Färberginster – Heilpflanze und Farbstoff

faerberginster

Färberginster - Die wichtigsten Fakten

  • Die Pflanze war bereits im Römischen Reich bekannt.
  • Sie wurde allerdings nicht primär als Heilkraut, sondern als Färbemittel für Textilien verwendet.
  • Die Inhaltsstoffe besitzen zwar eine therapeutische Wirkung, aufgrund der Giftigkeit der Pflanze ist ihre Anwendung als Heilmittel inzwischen obsolet.

Mit der Kräuterhexe zur richtigen Heilpflanze

Welche Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, angstlösend oder entkrampfend? Zu welcher Jahreszeit kann sie gesammelt werden? Unsere Kräuterhexe hilft, die geeignete Heilpflanze mit der gewünschten Wirkung zur passenden Jahreszeit zu finden.

Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Färberginster als Heilpflanze

Färberginster
Sammelzeit
  • Mai
  • Juni
  • Juli
Heilwirkung
Anwendung

Die lateinische Bezeichnung lautet Genista tinctoria.

Unter folgenden Bezeichnungen ist die Pflanze ebenfalls bekannt:

  • Gelbe Färbeblume
  • Schöngelb
  • Gildkraut
  • Rohrheide
  • Grünholz

Die Pflanze wird den Hülsenfrüchtlern zugeordnet, den Fabaceae.

Beheimatet ist das Färbekraut in Mittel- und Südeuropa. Sie kommt jedoch in Irland, Skandinavien, Griechenland und Teilen Spaniens nicht vor.

Das Kraut bevorzugt trockene Laubwälder und Wiesen in mittleren bis tieferen Höhenlagen. Im Alpenbereich ist es nicht zu finden.

Sammelzeit ist Mai bis Juni, Verwendung finden Blätter und Kraut der blühenden Pflanze.

Folgende Bestandteile sind in der Pflanze enthalten:

  • N-Methylcitisin (Alkaliod)
  • Spartein (Alkaliod)
  • Anagyrin (Alkaliod)
  • Cytisin (Alkaliod)
  • Genistein
  • Genistin
  • Gerbstoffe

Wie der Name der Pflanze bereits verrät, ist der Färberginster vor allem als färbende Pflanze bekannt. Bereits in der römischen Antike wurden mit den gelben Blüte Stoffe eingefärbt. Diese Funktion war besonders im England der 14. Jahrhunderts von großer Bedeutung.
Neben Textilfarbe lieferte die Pflanze auch Farben für den Malerbedarf.

Als Heilkraut ist sie eher weniger bekannt, es existieren auch nur wenige Nachweise zur Verwendung und Heilkraft.

Das enthaltene Genistin ist auch in Sojabohnen enthalten, Forschungen erwiesen dieser Substanz eine östrogenartige Wirkung. Daher wird der Pflanze eine linderung bei Wechseljahrsbeschwerden zugeschrieben.

Färberginster - Heilwirkung der Heilpflanze

Folgende Wirkungen können die Inhaltsstoffe im menschlichen Organismus hervorrufen:

  • blutreinigend
  • entgiftend
  • harntreibend
  • entwässernd
  • verdauungsfördernd
  • östrogenähnliche Wirkung

Färberginster - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Die Verwendung der Pflanze konzentriert sich auf Erkrankungen und Beschwerden, welche durch Störungen des Wasserhaushaltes oder Stoffwechsels bedingt werden können:

  • Nierengrieß
  • Harnwegsinfekte
  • Ödeme
  • Rheuma
  • Gicht
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Menstruationsbeschwerden

Färberginster - Anwendung der Heilpflanze

Die Pflanze ist für die innerliche Anwendung bestimmt.

  • Durch den Anteil an Alkalioden ist bei der Verwendung Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall kann mit anderen, ungiftigen Heilpflanzen selbige Wirkung erzielt werden.

Äußerliche Anwendung

Eine äußerliche Anwendung ist nicht bekannt.

Innerliche Anwendung

Die Pflanze wird vornehmlich als Tee eingenommen.

Bei Überdosierung kommt es meist zum Erbrechen. Falls dies nicht möglich ist oder wenn Verdacht auf eine versehentliche Vergiftung besteht sollte der Giftnotruf kontaktiert werden!


Quellen

von Bruchhausen, Franz: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis
Holzmann, Gerhard / Wangelin, Matthias / Bruns, Rainer: Natürliche und pflanzliche Baustoffe


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