Heilpflanze Isländisches Moos

Heilpflanze Isländisches Moos

Isländisches Moos - Die wichtigsten Fakten

  • Beim Isländischen Moos handelt es sich strengegenommen nicht um ein Moos, sondern um eine Flechte von vier bis 12 Zentimetern Höhe.
  • Die Flechte hat einen ausgesprochen hohen Schleimgehalt.
  • Sie wird aufgrund ihrer Wirkung gegen Husten in Naturheilkunde und von der offizinellen Medzin genutzt.

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Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Isländisches Moos als Heilpflanze

Isländisches Moos
Sammelzeit
  • Januar
  • Februar
  • März
  • April
  • Mai
  • Juni
  • Juli
  • August
  • September
  • Oktober
  • November
  • Dezember
Heilwirkung
Anwendung

Der wissenschaftliche Namen der Heilpflanze lautet Cetraria (lichen) islandica.

Volkstümliche Namen für Isländisches Moos sind hierzulande Isländische Schuppenflechte, kleiner Lederschild, Fiebermoos, Purgiermoos, Blutlungenmoos, Rispal, Tartschenflechte, Hirschhornflechte, Kramperltee und Gastrauten. In der Literatur ist sie auch unter Isländisch Moos zu finden. In Island, wo die Flechte mit am häufigsten zu finden ist, wird sie auch als fjällagrös, was so viel wie Felsengras oder Bergkraut bedeutet, bezeichnet.

Das Isländische Moos gehört zur Familie der Parmeliaceae.

Heute findet man Isländisches Moos vorwiegend in den nordischen Ländern, besonders in Nordeuropa. Aber auch in den Mittelgebirgen und in den Alpen ist es zu finden. Die Flechte wächst in bergigen Gegenden und im Flachland vor allem auf silikat- und kalkhaltigen Böden.

Da es sich beim Isländisch Moos um eine Flechte handelt, ist es nicht an eine bestimte Sammelzeit gebunden und kann das ganze Jahr über gefunden werden.

  • Die Flechte gehört nach der Bundesartenschutzverordnung zu den geschützten Arten. Daher sollte sie ohnehin nicht selbst gesammelt, sondern besser im Fachhandel gekauft werden.

Zu etwa 50 % besteht das isländische Moos aus wasserlöslichen Schleimstoffen. Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind beispielsweise

  • bittere Flechtensäure (mit einem Bitterwert von 700)
  • Usninsäure
  • Jod
  • Enzyme
  • Vitamine

Schon seit Generationen wird das Isländisch Moos in seinen Heimatländern nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilpflanze genutzt. Inzwischen hat auch die Schulmedizin die hustenlindernde Wirkung der Flechte für sich entdeckt, was wohl dazu führte, dass die Pflanze heute zu den bedrohten Arten gehört.

  • Nebenwirkungen der Pflanze sind bisher nicht bekannt. Seit dem Reaktorunfall in Tschernobyl ist es jedoch schwierig, unbelastetes Isländisches Moos zu finden.

Isländisches Moos - Heilwirkung der Heilpflanze

Das Isländische Moos wird traditionell zur Kräftiung, aber auch als Nahrungs- und Heilmittel genutzt. Die vielen Bitterstoffe machen die Pflanze zu einem guten Tonikum. Durch die enthaltenen Flechtsäuren soll das Kraut auch eine antibiotische Wirkung haben.

  • Aufgrund ihres seltsamen verdorrten Wuchses, dachte man früher, dass es sich beim Isländischen Moos um eine verwunschene Pflanze handelt.

Isländisches Moos - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Das Isländische Moos ist bei Erkrankungen der Atemwege indiziert, besonders bei akutem und trockenem Reizhusten, bei Bronchialkatarrh (chronisch) und bei Schleimhautreizungen des Mund- und Rachenraums. Auch gegen Apetitlosigkeit, Magenprobleme und Erschöpfungszustände wird die Pflanze eingesetzt.

Redner und Sänger nehmen die Flechte in Form von Pastillen gerne vorbeugend ein.

Isländisches Moos - Anwendung der Heilpflanze

Das Isländische Moos gibt es in Form von unterschiedlichsten Präparaten, vor allem als Tropfen oder Pastillen. Üblich ist besonders die innerliche Anwendung der Flechte.

Äußerliche Anwendung

Eine äußerliche Anwendung der Flechte ist eher unüblich. Früher legte man die Flechte Kühen bei Nabelbruch auf.

Innerliche Anwendung

Die Flechte kann innerlich als Tropfen oder Pastillen verwendet werden. Für die Zubereitung zu Hause empfiehlt sich auch en Aufguss bzw. Tee.

  • Teezubereitung: 1 TL Isländisch Moos mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen (abgedeckt). Anschließend abseihen. Der Tee hilft vor allem gegen Schleimhautreizungen. Gegen Appetitlosigkeit hilft ein kalt aufgegossener Tee. Hierfür werden 2 Teelöffel der fein geschnittenen Flechte mit einer Tasse kaltem Wasser übergossen und eine Stunde ziehen gelassen. Anschließend abseihen. Der kalte Aufguss wird drei Mal täglich eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten getrunken.

Quellen

Bühring, Ursel: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde. Grundlagen - Anwendung - Therapie.
Bührung, Ursel / Ell-Beiser, Helga / Girsch, Michaela: Heilpflanzen in der Kinderheilkunde. Das Praxislehrbuch.
Korn, Werner A.: Heimische Heilpflanzen. Bewährte Hausmittel für Gesundheit, Küche und Naturkosmetik.
Puhle, Annekatrin / Trott-Schepe, Jürgen / Möller, Birgit: Heilpflanzen für die Gesundheit: 333 Pflanzen - neues und überliefertes Heilwissen.


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