräparate genutzt werden.
  • Kinder, Schwangere und stillende Frauen sollten auf die Verwendung verzichten.

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Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Bittersüßer Nachtschatten als Heilpflanze

Der wissenschaftliche Name der Pflanze lautet Solanum dulcamara L. und sie gehört zur Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse).

Bittersüßer Nachtschatten ist im Volksmund auch als Alpranke, Alfenkraut, Mäuseholz, Hirschkraut, Natterholz, Rote Hundsbeere, Pißranke, Teufelsklatten oder Seidelbeere bekannt. Die englische Umgangssprache kennt die Pflanze als Bittersweet, Bitter Nightshade, Bittersweet Nightshade oder auch Woody Nightshade.

Wie der Name Bittersüßer Nachtschatten bereits andeutet gehört die Pflanze zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).

Die ursprüngliche Heimat des Bittersüßen Nachtschattens liegt in Europa (Spanien bis Sibirien) und Asien (Japan). Auch in Nordamerika ist er zu finden, wurde allerdings erst später durch den Menschen eingeschleppt.

Sammelzeit für die Pflanze ist sowohl von März bis Mai und dann wieder von September bis November.

Die Pflanze enthält folgende Inhaltsstoffe, die entweder heilwirksame oder giftige Eigenschaften besitzen:

  • Steroidalkaloide (Glycoside)
  • Saponine
  • Sterine
  • Lycopen
  • Atropin
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoff
  • Gerbsäure
  • Campesterol
  • Stigmasterol
  • Cycloartenol
  • Solacein, Solamarin, Solanein, Solanin, Solasodin
  • Tomatidenol

Der schon in der Antike als Heilpflanze bekannte Bittersüße Nachtschatten gedeiht vor allem in gemäßigtem Klima. Er wächst meist nahe dem Wasser und bevorzugt offenes, lichtdurchflutetes Gelände. Die Pflanze findet man bis in eine Höhe von 2000 Metern.

Bittersüßer Nachtschatten zählt zu den mehrjährigen Halbsträuchern und gilt als winterhart. Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern und trägt violette Blüten, aus denen sich Beeren entwickeln. Vor allem die unreifen Beeren sind sehr giftig.

  • Dass die Pflanze auch im Mittelalter als Pflanze mit Heilwirkung bekannt war, zeigen alte Burgen, in deren Nähe diese Pflanzen noch heute zu finden sind.

Bittersüßer Nachtschatten - Heilwirkung der Heilpflanze

Dem Bittersüßen Nachtschatten werden eine Vielzahl von Heilwirkungen zugesprochen. So gilt er als adstringierend, antiallergisch, antimikrobiell, antimykotisch, antirheumatisch, auswurffördernd, beruhigend, blutreinigend, entgiftende, entzündungshemmend, fiebersenkend und gewebeverdichtend.

Er hat zudem harntreibende, kortisonähnliche, kühlende, narkotisierende, schleimhautreizende und schleimlösende, schmerzstillende, abwehrstärkende und schweißtreibende Wirkung.

Bittersüßer Nachtschatten - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Aufgrund seiner zahlreichen Wirkweisen kann er bei Dermatitis, Cellulitis, Dickdarmentzündungen, Drüsenschwellungen, Ekzemen, Fieber, Gelbsucht, Gerstenkörnern, Geschwüren, Gicht, Hautausschlägen sowie Hauterkrankungen und Hautjucken hilfreich sein.

Aber auch bei Schnupfen, Husten, Keuchhusten, Übelkeit, Syphilis, Rheuma, Schuppenflechte, Schmerzen in Muskeln und Gelenken, Gastroenteritis, Nesselsucht und Warzen kommt die Pflanze zum Einsatz. Zudem wird seit einiger Zeit die Wirksamkeit der Pflanze bei Krebs erforscht.

Bittersüßer Nachtschatten - Anwendung der Heilpflanze

Die Anwendung ist äußerlich und innerlich möglich, wobei die innerliche Anwendung unbedingt von einem Mediziner begleitet und überwacht werden sollte. Für eine Anwendung können Tee, Salbe, Umschläge und Waschungen in Betracht gezogen werden.

  • Vorsicht! Die Pflanze ist giftig. Vor allem die grünen, unreifen Beeren enthalten eine hohe Konzentration an Gift. Diese nimmt zwar mit einsetzender Reife ab, vom Verzehr wird dennoch strikt abgeraten.

Schwangere und stillende Frauen sowie Kinder sollten die Pflanze nicht nutzen.

Äußerliche Anwendung

Die äußerliche Anwendung kann mit Hilfe von Umschlägen geschehen. Dazu wird aus der Pflanze ein Tee zubereitet, ein Tuch mit diesem getränkt und auf die entsprechenden Hautpartien gelegt. So können Cellulitis, Hautausschläge und rheumatische Beschwerden gelindert werden. Waschungen haben denselben Effekt.

Innerliche Anwendung

Für die innerliche Anwendung werden Fertigpräparate empfohlen.


Quellen

Hensel, Wolfgang: Welche Heilpflanze ist das?
Der Kosmos-Pflanzenführer: Über 900 Blumen, Bäume und Pilze 1200 Abbildungen
Bäumler, Siegfried: Heilpflanzenpraxis heute: Porträts, Rezepturen, Anwendung
Vonarburg, Bruno: Arzneimittel-Persönlichkeiten in Wort und Bild: eine homöopathische Arzneimittellehre zur schnellen Orientierung in der Praxis
Bühring, Ursel: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde: Grundlagen - Anwendung - Therapie


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