Feldulme – heimischer Laubbaum und gefährdete Heilpflanze

Feldulme – heimischer Laubbaum und gefährdete Heilpflanze

Feldulme - Die wichtigsten Fakten

  • Die Feldulme ist in fast ganz Europa beheimatet.
  • Durch Pilz- und Borkenkäferbefall ist der Bestand jedoch stark gefährdet und Sammlungen in freier Natur untersagt.
  • Die Heilwirkungen sind bereits seit dem Mittelalter bekannt und auch durch Hildegard von Bingen dokumentiert.
  • Vor allem äußerlich besitzt die Pflanze eine reinigende und entzündungshemmende Wirkung, kann aber auch innerlich angewendet werden.

Mit der Kräuterhexe zur richtigen Heilpflanze

Welche Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, angstlösend oder entkrampfend? Zu welcher Jahreszeit kann sie gesammelt werden? Unsere Kräuterhexe hilft, die geeignete Heilpflanze mit der gewünschten Wirkung zur passenden Jahreszeit zu finden.

Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Feldulme als Heilpflanze

Die lateinische Bezeichnung des Baums lautet Ulmus minor.

Unter folgenden Bezeichnungen wird der Baum unter anderem benannt:

  • Feldrüster
  • Rotulme
  • Rotrüster
  • Rüster
  • Ruscht
  • Riesche
  • Elm
  • Alme
  • Hexen-Ulme

Der Baum gehört zu den Ulmengewächsen, den Ulmaceae.

Der Baum wächst in ganz Europa und ist bis in den Kaukasus und Teilen Asiens verbreitet.
Ausgenommen sind jedoch die Länder Nordeuropas, wie Großbritannien und Skandinavien.

Die Rinde wird im Frühjahr vor der Blüte und dem Erscheinen der ersten Blätter gesammelt.
Hierbei werden vor allem junge Zweige ohne feste Borke abgeschnitten.
Die Rinde wird dann zerkleinert und getrocknet.

Später in Frühling können auch die jungen Blätter und Knospen gesammelt werden.

  • Die Pflanze ist stark gefährdet und steht unter Naturschutz. Daher sollten möglichst im Garten ansässige Bäume geerntet werden.

Folgende Bestandteile sind in der Rinde und den Blättern zu finden:

  • Phlobaphene
  • Schleimstoffe
  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe
  • Harz
  • Gummi

Den Sagen der Edda nach erschufen die Götter Mann und Frau aus Hölzern, welche aus dem Meer angespült wurden – den Mann aus einer Esche, die Frau aus einer Ulme.

Dies ist nur eine von vielen mystischen Sagen, in der die Ulme eine Rolle spielt.
Als alte Pflanze sind ihre Wirkung schon im Altertum bekannt gewesen und auch von Hildegard von Bingen ausführlich beschrieben.
Äußerlich angewendet ist sie zum Beispiel ein ausgezeichnetes Mittel bei Hautunreinheiten und leichten Verletzungen.

Die Bestände der Feldulme in freier Natur sind leider stark gefährdet. Viele Pflanzen und ganze Wälder sind innerhalb der letzten 100 Jahre dem Pilzbefall und dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen.

Feldulme - Heilwirkung der Heilpflanze

Die Inhaltsstoffe wirken vor allem lindernd auf Haut und Schleimhäute. Hieraus ergeben sich unter anderem folgende Eigenschaften:

  • blutreinigend
  • entzündungshemmend
  • adstringierend
  • reizlindernd
  • wundheilend
  • entwässernd
  • harntreibend
  • schweisstreibend

Feldulme - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Die Rindenteile können äußerlich bei Hauterkrankungen wie Akne, Ekzeme, Schorf oder schlecht heilenden Wunden verwendet werden.

Als harntriebendes und reinigendes Mittel kann der Tee als vorbeugende Frühjahrskur eingesetzt werden. Auch bei entzündlichen Magen-Darm-Beschwerden oder Atemwegserkrankungen kann sie Linderung bewirken.

Die entwässernde Eigenschaft kommt dann auch rheumatischen Erkrankungen oder der Gicht zu Gute.

Feldulme - Anwendung der Heilpflanze

Die Pflanze kann innerlich und äußerlich verwendet werden.

Äußerliche Anwendung

Die zerkleinerte Rinde oder Tee kann in Umschlägen und Kompressen verarbeitet werden.
Auch frische, junge Blätter können zerdrückt und als Auflage auf betroffene Hautareale aufgebracht werden.

Innerliche Anwendung

Zur innerlichen Verwendung empfiehlt sich ein Tee aus den zerkleinerten Rindenstücken.
Die enthaltene Flüssigkeit wirkt zusätzlich fördernd auf die Entwässerung und Reinigung.


Quellen

Malm, Liesel: Meine liebsten Wildkräuter
Stingswagner, Gerhard / Haseder, Ilse / Erlbeck, Reinhold: Das Kosmos Wald- und Forstlexikon

Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant