Calabar – giftige Heilpflanze in der Homöopathie

Calabar – giftige Heilpflanze in der Homöopathie

Calabar - Die wichtigsten Fakten

  • Calabar ist in Nigeria (Westafrika) beheimatet und nach dem Fluss und der Stadt Calabar benannt.
  • Die Bohnen enthalten eine hohe Konzentration an Giften, welche bei Einnahme tödlich wirken.
  • Die Volksstämme nutzen sie in früheren Zeiten bei Prozessen als „Gottesurteil“ und zur gezielten Tötung.
  • Heute findet die Pflanze in der Pharmazie und Homöopathie Verwendung.

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Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Calabar als Heilpflanze

Calabar
Sammelzeit
  • keine Sammlung möglich
Heilwirkung
  • giftig - keine direkte Heilwirkung
Anwendung

Der lateinische Name lautet Physostigma venenosum.

Eine weitere Bezeichnung lautet Gottesurteilsbohne oder Gottesurteilspflanze.

Botanisch ist sie den Schmetterlingsblütlern zugeordnet, den Faboideae.

  • Die Bohnen der Pflanze sind hochgiftig! Der private Besitz, das Sammeln und der Anbau ist in Nigeria verboten und wird unter Strafe gestellt.

Der Anbau und die Ernte finden nur zu wissenschaftlichen und pharmazeutischen Zwecken statt.
Die Pflanze gedeiht in wilder Form meist in Ufernähe von Flüssen und anderen Gewässern.
Die Ernte findet mit Reifung der Bohnen ganzjährig statt.

Folgende Bestandteile sind in den Bohnen der Pflanze zu finden:

  • Physostigmin (Alkaloid)
  • Calabrin (Alkaloid)
  • Stärke
  • Schleimstoffe
  • Proteine
  • Fette

Die Calabarbohne stammt aus Westafrika und wurde aufgrund ihrer Giftigkeit von dortigen Volksstämmen zur Tötung und zur Rechtssprechung eingesetzt. War zum Beispiel die Schuldlage eines Angeklagten nicht geklärt, mußte dieser die Bohnen einnehmen. Wenn er die Prozedur überlebte, galt er als unschuldig. Das Ergebnis dieses Vorgehens galt dann als Gottesurteil.

Im Jahr 1878 wurde diese Sitte von der englischen Kolonialmacht unter Strafe gestellt, ebenso der Besitz und die sonstige Verwendung der Pflanze. Dieses Verbot ist bis heute gültig.

Erst im 20. Jhdt. entdeckte man durch intensive Forschung auch den pharmazeutischen Nutzen der hochgiftigen Bohnen – als Gegengift oder Medikament bei neurologischen Erkrankungen.

Calabar - Heilwirkung der Heilpflanze

Die Alkaliode der Bohnen besitzen eine hemmende Wirkung auf das Enzym Acetylcholinesterase, welches für den Abbau von Neurotransmittern (Botenstoffe) im zentralen Nervensystem (Gehirn) und im vegetativen Nervensystem (innere Organe betreffend) benötigt werden.

Wird dieser Abbau verhindert, sammeln sich zu viele Botenstoffe in den Nerven (Synapsen) an und es kann zu einer Überreaktion mit Krämpfen im Magen-Darm-Trakt bis hin zur Atemlähmung kommen.

Diese Wirkung kann aber in der richtigen Dosierung bei bestimmten Leiden zur Behandlung eingesetzt werden.

Bei der Herstellung von Medikamenten wird jedoch meist ein synthetisch hergestellter Wirkstoff verwendet, welcher chemisch mit den Pflanzenbestandteilen nahezu übereinstimmt.

Calabar - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Der hemmende Einfluß kann jedoch in Maßen und unter pharmazeutischer Verwendung bei folgenden Erscheinungen Linderung verschaffen:

  • als Gegengift (Antidot) bei Vergiftungen mit Atropin
  • beim Anticholinergen Syndrom
  • Im Rahmen des Alkoholentzugs bei Auftreten eines Deliriums
  • bei Alzheimer-Erkrankung und anderen Formen der Demenz (noch in der Forschung)

Calabar - Anwendung der Heilpflanze

Die Wirkstoffe werden Form von Medikamenten oder Infusionen im Rahmen einer ärztlichen Behandlung angewendet oder verschrieben.

Äußerliche Anwendung

Es sind keine äußerlichen Anwendungen bekannt.


Quellen

Cowperthwaite, Allen C.:Charakteristika homöopathischer Arzneimittel


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