Meerzwiebel: Wirkung & Verwendung der Heilpflanze

Meerzwiebel: Wirkung & Verwendung der Heilpflanze

Meerzwiebel - Die wichtigsten Fakten

  • Die Meerzwiebel Drimia maritima stammt aus dem Mittelmeerraum.
  • Genutzt wird die Pflanze bereits seit der Antike.
  • Sie gehört zu den Spargelgewächsen und es wird die Zwiebel genutzt.
  • Mit Blüte wird das Heilkraut bis 1,50 Meter hoch.
  • Das Gewächs ist giftig.

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Heilwirkung

Sammelzeit

Anwendung

Innerliche Anwendung

Äußerliche Anwendung

Meerzwiebel als Heilpflanze

Meerzwiebel
Sammelzeit
  • Juni
  • Juli
  • August
  • September
  • Oktober
Heilwirkung
Anwendung

Die Weiße Meerzwiebel ist heute in der Botanik unter verschiedenen Bezeichnungen und Synonymen bekannt. Zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae) gehörend, ist die Bezeichnung Drimia maritima in der Fachliteratur üblich. Synonyme können darüber hinaus:

  • Urginea maritima
  • Charybdis maritima
  • Urginea scilla

sein.

Für die Meerzwiebel sind hierzulande keine Trivialnamen gebräuchlich. Anders sieht die Situation für die Falsche Meerzwiebel aus.

  • Die Falsche Meerzwiebel - Ornithogalum caudatum - wird ebenfalls als Heilgewächs verwendet, gilt aber Quellen zufolge als weniger giftig und kann äußerlich bei Brandverletzungen eingesetzt werden.

Drimia maritima ist ein Heilgewächs, die in der Botanik den Monokotyledonen (Einkeimblättrigen) zugerechnet wird. In der Ordnung gehört die Pflanze zu den Spargelartigen (Asparagales) und hier in die Familie Spargelgewächse.

Verbreitungsgebiet der Heilpflanze Drimia maritima ist ursprünglich der Mittelmeerraum gewesen. Hier siedelt sich die Pflanze unter anderem in der Nähe der mediterranen Küsten an und gedeiht auch auf sandigen Böden. Inzwischen wurden Kulturen auch in anderen Regionen angelegt. Die Ernte der Zwiebeln erfolgt in der Phase der Sommerruhe - also in den Monaten von Juni bis Oktober.

Bei den aus pharmazeutischer Sicht besonders interessanten Inhaltsstoffen handelt es sich um Herzglykoside - und hier besonders:

  • Scillaren A
  • Proscillaridin A
  • Glucoscillaren A.

Des Weiteren sind in der Pflanze die sekundären Pflanzenstoffe - also Flavonoide - und Farbstoffe enthalten.

Die als Weiße Meerzwiebel bezeichnete Pflanze Drimia maritima ist bezüglich ihrer positiven Wirkung - aber auch im Hinblick auf das toxische Potenzial - bereits seit der Antike bekannt. Heute werden aus der Zwiebel Aufgüsse oder Fertigpräparete hergestellt, welche bei leichter Herzinsuffizienz zum Einsatz kommen.

Meerzwiebel - Heilwirkung der Heilpflanze

Medizinisch bei einer Verabreichung der Meerzwiebel sind die sogenannten Herzglykoside wirksam. Hierbei handelt es sich um eine Stoffgruppe, die an verschiedenen Stellschrauben der Herzfunktion ansetzt. Die herzwirksamen Glykoside enthalten Desoxyzucker, steigern die Schlagkraft des Herzens, wirken gleichzeitig aber verringert auf die Herzfrequenz. Herzglykoside sind nicht nur in der Meerzwiebel enthalten, sondern wurden in der Vergangenheit in verschiedenen weiteren Pflanzen - wie dem Fingerhut (Digitalis) oder Maiglöckchen (Convallaria majalis) nachgewiesen.

  • Als Bufadienolide werden herzwirksame Glykoside bezeichnet, welche tierischen Ursprungs ist. Bekannt für die Produktion der Stoffe sind beispielsweise einige Krötenarten - wie die Echten Kröten, von deren Taxonomie sich der Begriff ableitet.

Meerzwiebel - Bei welchen Leiden hilft die Heilpflanze?

Die Anwendung von Drimia maritima konzentriert sich in der modernen Medizin/Homöopathie in erster Linie auf Herzleiden. Bei einer diagnostizierten leichten Herzinsuffizienz kann sich die Gabe von Drimia maritima positiv auswirken.

Meerzwiebel - Anwendung der Heilpflanze

In der modernen Medizin wird das Gewächs Drimia maritima heute - im Vergleich zur Vergangenheit - nicht mehr so häufig eingesetzt. Sofern Behandler auf die in der Zwiebel enthaltenen Wirkstoffe setzen, erfolgt die Anwendung in der Regel innerlich. Aufgrund der Toxizität muss ein Präparat von Drimia maritima allerdings sehr genau dosiert werden. Zu den beschriebenen Nebenwirkungen gehören:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall oder
  • Veränderungen beim Puls.

Äußerliche Anwendung

Die Wirkung von Drimia maritima beschränkt sich auf die innerliche Anwendung. Eine Anwendung von außen ist für die Heilpflanze nicht vorgesehen.

Innerliche Anwendung

Bezüglich der Anwendung setzt die Wirkung der Pflanze Drimia maritima von innen heraus an. Entsprechend erfolgt die Gabe der Wirkstoffe, die Patienten entweder als Aufguss zugeführt werden können - oder in Form von Fertigpräparaten. Ein Beispiel für die Herstellung eines Aufgusses findet sich etwa in "Neues Pharmazeutisches Manual" von Eugen Dieterich und Wilhelm Kerkhof aus dem Jahr 1919.


Quellen

Kötter, Engelbert: Das große GU PraxisHandbuch Kräuter
Vonarburg, Bruno: Homöotanik: Extravagante Exoten. Bd. 4
Dieterich, Eugen; Kerkhof, Wilhelm : Homöotanik: Neues Pharmazeutisches Manual


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