Germer – hoch giftige Heilpflanze aus alter Zeit

Germer – hoch giftige Heilpflanze aus alter Zeit

Germer - Die wichtigsten Fakten

  • Der Germer ist besser bekannt unter dem Namen Weißer Nieswurz.
  • Die Pflanze ist in allen Teilen hoch giftig und wird daher nicht mehr in der Phytotherapie eingesetzt. Es kann sogar bei Hautkontakt zu Vergiftungen kommen.
  • Lediglich in der Homöopathie wird die Pflanze in sehr starker Verdünnung angewendet.

Mit der Kräuterhexe zur richtigen Heilpflanze

Welche Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, angstlösend oder entkrampfend? Zu welcher Jahreszeit kann sie gesammelt werden? Unsere Kräuterhexe hilft, die geeignete Heilpflanze mit der gewünschten Wirkung zur passenden Jahreszeit zu finden.

Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Germer als Heilpflanze

Germer
Sammelzeit
  • keine Sammlung empfohlen
Heilwirkung
Anwendung

Die lateinische Bezeichnung lautet Veratrum album.

Die Pflanze ist besser bekannt unter der Bezeichnung Weißer Nieswurz – da die zu Pulver verarbeitete Wurzel starken Niesreiz auslöst.

Außerdem wird es noch wie folgt benannt:

  • Hammerwurz
  • Hemmerwurzn
  • Lauskraut
  • Lauswurz
  • Germander
  • Läusekraut

Die Pflanze gehört zur Familie der Germergewächse, den Melanthiaceae.

Der Germer kommt im Gebiet von Europa bis nach Russland vor.
Er gedeiht vor allem in höheren Lagen des Gebirgs- und Alpenraums.

Zu finden ist er auf alpinen Feuchtwiesen und Moorfluren.

Sammelzeit der Wurzel ist im Herbst und im Frühjahr.

  • Die Pflanze ist tödlich giftig und kann leicht mit dem gelben Enzian verwechselt werden! Eine Sammlung ohne exakte Kenntnisse ist daher nicht anzuraten!

Die Giftigkeit und Wirksamkeit der Pflanze wird durch die enthaltenen Alkaloide hervorgerufen:

  • Protoveratrin
  • Germarin
  • Veratridin
  • Die Pflanze wird in der klassischen Phytopharmakologie aufgrund ihrer Giftigkeit nicht mehr verwendet!

Der Germer oder auch Weiße Nieswurz ist eine der giftigsten Pflanzen, welche in Europa beheimatet sind. Die Alkaliode wurden im Altertum als Pfeilgift oder auch zu Mordzwecken
verwendet. Die Wirkung ist dem des Arsens sehr ähnlich, weshalb man ihn auch „pflanzliches Arsen“ nennt.

Die Giftigkeit macht selbst vor Insekten nicht Halt, so wurde der Wurzelsud unter anderem auch als Entlausungsmittel angewendet. Manches Weidevieh verendete ebenso nach dem Fressen der Pflanze.

Die Nervengifte der Pflanze wirken blutdrucksenkend und wurden aber auch bei psychischen Erkrankungen, damals noch als „Geistesstörung“ benannt, zur Heilung angewandt.
Diese Anwendung endete manches mal tödlich.

Heute wird der Germer nur noch im Rahmen der Homöopathie verwendet.

Germer - Heilwirkung der Heilpflanze

Die Inhaltsstoffe wirken vor allem blutdrucksenkend und entzündungshemmend.
Die starken Alkaloide der Pflanze sind in erster Linie Nervengifte, welche bei psychischen Erkrankungen oder Verstimmungen Verwendung fanden.

Germer - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Früher wurde die Pflanze bei folgenden Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt:

  • Bluthochdruck
  • Fieber
  • Rheuma
  • Depression
  • Epilepsie
  • „Geistesgestörtheit“
  • Schlaganfällen

In der Homöopathie wird der aufbereitete Wirkstoff unter anderem bei Kreislaufstörungen und Melancholie verwendet.

Germer - Anwendung der Heilpflanze

Eine Anwendung wird aufgrund der hohen Giftigkeit der Pflanze nicht mehr empfohlen!
Lediglich in der Homöopathie finden die Wirkstoffe unter Maßgabe und Dosierung eines Therapeuten Verwendung.

Äußerliche Anwendung

Es ist keine äußerliche Anwendung empfohlen.

Innerliche Anwendung

Es ist keine direkte innerliche Anwendung empfohlen, mit Ausnahme der homöopathischen Anwendung.


Quellen

Vonarburg, Bruno: Homöotanik
Die Giftpflanzen Deutschlands: Weisser Germer
Daffner, Franz: Die Pflanzen des Voralpenraums und ihre Nutzung als Heilkräuter


Diesen Artikel teilen: facebook-30x32 twitter-30x32 google-plus-30x32

Auch interessant